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Gartenstadt 21 – ein neues Leitbild für die Stadtentwicklung in verdichteten Ballungsräumen – Vision oder Utopie?

Ergebnisse

10 Thesen zur Gartenstadt21 grün-urban-vernetzt

Die, im Rahmen der Untersuchung entwickelten 10 Thesen für eine "Gartenstadt21 grün-urban-vernetzt" beschreiben prozesshafte und funktionale Qualitäten einer nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung. Diese Thesen bildeten die Grundlage für die vertiefende Untersuchung im Rahmen des Zukunftslabors.
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10 Thesen der Gartenstadt 21

  1. Die Gartenstadt21 ist durch gemeinschaftliche Organisations- und Finanzierungsmodelle geprägt, welche ihre Entwicklung und dauerhafte Pflege sicherstellen
  2. Die Gartenstadt21 ermöglicht anpassungs- und tragfähige Modelle der allgemeinen Mitwirkung und Teilhabe zu entwickeln und zu verstetigen
  3. Die Gartenstadt21 bewirkt eine Qualifizierung und Vernetzung vorhandener Siedlungs- und Freiraumstrukturen in der Großstadtregion
  4. Die Gartenstadt21 verfügt über stadträumliche Qualitäten, bei denen eine hohe bauliche Dichte und öffentliche Freiräume in einem angemessenen Verhältnis zueinander stehen
  5. Die Gartenstadt21 bietet eine attraktive "Grüne Infrastruktur", im Sinne von differenzierten öffentlichen Freiräumen mit unterschiedlichen Funktionen
  6. Die Gartenstadt21 ist klimaangepasst und energieoptimiert
  7. Die Gartenstadt21 bietet vielfältige bezahlbare Wohnangebote für verschiedene soziale Gruppen
  8. Die Gartenstadt21 berücksichtigt neue Formen des Arbeitens sowie die Prinzipien der Kreislaufwirtschaft gleichermaßen
  9. Die Gartenstadt21 verfügt über verschiedene öffentliche und soziale Einrichtungen für Menschen unterschiedlichen Alters und Herkunft
  10. Die Gartenstadt21 ist durch ein vernetztes Mobilitätsangebot geprägt und trägt hierdurch zu einer Reduzierung der Verkehrsbelastung bei

Erkenntnisse aus dem Zukunftslabor

Während des Zukunftslabors entwickelten die Teilnehmer jeweils für einen der drei Raumtypen Visionen für die Gartenstadt21: "Metrozone", "Zwischenstadt" und "Stadtrand". Die hier entwickelten Ansätze werden am 2. März 2017 in Berlin bei einer Fachtagung öffentlich präsentiert. (>> weitere Informationen)

Die Ergebnisse der drei Bearbeitungsteams bestätigen die These, dass es sich bei der Gartenstadt21 um ein Modell handelt, dem heute auch trotz oder gerade wegen neuer Herausforderungen wieder eine hohe Bedeutung zukommen kann. Der Einsatz neuer Prozesse und Methoden in der Stadtentwicklung – insbesondere neuer Instrumente des Umgangs mit Grund und Boden –, die Vernetzung der verschiedenen Funktionen, die Rolle von Grün- und Freiräumen für die Lebensqualität sowie die Einbeziehung informeller Prozesse und die vorausschauende Berücksichtigung möglicher zukünftiger Anforderungen sind auch heute wichtige Themen in der Stadtentwicklung.

Dabei wurde deutlich, dass das Modell der Gartenstadt21 keinesfalls nur große, funktionsgemischte Neubausiedlungen am Rande großer Ballungsräume umfasst, sondern vor allem die Transformation monofunktionaler oder zersiedelter Stadt- und Landschaftsräume in den Fokus nimmt. Diese werden mit sozialen, funktionalen, ökologischen oder ökonomischen Qualitäten angereichert und im Sinne einer Gartenstadt21 weiterentwickelt.

