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Fläche im Kreis - Kreislaufwirtschaft in der städtischen/stadtregionalen Flächennutzung

Konzept

In Deutschland wird täglich eine Fläche von rund 100 Hektar für Siedlungs- und Verkehrszwecke neu beansprucht. Die Flächenressourcen sind jedoch begrenzt. Die Konkurrenz zwischen den Kommunen um Einwohner und Arbeitsplätze führt zu neuen Flächenausweisungen, gleichzeitig fallen an anderer Stelle Flächen und Gebäude brach. Innenstädte verlieren Einwohner an das Umland, kommunale Infrastruktur ist teilweise unterausgelastet.

Die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie verlangt ein radikales Umsteuern bei der Flächeninanspruchnahme und hat hierfür Mengen- und Qualitätsziele festgelegt. Dies stellt Bund, Länder, Regionen, Landkreise, Städte und Gemeinden vor neue Aufgaben. (>> weitere Informationen)

Ziel des Forschungsvorhabens war es, mit der Identifizierung von Lösungsansätzen, Strategien und Instrumenten für einen Policy-Mix zur Flächenkreislaufwirtschaft den Bund und die Städte/ Stadtregionen gleichermaßen bei der Bewältigung dieser Herausforderung zu unterstützen. Hierfür wurden durch die Forschungsgruppe Planspiele in verschiedenen Städten/Stadtregionen durchgeführt sowie wissenschaftliche Expertisen erarbeitet.

Flächenkreislauf

Der Flächenkreislauf wird bestimmt durch einen Nutzungszyklus von Planung, Nutzung, Nutzungsaufgabe, Brachliegen und Wiedereinbringung von Bauwerken und zugehörigen Flächen.

Die Flächenkreislaufwirtschaft folgt einem Bewirtschaftungsansatz, der die unter bestimmten Bedingungen erforderliche Inanspruchnahme neuer Flächen zulässt, jedoch vorrangig und systematisch die Ausschöpfung aller Potenziale der Bestandsentwicklung und der Inwertsetzung von Brachflächen verfolgt.

Eine möglichst auf stadtregionaler Ebene zu konzipierende Flächenkreislaufwirtschaft ist als Strategie zu verstehen, die die folgenden Strategieteile miteinander kombiniert:

  • systematische Erfassung bestehender sowie zu erwartender Flächenpotenziale,
  • systematischer Abgleich von Potenzialen mit der aktuellen und zu erwartenden Nachfrage nach Flächen und Nutzungen,
  • Steuerung von Quantitäten der räumlichen Planung durch übergeordnete Planungsebenen mittels verbindlicher Messgrößen,
  • vertikale und horizontale Kooperation in den Kommunen, zwischen den Kommunen und innerhalb zu definierender Stadtregionen sowie zwischen den öffentlichen und privaten Akteuren zur Feinsteuerung von Quantitäten und Qualitäten der Flächennutzung bzw. zur Standortfindung,
  • finanzieller Lasten- und Nutzenausgleich innerhalb der Stadtregion.

Phasen und Potenziale der FlächenkreislaufwirtschaftPhasen und Potenziale der Flächenkreislaufwirtschaft

Forschungsleitfragen

Das Forschungsvorhaben befasste sich mit folgenden Forschungsfragen, die in den Planspielen und mit wissenschaftlichen Expertisen bearbeitet wurden:

  • Wie sind die quantitativen und qualitativen Zielformulierungen der nationalen Ebene in die Ebene der Städte und Regionen umsetzbar?
  • Wie können die Grundgedanken einer Flächenkreislaufwirtschaft in den Städten und Regionen kommuniziert werden?
  • Wie verhalten sich die flächenrelevanten städtischen und regionalen Akteure in Bezug auf Ziele und Strategien einer Flächenkreislaufwirtschaft?
  • Welche Rahmenbedingungen und Maßnahmen sind nötig, um erfolgreiches Flächenrecycling zu betreiben?
  • Wie kann eine handlungsleitende Strategie der Flächenkreislaufwirtschaft für die Kommunen und Regionen entwickelt werden?
  • Welche Schlussfolgerungen für Bund, Länder, Regionen und Kommunen sind aus den Planspielen für Rahmensetzungen und Instrumente im Sinne eines Policy-Mix für eine funktionierende Flächenkreislaufwirtschaft abzuleiten?

Die Antworten auf diese Leitfragen waren in besonderem Maße abhängig von den jeweiligen städtischen und regionalen Rahmenbedingungen wie z.B. Zielkonflikten zwischen Stadt und Umland, der Aufgabenverteilung in der Region, bestehenden Flächenressourcen bis hin zur Kompetenz und Innovationsfreudigkeit der beteiligten Akteure.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Dr. Fabian Dosch
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2160