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Kreative Nutzung von Freiräumen in der Stadt - Freiraumfibel

Veranstaltungen

Expertenwerkstatt am 27. und 28. Mai 2015, Berlin

Die Werkstatt fand im "Hidden Institute" in Berlin-Neukölln statt. Hier wurden junge Projektmacher und Projektmacherinnen, Vermittelnde sowie Expertinnen und Experten aus den Bereichen Verwaltung, Planungsrecht, Gesellschaftsrecht und Jugendarbeit zusammen gebracht. Ziel war es, Inhalte für die Freiraumfibel zu erarbeiten.

Anhand von Beispielprojekten wurden bestehende und mögliche Strategien und Herangehensweisen zur Entwicklung von Freiraumprojekten für Jugendliche herausgearbeitet. Das Spektrum der gewählten Fallbeispiele reichte dabei von temporärer Aneignung wie bei Spontanpartys, über die Umnutzung von Alltags- und Straßenräumen bis hin zur Entwicklung ganzer Areale und Flächen nach eigenen Vorstellungen. Sie wurden im Rahmen einer im Vorfeld durchgeführten Forschungsreise durch den Auftragnehmer Stadtstattstrand besucht und analysiert:

  • Platzprojekt/ 2erSkate, Hannover
  • Baywatch – Raum für Experimentelle Architektur und Permakultur, Bremen
  • Baustück – Wedding, Berlin
  • Blumenpott, Witten
  • Strandgut, Erfurt
  • Andere Formen der Raumaneignung wie Spontanpartys, Mobiles Kino oder Jump & Shuffle Meetups

Drei Themen zur Entwicklung und Umsetzung einer eigenen Nutzungsidee durch junge Menschen im Stadtraum bildeten die Ausgangslage. Sie wurden in zwei Sitzungen mit Fokus auf die inhaltliche Gestaltung der Fibel diskutiert.

Orte und Flächen

Zu Beginn jeder Nutzung stellt sich die Frage nach dem Ort. Wie wird ein Ort gefunden? Worauf gilt es zu achten? Welche Instrumente gibt es um diesen Prozess einfacher zu machen? Was kann (jugendlichen) Akteurinnen und Akteuren dabei helfen, möglichst einfach eine geeignete Fläche und die richtigen Ansprechpartner für ihr Vorhaben zu finden?

Machen und Tun

Wie lassen sich Gesetzeslücken geschickt nutzen? Wie kann man mit Gesetzen kreativ umgehen - beispielsweise durch Benennung einer Skatebowl als befahrbares Kunstwerk - und dabei alle rechtlichen Fragen im Blick behalten?

Bauen und Nutzen

Die Motivation nimmt schnell ab, wenn sich junge Akteure und Akteurinnen mit Bauordnungen, Baugenehmigungen, Standsicherheit, Paragraphen und Antragsschleifen beschäftigen müssen. Wie kann man etwa Jugendlichen den Paragraphen §61 MBO (Musterbauordnung – "Verfahrensfreie Bauvorhaben") erklären, ohne sie zu überfordern? Wie lässt sich bei Freiraumprojekten der Spielraum innerhalb der Bauordnung erweitern und der Genehmigungsaufwand für Akteure und die Verwaltung verringern? Gibt es Möglichkeiten, Kosten und Zeitaufwand für Bauvorhaben einzuschränken?

Resultate der Werkstatt - Ableitungen für die Fibel

Die Aufgabe der Freiraum-Fibel besteht darin, das deutsche Rechtssystem in Bezug auf Freiraumprojekte und die für Projektmacher und Projektmacherinnen relevanten Rechtsinstrumente aufzuzeigen und zu entschlüsseln. Sowohl den Planenden, aber auch Verwaltungen soll eine Grundlage gegeben werden, wie sie innerhalb der rechtlichen Rahmenbedingungen möglichst flexibel handeln können. Dabei steht die Nutzung der jeweiligen Rechtslage als unterstützendes Werkzeug zur planungssicheren Umsetzung des eigenen Vorhabens im Vordergrund. Ein Einblick in bestehende Verwaltungsstrukturen der Kommunalverwaltung und entscheidende Argumentationsketten für alle Beteiligten (also Akteure, Stadtverwaltung, Nachbarschaft) ermöglichen einen Perspektivwechsel.

Neben diesem Überblick müssen für den Projektverlauf relevante Paragraphen, Gesetze und Normen strukturiert und leicht verständlich aufgezeigt werden. Haftungs- und Versicherungsfragen müssen erläutert und ein Bewusstsein für den Umgang mit möglichen Gefahren im Prozessverlauf bei allen Beteiligten geschaffen werden.

Das Bauordnungs- und Bauplanungsrecht ist in seiner Komplexität schwer abzubilden. Eine Einführung in den Wirkungsbereich, die technischen Baubestimmungen sowie die Unterscheidung der Bauwerke in bauliche Anlagen, Gebäude oder fliegende Bauten ist unerlässlich. Der Fokus liegt auf der Anwendung des §61 MBO "Verfahrensfreie Bauvorhaben", ergänzt wird die Fibel um Informationen rund um das Thema der Bauantragsstellung.

Die ausführliche Dokumentation der Werkstatt finden Sie auf den Internetseiten von Stattstadtstrand

BBSR_Experteninnenwerkstatt_Mai-2015.pdf

Zusatzinformationen

Logo  Experimenteller Wohnungs- und Städtebau

Kontakt

Stephanie Haury
Referat I 4 - Städtebauförderung, Soziale Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2308
Stephan Willinger
Referat I 2 - Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-1275