Um die Gartenstadt21 umzusetzen, entwickelte das "Team Zwischenstadt" (yellowz, urbanista, ARGUS, lad+ mit Andreas Nütten und Guido Spars) die Idee eines deutschlandweit aufgelegten Fonds, der frei werdende Grundstücke erwirbt und für die Stadtentwicklung vorbereitet. Dieser Fonds dient dazu, zumeist unterentwickelten oder brachliegenden Boden in den Sonderzonen "Zwischenstadt" zu kaufen und zu halten. "Gespeist wird der Fonds aus freiwilligen Einzahlungen Privater im Rahmen ihrer Altersvorsorge (dritte Säule der Vorsorge). Die Anteilseigner sparen in diesem Fonds ihre Altersvorsorge an, die sie sich dann zum Zeitpunkt des Renteneintritts als Gesamtsumme oder in monatlichen Rentenzahlungen wieder auszahlen lassen können. […] Der vom Fonds erworbene Boden wird vorbreitet oder erschlossen und entweder über Erbpachtverträge an Bauwillige verpachtet oder auch verkauft. Der Fonds erwirtschaftet die notwendige Rendite aus den regelmäßigen Erbpachtzahlungen der Pächter, aus den Wertzuwächsen der angekauften Grundstücke (durch Planung, Infrastruktur etc.) und aus zwischenzeitlichen Verkäufen von Liegenschaften an interessierte Käufer" (aus Ergebnis Zukunftslabor "Team Zwischenstadt").

Grafische Darstellung zum Ergebnis Zukunftslabor Team Zwischenstadt Gartenstadt 21 – ein neues Leitbild für die Stadtentwicklung in verdichteten Ballungsräumen – Vision oder Utopie?Ergebnis Zukunftslabor Team Zwischenstadt Quelle: BPW baumgart+partner

Das "Team Stadtrand" (cityförster, freiwurf, landinsicht) sieht neben rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen die zentrale Rolle der Entwicklung bei einer "Stadtrandagentur" und einem Beirat. Die Agentur hat die Aufgabe, "Kraftfelder" der Stadtentwicklung zu identifizieren, an denen die Entwicklung der Gartenstadt ansetzen kann. Schlüsselakteure der Stadtentwicklung können "das Zustandekommen einer Gartenstadt befördern […], nicht nur indem sie Grund und Boden bereitstellen, Finanzen einsetzen, bauliche Hüllen produzieren. Es braucht auch jene, die durch ihr persönliches Aktivwerden am Ort zum Aufbau einer Ortsidentität beitragen." Dazu gilt es "jene für den Prozess zu gewinnen, die schon dort wohnen, arbeiten oder sich erholen. Stadt weiterbauen berührt immer auch deren Interessen. Es geht nicht einfach darum, Akzeptanz bei diesen Personen zu wecken, sondern auch nach deren Interessen zu fragen. […] Zu alledem bedarf es umfassender Recherche-, Informationsarbeit und vieler Konsultationen, Beratungen" (aus Ergebnis Zukunftslabor "Team Stadtrand").

Grafische Darstellung zum Ergebnis Zukunftslabor Team Stadtrand Gartenstadt 21 – ein neues Leitbild für die Stadtentwicklung in verdichteten Ballungsräumen – Vision oder Utopie?Ergebnis Zukunftslabor Team Stadtrand Quelle: BPW baumgart+partner

Das "Team Metrozone" (TOPOTEK 1, HHF Architekten, Transsolar, Hoffmann-Leichter) sieht in den Landschaftsräumen der Metrozone das zentrale Potenzial für die Entwicklung de Gartenstadt21. Diese bilden das grüne Rückgrat der Gartenstadt 21. "Fest umrissene etablierte Erholungsräume wie Waldstücke oder Friedhöfe bleiben in ihrem Bestand als fixe Elemente des Grüngürtels gewahrt. Hauptinterventionsbedarf besteht in den Grünräumen, die sich zwischen den einzelnen Siedlungsbereichen befinden. Sie werden sukzessive funktional qualifiziert und übernehmen wichtige Aufgaben bei der Entwicklung der Metrozone. […] Ziel ist die Ausbildung eines funktional differenzierten Grüngürtels, der die heterogenen Siedlungsbereiche miteinander verbindet und unterschiedliche räumliche Qualitäten und Identitäten aufweist. […] Die Grünbereiche dringen in die Siedlungsräume ein und verzahnen sich mit diesen (aus Ergebnis Zukunftslabor "Team Metrozone").

Grafische Darstellung von Grünbereichen die in die Siedlungsräume eindringen und sich mit diesen verzahnen Gartenstadt 21 – ein neues Leitbild für die Stadtentwicklung in verdichteten Ballungsräumen – Vision oder Utopie?Ergebnis Zukunftslabor Team Metrozone Quelle: BPW baumgart+partner

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Thesen zur "Gartenstadt 21 grün – urban – vernetzt"


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Bastian Wahler-Żak
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