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Orte der Integration im Quartier

Konzept

Konzept

Im Forschungsfeld wurden acht Modellvorhaben zwischen Herbst 2011 und Sommer 2014 bei der Qualifizierung von Infrastruktureinrichtungen in benachteiligten Stadtteilen beraten und im Rahmen der Forschung begleitend untersucht. Daraus ergaben sich folgende zentrale Arbeitsschritte:

  • Wissenschaftliche Aufbereitung des Themas
    Mit der Auswertung verfügbarer wissenschaftlicher Studien, Gutachten und Konzepte wurden die vorhandenen Kenntnisse zum Thema Integration, Bildungs- und Stadtteilpolitik im Sozialraum strukturiert aufbereitet. Dabei galt es, wissenschaftlich belegte Zusammenhänge sichtbar zu machen, aber auch offene Fragen und bisherige Grenzen wissenschaftlicher Arbeiten aufzuzeigen.
  • Begleitung und Unterstützung der Modellvorhaben
    Ein wesentlicher Schwerpunkt der Arbeit im Forschungsfeld war die laufende Begleitung und Beratung der Kommunen und Projektträger im Prozess. Hierbei wurden vier Prozessphasen unterschieden: Bestandsaufnahme, Konzeptentwicklung und -abstimmung, Umsetzung von Maßnahmen, rückwirkende Bewertung/Reflexion.
  • Erfahrungsaustausch der Modellvorhaben
    Während der Programmlaufzeit fanden vier Erfahrungswerkstätten statt. Ziel war es, einen Diskussionsprozess und Erfahrungsaustausch der Modellvorhaben untereinander anzuregen. Die Erfahrungswerkstätten boten eine Plattform für das gegenseitige Lernen und Weitergeben von Erkenntnissen und Problemlösungsansätzen. Darüber hinaus wurden entsprechend den thematischen Schwerpunkten Experten aus Wissenschaft und Praxis sowie Vertreter von Kommunen, Landes- und Bundesebene zu den Erfahrungswerkstätten eingeladen.
  • Expertengespräch
    In einem Expertengespräch wurde mit Vertretern des Bundes und der Länder sowie Experten aus der kommunaler Praxis, Bildungseinrichtungen, Stiftungen, Projektpraxis etc. die Beantwortung der Forschungsleitfragen, Erfolgsfaktoren und die Übertragbarkeit der Strategien diskutiert. Während des Projekts fand ein kontinuierlicher Austausch mit Experten statt, um die Ergebnisse und Erfahrungen im Forschungsfeld zu reflektieren.
  • Öffentlichkeitsarbeit
    Das Forschungsfeld wurde von einer intensiven Öffentlichkeitsarbeit begleitet (u.a. mit Publikationen, im Internet und mit Fachveranstaltungen)
  • Auswertung der Erfahrungen und Erarbeitung von Handlungsempfehlungen
    Die Erfahrungen der Akteure vor Ort waren von großer Relevanz für die Beantwortung der Forschungsleitfragen. Die kontinuierliche Begleitung und detaillierte Analyse der bundesweiten Modellvorhaben ermöglichte Aussagen zu unterschiedlichen Formen der Qualifizierung von Infrastruktureinrichtungen im Quartier. Es wurden Hinweise zu den Anforderungen an die Einrichtungen selbst, aber auch zu den Akteuren und Kooperationsformen sowie zu Träger- und Finanzierungsmodellen erwartet (siehe Forschungsleitfragen). Im Ergebnis wurden gelungene, übertragbare Lösungsansätze dokumentiert, Hemmnisse aufgezeigt sowie Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Forschungsleitfragen

Für die Bearbeitung des Forschungsfeldes waren folgende Forschungsleitfragen maßgeblich:

  • Welche Anforderungen stellen sich in benachteiligten Quartieren an Bildungs- und Gemeinschaftseinrichtungen oder ähnlichen Institutionen als "Orte der Integration"?
  • Welche Maßnahmen und Akteursebenen sind notwendig, um entsprechende Einrichtungen als "Orte der Integration" erfolgreich zu entwickeln?
  • Wie können die vor Ort tätigen Organisationen (z.B. Schulen, Weiterbildungsträger, Migrantenorganisationen, Vereine, Stiftungen, private Unternehmen etc.) und Ehrenamtliche (z.B. Schüler, Eltern, Bürger) in diesen Prozess eingebunden werden?
  • Welchen Beitrag können öffentliche Förderprogramme, Stiftungen und private Unternehmen in diesem Zusammenhang leisten?
  • Welche Probleme treten bei der Entwicklung potenzieller "Orte der Integration" auf?
  • Welche Ziele werden in den Modellvorhaben gesetzt und mit welchen Indikatoren kann eine erfolgreiche Umsetzung des Konzeptes "Orte der Integration" gemessen werden? Lassen sich bereits erste Integrationserfolge abbilden?

Evaluation in den Modellvorhaben

In den einzelnen Modellvorhaben wurden Erfolge und Misserfolge sowie der Nutzen von Maßnahmen und Projekten bewertet und in den Gesamtzusammenhang der jeweiligen Quartiersentwicklung eingeordnet. Die Kommunen selbst hatten großes Interesse an der Evaluation als ein Baustein zur Steuerung der integrierten Quartiersentwicklung. Gleichzeitig lieferte die Evaluation wichtige Hinweise für andere Städte, Akteure und die Programmverantwortlichen in Bund und Ländern.

Zunächst wurden in allen Modellvorhaben die Ziele präzisiert. Hierfür wurden die Zielgruppen benannt und soweit möglich quantifiziert und gleichzeitig die erwarteten Erfolge bzw. Veränderungen beschrieben. Hieraus wurden für jedes Modellvorhaben eigene Maßstäbe und Bewertungskriterien ermittelt. Eine standardisierte Methode der Erfolgskontrolle war wegen der breit angelegten Modellvorhaben nicht sinnvoll. Die Evaluationen in den Modellvorhaben unterscheiden sich somit hinsichtlich der Indikatoren und methodischen Vorgehensweise.

Die Modellvorhaben sollten zudem kommunale oder eigene Instrumente und Methoden zur Evaluation nutzen. Der Aufwand sollte praktikabel bleiben, so dass die Instrumente und Methoden auch in anderen vergleichbaren Prozessen angewendet werden können. In dem ExWoSt-Forschungsfeld "Orte der Integration im Quartier" koordinierte die Forschungsassistenz die jeweiligen Ansätze, so dass auch bei unterschiedlichen Herangehensweisen vergleichbare Standards bei der Bewertung erreicht wurden.

Ein Schwerpunkt aller Modellvorhaben war z.B. die Verbesserung von Bildungschancen der Kinder und Jugendlichen in den jeweiligen Quartieren. Erfolgskriterien konnten dabei auf unterschiedlichen Ebenen erfasst werden, z.B. durch Indikatoren, die auf Individualdaten der Kinder beruhen oder auf einer systematischen Einschätzung von Personen, die professionell oder ehrenamtlich mit Kindern und Jugendlichen arbeiten (im Bereich Erziehung, Bildung, Freizeitgestaltung etc.). Auf Basis dieser Indikatoren erfolgten schließlich die Bewertungen zur Zielerreichung.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Juliane Wagner
Referat I 4 - Städtebauförderung, Soziale Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2335