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Smart Cities – Verkehrlich-städtebauliche Auswirkungen des Online-Handels

Konzept

Die Studie untersucht die möglichen Auswirkungen des Online-Handels auf Logistik, Verkehr und Städtebau. Konkret sollen die folgenden Forschungsleitfragen beantwortet werden:

Verkehr und Logistik

Welche Effekte auf Verkehr und Verkehrsströme sind durch die Umsatzverlagerung auf den Online-Handel prinzipiell möglich?

Wie wird sich parallel dazu der KEP-Markt entwickeln und welche verkehrlichen Auswirkungen sind davon zu erwarten?

Welche Auswirkungen ergeben sich durch Strategieänderungen des Online-Handels und welche Lieferstrategien verfolgen die Zusteller?

Welche Fahrzeuge und Technologien sollen eingesetzt werden und: Gibt es ein Potenzial für Lastenräder?

Welche Warengruppen werden beim Online-Handel von wo nach wo transportiert und wie haben sich diese Transportströme in den letzten Jahren entwickelt?

Welche räumlich differenzierten Auswirkungen sind durch den Online-Handel im Einkaufs- und Freizeitverkehr zu erwarten?


Städtebau

Welche städtebaulichen Veränderungen können durch die veränderten Verkehrsströme entstehen und welche werden durch die KEP-Dienste in unterschiedlichen räumlichen Strukturen ausgelöst?

Steigt der Flächenverbrauch durch neue Logistikzentren, Packstationen, Postboxen und Verkehrsinfrastruktur?

Welche Infrastrukturen werden aus städtebaulicher Sicht für den Online-Handel benötigt?

Sind neue städtebaulich relevante Auswirkungen, etwa aufgrund neu eingesetzter Technologien, zu erwarten?


Zur Bearbeitung dieser Fragen gliedert sich die Studie in fünf verschiedene Bausteine:


Theoretische Bestandsaufnahme (ab September 2015)

Grundlage für die Studie ist die theoretische Bestandsaufnahme zum Stand des Wissens durch eine systematische Literatur- und Internetrecherche nationaler und internationaler Markt- und Branchenanalysen, Fachdatenbanken, Forschungsberichte, Fachartikel, Diskussionspapiere, Modellprojekte und Fallstudien.

Alle relevanten Ergebnisse werden strukturiert aufbereitet. Daraus wird abgeleitet, wie Teilaspekte des Online-Handels und sich dadurch wandelnde Logistikkonzepte verschiedene Indikatoren des Verkehrs- und Siedlungssystems potentiell beeinflussen.

Empirische Bestandsaufnahme (ab März 2016)

Aufbauend auf der theoretischen Sammlung von Wirkungshypothesen werden im Anschluss so weit wie möglich auch quantitative Effekte abgeschätzt. Dazu werden verfügbare Datenquellen daraufhin untersucht, inwieweit mit ihnen Aussagen über den Online-Handel und seine Verkehre quantifizierbar sind.

Mit Hilfe statistischer Methoden wird anschließend geprüft, ob die die zuvor beschriebenen Kausalitäten hinsichtlich ihrer Wirkungsstärke und -richtung quantifiziert werden können .

Szenarien 2030 (ab August 2016)

Die so nachgewiesenen Zusammenhänge werden in drei Szenarien für das Jahr 2030 überführt, die mit Hilfe differenzierter Rahmenbedingungen unterschiedliche Zukunftsbilder entwerfen. Zum aktuellen Stand sind folgende Szenarien vorgesehen:

  • das Referenzszenario als Fortschreibung heute abzusehender Trends
  • das Szenario "Digitalisierung", bei dem der Online-Handel noch schneller an Bedeutung gewinnt und sich auf alle Warengruppen auf Kosten des stationären Handels verstärkt ausdehnt
  • das Szenario "Urbanisierung", bei dem eine wachsende Bedeutung städtischen Erlebens eine starke Nachfrage nach Nahversorgung induziert und den innerstädtischen Einzelhandel in hochverdichteten Gebieten stärkt

Expertenbeirat (projektbegleitend)

Ein Beirat von Experten aus Wissenschaft und Praxis wird die Arbeit beratend begleiten und die angewandten Methoden und die erzielten Ergebnisse mit dem Projektteam und dem Auftraggeber diskutieren.

Ableitung von Handlungsempfehlungen (ab Dezember 2016)

In der Abschlussphase werden zunächst die Chancen und Risiken des Online-Handels aufgezeigt. Darauf aufbauend wird formuliert, welche Effekte gestärkt und welche abgemildert werden sollten, um den induzierten Güterverkehr effizient und umweltgerecht abwickeln zu können.

Es wird benannt, mit welchen Instrumenten und in welchem zeitlichen Ablauf dies auf den unterschiedlichen Ebenen geschehen kann. Bestehender weiterer Forschungsbedarf und identifizierte Datenlücken werden ebenfalls herausgearbeitet.

Zusatzinformationen

Logo  Experimenteller Wohnungs- und Städtebau
Stephan Günthner
Referat I 5 - Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr
Tel.: +49 228 99401-2235
Dr. Bernd Buthe
Referat I5 - Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr
Tel.: +49 228 99401-2332