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Konzepte für den Stadtverkehr der Zukunft

Die Stärkung der nachhaltigen Mobilität und die Integration von Verkehrsentwicklung und Stadtplanung ist eine kommunale Herausforderung und die Umsetzungserfolge sind bisher sehr unterschiedlich. Die systematische Analyse von kommunalen Verkehrskonzepten soll Erkenntnisse erbringen inwieweit diese Lösungsansätze bieten, um die Verkehrsinfrastruktur in Hinblick auf die Lebensqualität zu qualifizieren.

Projektstart: November 2017

Ausgangslage

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) verfolgt mit der im Oktober 2015 vorgestellten Initiative "Neues Zusammenleben in der Stadt" das Ziel, das Leitbild der kompakten, integrierten und umweltfreundlichen Stadt sowie die Stadt der kurzen Wege schrittweise umzusetzen. Dieses Forschungsprojekt analysiert die Bemühungen der Kommunen dieses Leitbild umzusetzen, die nachhaltigen Verkehrsmittel zu stärken und die Umweltqualität in den Städten zu steigern. Da die Herangehensweisen auf der kommunalen Ebene sehr unterschiedlich sind, werden hierfür verschiedene vorliegende städtische Konzeptionen analysiert.

Kommunale strategisch-orientierte Verkehrskonzepte entwickelten sich aus der früheren Generalverkehrsplanung und werden heute häufig unter der Bezeichnung "Verkehrsentwicklungsplan" (VEP) umgesetzt. Seit einigen Jahren wird unter Berücksichtigung einer Reihe von neuen Aspekten auch von Mobilitätsstrategien, Masterplänen Mobilität, Stadtmobilitätsplänen bzw. Sustainable Urban Mobility Plans (SUMP) gesprochen. Der Stellenwert der kommunalen Verkehrskonzepte hat sich dabei verändert. Bis Mitte der 1990er Jahre waren VEP die maßgeblichen Strategie- und Rahmenplanungen auf kommunaler Ebene. Sie waren auch Voraussetzung für die Bewilligung staatlicher Zuwendungen nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG). Durch neue nationale und europäische Vorgaben sind die Anforderungen an Koordination und strategische Einbindung anderer Fachpläne (z. B. Nahverkehrsplanung, Luftreinhalteplanung, Lärmminderungsplanung oder Konzepte für Klimaschutz und Klimaanpassung) gestiegen.

Immer häufiger werden deswegen auch integrierte Stadtentwicklungs- oder Verkehrskonzepte – zum Teil mit räumlicher Begrenzung auf ausgewählte Gebiete – erstellt: integrierte Stadtentwicklungs- oder Innenstadtkonzepte, Leitbilder für den Öffentlichen Raum, Zentrenkonzepte, kommunale Fußverkehrsstrategien, etc. Idealtypisch werden konkrete Projekte und Planungen (zum Beispiel zum Umbau eines Straßenraums) auf Basis und in Übereinstimmung mit den übergeordneten kommunalen bzw. teilräumlichen Konzepten entwickelt bzw. umgesetzt.

Ziel

Anhand der Recherche neuerer Konzepte für den Stadtverkehr in Deutschland und im europäischen Ausland sowie anhand der vertieften Untersuchung ausgewählter kommunaler Konzeptbeispiele sollen Wissens- und Handlungslücken geschlossen werden. Die Konzeptanalysen sollen sich auf den machbaren Umgang mit aktuellen ggf. konkurrierenden Ansprüchen an öffentliche Verkehrsräume und ihre zeitgemäße Gestaltung richten. Wie Kommunen Herausforderungen und Umbrüche aufnehmen und in den Konzepten aufgreifen sowie welche Optimierungen sich daraus für den öffentlichen Straßenraum ergeben können, das ist die zentrale Fragestellung. Im Ergebnis der Konzeptanalysen sollen erfolgreiche und hemmende Faktoren beim Umgang mit verkehrlicher Infrastruktur und bei der Gestaltung öffentlicher Straßenräume abgeleitet werden.

Zusatzinformationen

Logo  Experimenteller Wohnungs- und Städtebau

Kontakt

Evi Goderbauer
Referat I 2 - Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2319
Referat I 5 - Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr