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Smart Cities – Stadtverkehr für übermorgen

Das Verkehrsgeschehen in deutschen Städten wandelt sich grundlegend. Insgesamt werden Verkehrsmittel flexibler genutzt (Inter- und Multimodalität, vermehrte Nutzung von Car-Sharing und Umweltverbund). Urbane Lebensstile rücken Umweltbewusstsein und individuelles Handelns in den Vordergrund, während gleichzeitig die Angebote attraktiver werden. Die zunehmende digitale Vernetzung wird die Mobilität von morgen maßgeblich beeinflussen (Smart Mobility).

Projektstart: Januar 2016

Ausgangslage

Die Bandbreite möglicher Entwicklungen ist riesig. So könnten Angebote entstehen, die den Umweltverbund attraktiver machen, wie z.B. verbesserte multimodale Routenplaner mit integrierten Nutzerpräferenzen und Störfallmanagement für ÖPNV-Nutzer.

Smarte Technologien könnten aber auch den motorisierten Individualverkehr attraktiver machen, z.B. durch autonome Fahrzeuge. Darüber hinaus ist es wahrscheinlich, dass sich die Fahrzeugflotte selbst verändern wird, z.B. mehr Elektroautos genutzt werden – und sich auch die Typologie "Auto" grundlegend ändern wird.

Offen bleibt, welche Effekte neue Technologien, Design und Funktionalitäten auf die Zukunft des Stadtverkehrs haben werden. Durch optimierte Steuerung könnte der motorisierte Individualverkehr ansteigen, ebenso gut könnte dies aber auch alternative Mobilitätsangebote stärken. Bisher wurde wenig reflektiert, wie diese Ansätze mit Datensicherheit und Persönlichkeitsrechten u.ä. vereinbar sind.

Die zu erwartenden soziopolitischen Implikationen von Smart Mobility stoßen gesellschaftliche Debatten und politische Entscheidungsprozesse an, deren Ausgang völlig offen ist. Es sind hier also gegenläufige und, insbesondere im globalen Kontext, auch ungleichzeitige Entwicklungen denkbar.

In der Summe können die unterschiedlichen Entwicklungen zu einem Umbruch im Stadtverkehr führen, mit veränderten Infrastrukturanforderungen (car-to-X-Infrastrukturen, Mobilitätsstationen), neuen Akteurskonstellationen (Datenlieferanten, Dienstebetreiber, Finanzierer, Nutzer), neuen Designs (ästhetisch und funktional gelungenen Ideen/Visionen) und neuen Aufgaben für die öffentliche Hand (Bereitstellung von Verkehrsdaten, Sicherung der technischen Infrastrukturen gegen Störungen – klimatisch oder terroristisch).

Das Forschungsprojekt berücksichtigt Zielhorizonte von 2045 bis 2065. Dies bedingt, dass zumindest zum jetzigen Zeitpunkt keine Denkbarrieren hinsichtlich realer Umsetzbarkeit oder notwendiger Rahmenbedingungen bestehen. Die Studie soll daher nicht nur die wahrscheinlichen Entwicklungen aufzeigen, sondern auch Visionen und Optionen von weitreichenden Entwicklungsmöglichkeiten und -impulsen neu entdecken und strukturieren.

Das Vorhaben ist dabei eingebunden in das Forschungscluster "Smart Cities", in dem die Konsequenzen der Digitalisierung auf die Stadtentwicklung untersucht werden sollen.

Ziel

Auf Basis aktueller Projekte, Konzepte, Designstudien und Visionen werden unterschiedliche Möglichkeiten künftiger Entwicklungen von Stadtverkehr identifiziert. Diese sollen hinsichtlich ihrer normativen Grundlagen, ihrer Anforderungen und ihrer Handlungs- und Gestaltungsmöglichkeiten analysiert werden. Abschließend werden die Ergebnisse strukturiert und handlungsorientiert aufbereitet.

Dabei geht es nicht um strenge Wissenschaftlichkeit und Bearbeitungstiefe im Detail, sondern um eine möglichst große Bandbreite denkbarer Positionen und Perspektiven. Entwicklungen und Hintergründe von Smart Mobility sollen aufgearbeitet werden, um Interessierte, Akteure und Entscheider für einen offenen, aber auch kritischen Umgang mit diesem komplexen Thema zu qualifizieren.

Zusatzinformationen

Logo  Experimenteller Wohnungs- und Städtebau

Kontakt

Thomas Wehmeier
Referat I 5 - Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr
Tel.: +49 228 99401-1235
Eva Schweitzer
Referat I 5 - Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr
Tel.: +49 228 99401-1654

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