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Modellvorhaben "Innovationen für familien- und altengerechte Stadtquartiere"

Gestaltung urbaner Freiräume – Öffentlicher Raum für alle Generationen

Der Themenschwerpunkt nimmt die Freiräume im Wohnumfeld der Stadtquartiere in den Blick. Hier geht es nicht um die herausgehobenen großen Plätze und Parks von gesamtstädtischer Bedeutung, sondern um die „Orte des Alltags“, an denen die Bürger sich aufhalten, begegnen, ihre Besorgungen erledigen und einen Teil ihrer Freizeit verbringen. Wohnen – insbesondere das städtische Wohnen – braucht diese Freiräume. Werden sie vernachlässigt, so trägt dies dazu bei, dass die Menschen sich in der Stadt nicht mehr wohl fühlen. Die Aufwertung der wohnungsnahen Freiräume ist damit ein wichtiger Baustein einer zukunftsfähigen Stadt­entwicklung.

Vielerorts sind die öffentlichen Räume heute durch die Verkehrs- und Siedlungsplanung begrenzt. Die geringen verbleibenden Flächen müssen dann viele Funktionen aufnehmen. Die Konsequenz sind Nutzungskonflikte sowie geringe Aufenthaltsqualitäten und Erlebnis­möglich­keiten. Die Lösungen gehen häufig zu Lasten der Schwächsten: von Kindern und Älteren. Ziel der Planung neuer Freiräume muss deshalb die Nutzbarkeit für verschiedene soziale Gruppen, die Aneignung und damit auch die Veränderbarkeit sein. Die Herausforderung besteht darin, für viele Funktionen offene und die Lebensqualität im Quartier fördernde Räume zu schaffen.

Durch wen, mit wem und mit welchen Mitteln können die Freiräume im Quartier gestaltet werden? Zeitgemäße Antworten auf diese Fragen können nur durch ein Zusammenwirken verschiedenster Akteure gefunden werden. Damit öffentliche Räume als attraktive Angebote wahrgenommen werden, ist eine integrierte Planung nötig: ein offener Prozess, der schon bei der Programmfindung beginnt, eine umfassende Vermittlung an alle Nutzer, eine qualitätvolle bauliche Lösung. Nutzungsqualitäten können so auch mit geringem finanziellem Aufwand entwickelt werden. Da die öffentliche Hand nicht mehr in der Lage ist, allen Anforderungen nachzukommen, stellt sich auch die Frage nach der Finanzierbarkeit des Um- und Ausbaus und der Unterhaltung. Hier ist eine Aktivierung und Beteiligung aller Quartiersakteure, junger und alter Bewohner ebenso wie der Gewerbe­treibenden nötig, die durch ihr eigenes Engagement, durch eine gemeinsame Planung und Realisierung ein Verantwortungsgefühl für ihr Quartier entwickeln. Es braucht neue Ideen und neue Partnerschaften, um einen solchen sozialen und räumlichen Gestaltungsprozess in Gang zu setzen.

Vertiefenden Untersuchungsfragen zum Themenschwerpunkt:
Gestaltung urbaner Freiräume – Öffentlicher Raum für alle Generationen

  1. Welche Erlebnis- und Nutzungsmöglichkeiten sowie Chancen zur Aneignung der Freiräume bieten die öffentlichen Räume im Quartier den verschiedenen Generationen beiderlei Geschlechtes und den unterschiedlichen Lebensstilgruppen?
  2. Wie können das Interesse und Engagement von Bürgern und anderen kulturellen oder unternehmerischen Akteuren an der Gestaltung des öffentlichen Raumes im Quartier verbessert werden?
  3. Welches sind die entscheidenden Initiatoren und Kümmerer für innovative Konzepte, Strategien und Initiativen?
  4. Wie ist die räumliche Zuordnung der Quartier prägenden Freiräume zu den Gemeinschaftseinrichtungen zu gestalten, so dass diese von den Menschen im Quartier gut erreicht werden können und zugleich die öffentlichen Räume beleben?
  5. Wie können die privaten Freiräume von Wohnanlagen oder die Innenbereiche der Blöcke in das System öffentlicher Räume einbezogen werden?
  6. Wie können eine Dominanz einzelner Funktionen beziehungsweise Interessengruppen vermieden, Nutzungskonkurrenzen geregelt und ein verträgliches Miteinander ermöglicht werden?
  7. Wie kann die Flexibilität für wechselnde Nutzungen – einschließlich der Möglichkeiten künstlerischer und experimenteller Ansätze – gesichert werden?
  8. Welche neuen Träger- und Kooperationsformen erweisen sich als vorteilhaft für die erfolgreiche Gestaltung und für die nachhaltige Akzeptanz, Unterhaltung und Nutzung der Freiräume?
  9. Welche rechtlichen Probleme und Lösungen ergeben sich für die Gestaltung attraktiver Freiräume im Stadtquartier?
  10. In welchem Umfang können Gestaltungsinitiativen im öffentlichen Raum die Identifikation mit dem Quartier verstärken, die Begegnung unterschiedlicher Kulturen und Lebensformen ermöglichen und zur Teilnahme auch an anderen bürgerschaftlichen Prozessen anregen?

Zusatzinformationen

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Kontakt

Iris Ammann
Referat II 12 - Wohnen und Gesellschaft
Tel.: +49 228 99401-1576
Stephan Willinger
Referat I 2 - Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-1275