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Modellvorhaben: PLATZprojekt, Hannover

Slogan: Do-ocracy now!

Eine Gewerbebrache soll zu einem städtischen Experimentierfeld für junge Menschen mit dem Fokus auf neue Unternehmensformen entwickelt werden.

PROJEKTDATEN
StadtHannover (500.000 Einwohner), Niedersachsen
ProjektnamePLATZprojekt
AkteureProjektgruppe: PLATZprojekt
TrägerPLATZprojekt e.V.
Informationplatzprojekt.de,
PLATZprojekt bei Facebook
KooperationspartnerStadt Hannover, Universität Hannover, Fakultät für Architektur und Landschaft
Kernthemen
  • Bottom-Up Standortentwicklung
  • Experimentelle Unternehmensentwicklung
  • Umgang mit Ressourcen und Nachhaltigkeit

Infoveranstaltung und Basisstation-Container Jugend.Stadt.LaborInfoveranstaltung und Basisstation-Container Quelle: Sven Kanslerski

Projektbeschreibung

Stadt als Experiment

Das PLATZprojekt ist ein städtisches Experimentierfeld für Menschen mit Ideen und Begeisterungsfähigkeit und ein Ort vielfältiger Möglichkeiten. Alternative Raumnutzungen, Finanzierungsansätze und Dialogformate werden erprobt und fließen in die Gestaltung einer neuen Gemeinschaft ein. Die Vorgeschichte und Erfahrung der Projektinitiatoren fußen auf der informellen Aneignung des Nachbargrundstücks und dessen Entwicklung zu einem Skatepark. So bildet das PLATZprojekt eine Weiterentwicklung dieser Aneignungshaltung und -praxis: Als konzeptioneller Leitgedanke liegt dem Projekt die "Do-ocracy" zugrunde, die davon ausgeht, dass jede/r alles kann, indem er/sie selbst entscheidet und danach handelt. Somit wird der PLATZ durch die Personen definiert, die ihn machen.

Die Aktivierung einer Gewerbebrache bietet jungen Kreativen und Start-ups ein offenes und innovatives Experimentierfeld. Rund um einen "Dorfplatz" sind die unterschiedlichsten Kleingewerbe und Sozialunternehmen, die sogenannten Pionierprojekte, entstanden: ein Nähatelier, ein offenes Tattoo-Studio, ein Massage-Container, ein Kleiderkabinett, eine Fahrradmanufaktur sowie eine Containerburg, in der eine offene Werkstatt und Ateliers mit Künstlerresidenzprogramm eingerichtet werden.

Einen gemeinsamen Ort entwickeln

Doch das PLATZprojekt lebt nicht nur durch die schrittweise Ansiedlung verschiedener Containernutzungen, sondern auch durch die Forschung von Struktur- und Gemeinschaftsbildung und alternativen Nutzungsformen eines Freiraumes. Das Neue wird gesucht und verschiedene Möglichkeiten ausgetestet, um gemeinsam Strategien für einen "alternativen Marktplatz" in der Stadt entstehen zu lassen. Das PLATZprojekt bereichert den Bezirk und die Stadt um neue unternehmerische Formen und ein kulturell und sozial vielfältiges Angebot.

Wirkung und Werte

Die Wirkung des PLATZprojektes reicht mittlerweile über die Grenzen des Stadtteils hinaus. Es ist eine neue städtische Gemeinschaft entstanden, die bei der Stadtverwaltung Anklang findet und einen wichtigen Beitrag zur jungen und experimentellen Kultur in der Stadt leistet. Das PLATZprojekt wird von der Stadt Hannover schon heute als Best Practice-Projekt für nutzergetragene Stadtentwicklung beworben.

Pionierprojekte und Start-Ups

Bar LABABA

Der Doppelcontainer war einer der ersten auf dem PLATZ. Er wurde den jungen Akteuren vom Schauspiel Hannover gespendet und zu einer Bar ausgebaut. Auf dem Dach des Containers entstand eine Terrasse, die als Treffpunkt und Versammlungsort funktioniert. Inzwischen ist die Bar um einen Container erweitert worden und bietet durch einen erneuten Umbau neue Möglichkeiten. Sie ist auch der Ort, an dem sich die Kerngruppe trifft.

PlatzGarten

Ein Raum für alle, deren Fensterbank für Gurken, Bohnen und Co. zu klein ist - der Garten wird stetig durch alle mit einem grünen Daumen erweitert.

