Navigation und Service

Orte der Integration im Quartier

In acht Modellvorhaben wurden Bildungs- und Gemeinschaftseinrichtungen in benachteiligten Quartieren zu "Orten der Integration" qualifiziert. Dies gelang durch die Bündelung von Bildungsangeboten und den Aufbau von innovativen Netzwerken. In den Nachbarschaften und Quartieren wurden Strukturen und Maßnahmen unterstützt bzw. initiiert, um die Integrationserfolge zu verbessern. Stadtentwicklung und Bildungspolitik wurden dabei eng verknüpft.

Projektlaufzeit: September 2011 – Juli 2015

Ausgangslage

In vielen Städten haben sich Integrationsaufgaben in der Praxis zu stadtteilentwicklungspolitischen Handlungsfeldern entwickelt. Bund und Länder unterstützen vor allem mit der Städtebauförderung Konzepte und Maßnahmen für den sozialräumlichen Zusammenhalt.

Systematische Zusammenhänge zwischen Bildung, sozialer und ethnischer Integration sowie dem gebauten Lebensumfeld wurden empirisch bereits belegt. Nationale und europäische Berichte verdeutlichen die unzureichenden Bildungschancen in benachteiligten Stadtteilen. Die bisherigen Erfahrungen mit Modellkommunen im Rahmen des ExWoSt-Forschungsfeldes "Integration und Stadtteilpolitik" zeigen: Es ist wesentlich, soziale Infrastruktureinrichtungen in sozialräumliche Kooperations- und Entwicklungsansätze einzubinden.

Erfahrungen im Rahmen der Stadtentwicklungspolitik (u.a. Städtebauförderungsprogramm "Soziale Stadt") zeigen, dass die Öffnung von Schulen zum Wohnquartier im Sinne der Stadtteilschulen eine gute Voraussetzung für Bildung im Quartier ist. Dies fordert auch der nationale Integrationsplan. Verschiedene Beispiele aus der Praxis belegen, dass die Stärkung der Schulen als Orte der Begegnung und Integration gelingen kann. Neben Schulen und anderen Bildungseinrichtungen können aber auch Gemeinschaftshäuser, Mehrgenerationenhäuser und weitere Arten von Begegnungsräumen Anlauf-, Unterstützungs- und Vernetzungsfunktionen übernehmen.
Formelle und informelle Unterstützungsformen der Erziehung und Bildung ebenso wie der Aktivierung, Beratung und Qualifizierung gilt es also weiterzuentwickeln. Neben der Einbindung verschiedener Akteure kann dies darüber hinaus auch eine bauliche Erweiterung und Umgestaltung der Schulgebäude oder Gemeinschaftseinrichtungen im Umfeld erfordern. Für die bauliche Aufwertung der Infrastruktur sind neue Kooperationsformen gefragt: Innerhalb der Verwaltung und zwischen Kommune, freien Trägern, Vereinen, Stiftungen, privaten Unternehmen etc.; aber auch dem bürgerschaftlichem Engagement kommt eine wichtige Rolle zu.

Ziel

Ziel war es, die Kommunen im Rahmen des ExWoSt-Forschungsprojektes "Orte der Integration im Quartier" darin zu unterstützen, eine bessere Bündelung der Maßnahmen vor Ort zu erreichen. In den zu begleitenden Modellvorhaben wurden dafür konzeptionelle Grundlagen für den qualitätsvollen Ausbau der Infrastruktur und für innovative Trägerstrukturen in benachteiligten Wohnquartieren finanziell gefördert. Durch die Praxiserfahrungen konnten Wege aufgezeigt werden, wie die Qualifizierung von "Orten der Integration" gelingen kann, z.B.

  • durch Umgestaltung, Ausbau und Erweiterung von Schulgebäuden und sonstigen zentralen Bildungs- oder Gemeinschaftseinrichtungen,
  • durch neue Kooperationsformen innerhalb und außerhalb der Verwaltung, die Erprobung neuer Formen der Verbindlichkeit bei informellen Kooperationen (z.B. Absichtserklärungen) und quartiersbezogene Finanzierungsformen (beispielsweise Sozialraumbudgets / Verfügungsfonds),
  • durch neue Strukturen für bürgerschaftliches Engagement (Aufbau von Ehrenamtsstrukturen mit Einbindung von Vereinen und Migrantenorganisationen), Mentoren- und Patenprogramme,
  • durch neue Strukturen für freie Träger und Vereine (räumliche und inhaltliche Anbindung an vorhandene Orte der Integration),
  • durch Einbindung von Stiftungen und privaten Unternehmen.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes war empirica ag, Berlin.

Zusatzinformationen

Logo  Experimenteller Wohnungs- und Städtebau

Kontakt

Juliane Wagner
Referat I 4 - Städtebauförderung, Soziale Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2335