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Gartenstadt 21 – ein neues Leitbild für die Stadtentwicklung in verdichteten Ballungsräumen – Vision oder Utopie?

Die aktuellen Herausforderungen der Stadtentwicklung in Ballungsräumen sind vielfältig und komplex und zunehmend mit dem Wunsch nach neuen Formen des städtischen Lebens verbunden, die Parallelen zur Gartenstadtbewegung des frühen 20. Jahrhunderts aufweisen. Dies legt die These nahe, dass einigen der damaligen Ideen heute wieder eine neue Bedeutung zukommt. Inwieweit der Gartenstadtgedanke von damals auf die Stadtentwicklung in Ballungsräumen von heute übertragbar ist, soll in einem Zukunftslabor untersucht und visualisiert werden. Ziel ist es dabei, den Blick vom heute "Machbaren" zu lösen, um neue Denk- und Lösungsansätze zu ermöglichen.

Projektstart: November 2015

Aktuell
Fachveranstaltung Gartenstadt21 grün-urban-vernetzt
Die Fachveranstaltung des BBSR und des BMUB fand am 2. März 2017 im Ernst-Reuter-Haus in Berlin statt.
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Ausgangslage

Gerade in wachsenden Stadtregionen führen der mit der anhaltenden Zuwanderung steigende Bedarf nach Wohnraum sowie das wachsende Bewusstsein der Notwendigkeit einer nachhaltigen Flächeninanspruchnahme zu vermehrten Nutzungskonflikten und -konkurrenzen um die endliche Ressource Fläche. Der Notwendigkeit, Flächen für die Erholung der Bevölkerung zu sichern und für die Anpassung an den Klimawandel zu schonen, steht das Erfordernis gegenüber, weitere Neubaugebiete zu entwickeln. Solchen Konflikten soll stellenweise mit einem besonders hohen Grünanteil der neuen Baugebiete begegnet werden.

Gleichzeitig stehen bewährten pragmatischen Ansätzen der Flächenentwicklung durch Bauträgermodelle zunehmend alternative Ansätze gegenüber. Neue Modelle des gemeinschaftlichen Zusammenlebens und die Gründung neuer oder die Kooperation mit bestehenden Genossenschaften bilden Alternativen für eine stetig wachsende Bevölkerungsgruppe.

Diese Entwicklungen legen den Gedanken nahe, dass die Reformideen der Gartenstadt aus dem frühen 20. Jahrhundert (Stadterweiterungen und -ergänzungen mit angemessenen Dichten, differenzierten Freiräumen und geordneten Verkehrsverhältnissen sowie einem besonderen Stellenwert der Gestaltung und Blickbeziehungen unter Berücksichtigung der Bezahlbarkeit bzw. des Gemeinschaftseigentums und der Verbindung von Stadt und Land) auch heute wieder einen wachsenden Stellenwert erfahren.

Ziel

Im Vorhaben wird zunächst geprüft, inwieweit die gesellschaftspolitischen, funktionalen, sozialökonomischen und stadtgestalterischen Ansätze der ursprünglichen Gartenstadtidee von Ebenezer Howard sowie einzelne auf diesen Überlegungen basierende Stadtentwicklungsbeispiele als Antwort auf aktuelle Herausforderungen übertragbar sind. Zusätzlich untersucht die Studie, welchen Beitrag diese Ansätze und Beispiele zur Sicherung von Qualitätsmerkmalen in Sinne einer integrierten Stadtentwicklung in den Ballungsräumen leisten können.

Auf dieser Basis sollen künftige Visionen zur "Gartenstadt 21" entworfen werden und kraftvolle Bilder entstehen, als Grundlage für einen breiten Diskurs über eine mögliche Entwicklung in verdichteten Ballungsräumen.

Das Thema der Weiterentwicklung von städtischen Grünräumen spielt in diesem Zusammenhang eine zentrale Rolle. Die Ergebnisse werden in den Weißbuchprozess des Forschungsclusters "Grün in der Stadt" einfließen.

Folgende Forschungsfragen leiten die Studie:

  • Welche grundlegenden Prinzipien des Gartenstadtgedankens lassen sich aus der Entwicklung und Umsetzung dieses städtebaulichen Leitbildes bis heute erkennen und festlegen? Welche baulich-räumlichen, ökonomischen und gesellschaftlichen Prinzipien haben sich durchgesetzt, welche wurden verworfen?
  • Sind die planerisch-funktionalen, gesellschaftlichen und ökonomischen Ansätze der historischen Gartenstadt zum Umgang mit Großstadtwachstum auf die heutigen/zukünftigen Herausforderungen (im weitesten uns möglichen Denkhorizont) übertragbar?
  • Was können wir aus der Historie der Gartenstadtbewegung mit Blick auf die städtebaulichen Qualitätsmerkmale sowie die damaligen sozial- und bodenreformerischen Ansätze zum Einhalt von Spekulation und sozialer Ungleichheit für die Zukunft weiterentwickeln? Welche neuen Denkansätze sind hierfür notwendig?
  • Können die Leitgedanken der historischen Gartenstadt durch eine "Neuinterpretation" Ansätze für die Stadtentwicklung in verdichteten Ballungsräumen im Sinne von Qualitätsmerkmalen aufzeigen? Sind die gesellschaftspolitischen Ansätze zur Aufhebung des Gegensatzes von Land und Stadt auf die heutige Zeit übertragbar und wenn, wie könnten sie aussehen? Wie wirkt sich dies auf die Gestaltung der gebauten Umwelt aus?
  • Welche visionären Bilder der Stadt von morgen lassen sich aus dieser Untersuchung ableiten und haben die Kraft, die künftige Auseinandersetzung über die "Gartenstadt 21" zu befeuern?


Zusatzinformationen

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Kontakt

Bastian Wahler-Żak
Projektgruppe ZIP: Zukunftsinvestitionsprogramm
Tel.: +49 228 99401-1326