Navigation und Service

Fallstudiengestützte Expertise "Klimaanpassungsstrategien zur Überflutungsvorsorge verschiedener Siedlungstypen"

Extreme Wetterereignisse wie Starkregen sowie Trockenheits- und Hitzeperioden stellen die Städte zunehmend vor große Herausforderungen. Negative Begleiterscheinungen erfordern ein gesamtstädtisches, vorsorgendes Siedlungswassermanagement. Die fallstudiengestützte Studie zeigt auf, wie sich die Städte auf häufigere und verstärkte Überflutungs- und Trockenheitsereignisse vorbereiten können und wie die Siedlungswasserwirtschaft zu einem integrierten Bestandteil der Stadtentwicklung werden kann.

Projektlaufzeit: November 2012 - Dezember 2014

Anlass
Der Klimawandel sorgt für zunehmende Extremwetterereignisse mit Starkniederschlägen und langen Hitzeperioden. Städte und städtisch geprägte Regionen sind für die Auswirkungen von Wetterextremen besonders anfällig, da diese hier zu immensen materiellen Schäden an Infrastruktur und Gebäuden führen und viele Menschen in Gefahr bringen. Zudem potenzieren der hohe Versieglungsgrad und die dichte Bebauung in hoch verdichteten Gebieten das Auftreten von urbanen Überflutungen, Hitzestaus und Trockenheit.

Heftige, häufig lokal bzw. regional begrenzte Regenfälle belasten die Kanalisation und Vorflut bis zum Überstauen oder können von diesen gar nicht erst aufgenommen werden, so dass Regenwasser unkanalisiert und teilweise sturzflutähnlich abfließt und Geländesenken, Einstaubereiche, Keller, Straßenunterführungen oder auch U-Bahntunnel überflutet. Solche Extremregenereignisse traten in den vergangenen Jahren häufiger auf.

Darüber hinaus führen Hitzewellen, wie etwa im Sommer 2003, zu Phasen langanhaltender Trockenheit und vor allem in hochverdichteten Innenstädten zu Aufheizungen, die nicht mehr durch nächtliche Abkühlung ausgeglichen werden. Lange Hitzephasen führen zu Schäden an der städtischen Infrastruktur, verursachen enorme gesundheitliche Belastungen und können – wie im Fall der sommerlichen Extremhitze im Jahr 2013 - auch zu Todesopfern führen.

Diese bereits beobachteten und nach den Zukunftsprognosen vermehrt auftretenden Wetterextreme machen einen sensiblen und zukunftsgerichteten Umgang mit dem Regenwasser in der Stadt erforderlich. Die wassersensible Stadtentwicklung ist sowohl für wachsende Städte mit dem Primat der Innenentwicklung als auch für schrumpfende Regionen mit knappen Ressourcen eine Herausforderung.

Eine wassersensible Stadtentwicklung ist darauf ausgerichtet, gesamtstädtisch im Siedlungsbestand bestehende Vulnerabilitäten (Verwundbarkeiten) und Schadenspotenziale aus extremen Niederschlägen durch verstärkte Integration von Stadtentwicklung und Siedlungswasserwirtschaft zu verringern.

Zahlreiche Akteure aus Politik, Verwaltung und Verbänden haben den Handlungsbedarf bereits erkannt. Die Projektansätze und die Umsetzung vorsorgender Maßnahmen stoßen in der Praxis aber noch auf vielen Ebenen auf Hemmnisse und mangelnde Akzeptanz. Solange keine Schäden eingetreten sind, wird das Thema aus dem politischen und administrativen Alltag ausgeklammert.

Wesentliche Gründe sind, dass die Klimaanpassung (noch) keine Pflichtaufgabe ist und andere Aufgaben (vermeintlich) drängender erscheinen. Auch sind die rechtlichen Rahmenbedingungen und Handlungsspielräume sowie die Instrumente und guten Projektbeispiele, die es bereits gibt, oft noch zu wenig bekannt. Dies gilt auch für kommunale Fallbeispiele zur Überflutungsvorsorge und zur wassersensiblen Stadtentwicklung.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes waren bgmr Landschaftsarchitekten, Berlin (V-Prof. Dr.-Ing. Carlo W. Becker, Dipl.-Ing. Sven Hübner) sowie die Ingenieurgesellschaft Prof. Dr. Sieker mbH, Hoppegarten (Prof. Dr.-Ing. Heiko Sieker, Dr.-Ing. Stefano Gilli, Dipl.-Ing. Mike Post)

Zusatzinformationen

Logo  Experimenteller Wohnungs- und Städtebau

Kontakt

Dr. Fabian Dosch
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2160