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Maximale Starkregenrückhaltung als Klimapotential der Liegenschaft

Dienstag, 14. November 2017 im BBSR in Bonn

Am 14. November 2017 trafen sich Fachleute der Kommunen, Ingenieurbüros und Hochschulen zu einem Fachworkshop zur Starkregenbewältigung im BBSR Bonn.

Dr. Bernhard Fischer (BBSR-Referat Bauen und Umwelt) führte ins Thema "Starkregenrückhaltung im Zeichen des Klimawandels" ein. Danach wurde ein neues BBSR-Forschungsprojekt vorgestellt, in dem ein Modell für eine abwasserlose Liegenschaft, die gegenüber Starkregenfolgen weitestgehend resistent ist, entwickelt wird. Das Projekt zeigt, dass Gebäude mit ihren Grundstücken/Liegenschaften sich nicht nur gegen die sich immer stärker entwickelnden Folgen des Klimawandels schützen, sondern auch eine positive Wirkung, sogenannte Klimapotentiale, entwickeln können. So kann beispielsweise Gebäudegrün neben der Staubbindung Temperaturextreme abmildern, das Gebäude Starkregen binden und vieles mehr. Damit wird aufgezeigt, dass den Folgen des Klimawandels mit diesen Gebäudeumweltpotentialen entgegen gewirkt werden.

Am konkreten Beispiel wurden bautechnische Möglichkeiten untersucht, Starkregen am Gebäude zu binden und die Gebäudeumgebung so zu gestalten, dass Niederschlag gespeichert und sukzessive abgegeben wird. Mulden und unterirdische Speicher (Rigolen), aber auch Dachbegrünungen spielen dabei eine große Rolle.

Welche Bausteine braucht es für eine abwasserlose Liegenschaft? Was ist rechtlich zu beachten und wie steht es um die Wirtschaftlichkeit der Maßnahmen? Welche Klima- und Umweltwirkungen haben sie? Diese Fragen wurden in einer Diskussion vertieft.

Moderator Univ.-Prof. Dr.-Ing. Andreas Schlenkhoff (Bergische Universität Wuppertal) gab den Praktikern den gebührenden Raum, um Möglichkeiten aber auch Grenzen dieser Starkregenbindung zu erörtern. Dabei wurden die Ergebnisse der Darstellung zur Kosten-Wirkung der einzelnen Rückhaltemaßnahmen eingehend erläutert und die Gesamtbetrachtung der Einzelmaßnahmen von Immobilienbesitzern mit den kommunalen quartiersbezogenen Planungen eingefordert. Kommunalvertreter brachten die Versiegelung von landwirtschaftlichen Flächen in die Diskussion ein. Ein Niederschlagsabfluss dort wirkt sich häufig direkt auf die angrenzenden Siedlungsflächen aus.

Abschließend wurde resümiert, dass Starkregenbindung eine immer drängendere Herausforderung darstellt und die Aufgabe der Überflutungssicherheit sich nicht auf normale 2- bis 5-jährige Niederschlagsereignisse begrenzen darf. Neben der Betrachtung 50- und 100- jähriger Niederschlagsereignisse sollten auch zunehmend Szenarien zur Schadensminimierung von Extremereignissen angesprochen werden, die vielleicht unkonventionelle Maßnahmen wie sogenannte Notwasserwege im städtischen Raum als Antwort verlangen.

Vortragsunterlagen

Die Unterlagen zu den einzelnen Vorträgen und eine Ergebnisübersicht können die Teilnehmer der Veranstaltung im Extranet abrufen: >> weitere Informationen (im geschützten Bereich).

Zugangsdaten können beim BBSR angefordert werden.

Kontakt

Dr. Bernhard Fischer
Referat II 6 – Bauen und Umwelt
Tel.: +49 228 99401-1522
bernhard.fischer@bbr.bund.de