Containerburg

Ein Komplex bestehend aus sieben Containern mit Dach, Treppe und Balkon befindet sich im Ausbau. Hier soll das PLATZ-Büro eingerichtet werden, sowie eine große Werkstatt und Arbeitsplätze. Die Projektgruppe möchte auch ein Residenzprogramm ins Leben rufen und Ateliers monatsweise an Gastkünstler/-innen vermieten.

Café Laura Palmer

Das Café Laura Palmer bietet in regelmäßigen Abständen Leckereien an und möchte Besuchern den Aufenthalt auf dem Platz versüßen und das Gemeinschaftsgefühl stärken.

NÄHplatz

Der NÄHplatz wurde per Los in 2014 ausgewählt. Im Nähcontainer ist ein Co-working Atelier entstanden, in dem Kleidung geschneidert wird.






Fahrradmanufaktur Gebrüder Höing-PirateCyclex

Eine junge Fahrrad-Manufaktur startet auf dem Platz in die Selbstständigkeit und ist spezialisiert auf Rahmenbau.

OpenInk

Der OpenInk Container ist ein offenes Studio für Tattookünstler/-innen. Diese erhalten hier die Möglichkeit, den Container für einen bestimmten Zeitraum (Stunden/Tage) zu nutzen. Das Studio wird somit geteilt und Kosten minimiert.

Übersee

In zwei aneinandergesetzten Containern gründet sich ein Büro-Kollektiv für planerische Tätigkeiten in den Bereichen Architektur, Stadtplanung, Kunst, Kultur und Grafikdesign.

Kleiderkabinett

Die Bibliothek für Kleidung richtet sich an individuelle als auch an professionelle Nutzer, aus dem man meistens anders heraustritt, als man hinein gegangen ist.

Massagecontainer

Die Massagebox ist ein Raum für Massage und Meditation. Finanziert über eine Crowdfunding-Aktion ist das Projekt als Coworking Space sowohl für Nutzer als auch Anwender angelegt. Darüber hinaus werden Fortbildungen und Workshops angeboten.

Kinderwagen

Der Kinderwagen ist ein Wohnmobil, in dem eine junge Frau Spielmöglichkeiten für Kinder und einen Ort des Austauschs für Mütter geschaffen hat. Die junge Akteurin hat guten Kontakt zur Flüchtlingsinitiative im Kiez und integriert junge Mütter mit Fluchthintergrund mit ihren Kindern in das Projekt. 2015 erhielt der Kinderwagen einen Preis des Campusradios "Ernst.FM" für das soziale Engagement in der Region Hannover.

Almost Art – PLATZsouvenirkiosk und Manufaktur

Hier werden Souvenirs, Accessoires und Merchandises vom PLATZ und von Projekten auf dem PLATZ produziert und verkauft.

Forschung

Im Rahmen des Forschungsfeldes steht das PLATZprojekt für einen ergebnisoffenen Entwicklungsansatz, in dem der Laborgedanke zentral verankert ist. Das Projekt beruht auf einer integrierten Gesamtstrategie, die neben der schrittweisen Ansiedlung verschiedener Nutzungen, einen Schwerpunkt auf das Experimentieren mit neuen Unternehmens- und alternativen Nutzungsformen legt. Darüber hinaus wird ein Informationsaustausch über Projekte, Beteiligungsmöglichkeiten, Arbeitsmethoden und spezifische Rahmenbedingungen angestrebt. Durch die Pionierprojekte neugewonnener Akteure/-innen werden Dialogformate und innovative Finanzierungsmethoden erprobt. Der PLATZ bietet einen geeigneten und inspirierenden Rahmen für innovative Start-Ups und Unternehmen der Kreativbranche. Aus dem Prozess sind verschiedene Produktinnovationen wie z. B. ein Stützensystem zum Versetzen und Stapeln von Containern und ein Ausleihsystem für Maschinenwerkzeuge hervorgegangen.

Das PLATZprojekt ist in folgende übergeordnete Forschungsthemen einzuordnen: "Nachbarschaften" (Lebensraum Stadt), "Schöner Wohnen – leben an unmöglichen Orten" (Hostel-Projekt) und "Neue Ökonomien und Ökologien" (niedrigschwellige Kreativwirtschaft, Container-Sharing, Ressourcen gemeinschaftlich nutzen), "Stadt als Klassenzimmer" (Bildung in Containern).

Internetseite zum Projekt

platzprojekt.de

Zusatzinformationen

Logo  Experimenteller Wohnungs- und Städtebau

Kontakt

Stephanie Haury
Referat I 4 - Städtebauförderung, Soziale Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2308
Stephan Willinger
Referat I 2 - Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-1275

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