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Integrierte Flusslandschaftsentwicklung - Evaluation Grünzug Neckartal

Die Vorgehensweise und Ergebnisse des 2009 ausgelaufenen MORO-Projekts "Grünzug Neckartal" (MORO GN) wurden vom Projektstart bis zur Gegenwart analysiert und bewertet. Zur Evaluation zählten die Dokumentation des heutigen (Umsetzungs-)Standes der unter MORO GN zusammengefassten Einzelprojekte sowie die Analyse der Verfahrensweisen und der Akteurskonstellationen. Geklärt werden sollte, inwieweit MORO GN initiativ, konzeptionell oder operativ tragende Wirkungen für die Projekte entfaltet hat.

Projektlaufzeit: September 2013 – Dezember 2014

Ausgangslage

Wie andere bedeutende Siedlungs- und Wirtschaftsräume wurde auch die Flusslandschaft entlang des mittleren Neckars stark umgestaltet und überbaut - häufig mit ästhetisch und ökologisch negativen Folgen für die städtebaulichen und landschaftlichen Qualitäten. Als Bottom-up-Initiative riefen die Architekten Grub und Lejeune daher 2004 den "Grünzug Neckartal" nebst Stiftung zur Kofinanzierung durch Bürger und Wirtschaft ins Leben. Übergeordnetes Ziel der Initiative "Grünzug Neckartal" (GN) war die Qualitätsverbesserung der stark vernutzten Flusslandschaft entlang des mittleren Neckars als Arbeits- und Wohnstandort, als Naturraum und Naherholungsbereich. Mittels einer Kampagne unternahm eine renommierte Werbeagentur den Versuch, den "Grünzug Neckartal" als Marke bekannt zu machen.

Für das BMVI in seiner Verantwortung für Instandhaltung und Ausbau der Wasserstraße Neckar und mit starkem Interesse an der Integration von technisch notwendigen Maßnahmen einerseits mit ökologischen oder kulturellen Verbesserungen andererseits bot sich die Initiative als Partner in der Region an, zumal sie modellhaft ein kooperatives Verfahren der integrierten Flusslandschaftsentwicklung vorsah. Als Modellprojekt der Raumordnung wurde GN daher durch das BMVI in drei Teilprojekten zwischen 2005 und 2009 gefördert.

Im Rahmen der ersten MORO-Arbeitsphase wurden 56 noch nicht in der Umsetzung befindliche Entwicklungsmaßnahmen identifiziert, zum "Grünzug Neckartal" zusammengeführt und veröffentlicht. In das Projekt wurden u.a. sechs Kommunen, zwei Landratsämter, das Regierungspräsidium Stuttgart sowie mit Verzögerung der Verband Region Stuttgart eingebunden. Die zweite und dritte Phase dienten dazu, für diese Einzelmaßnahmen ein übergeordnetes Konzept zu entwickeln, die Umsetzung ausgewählter Projekte voranzubringen sowie Handlungsempfehlungen für die erfolgreiche weitere Umsetzung zu geben.

Ziel

Die Evaluation nahm Verfahrensweisen und Ergebnisse des Projekts MORO GN vom Projektstart bis zur Gegenwart in den Blick. Es sollte

  • allgemein formulierte Projektziele als Basis einer Erfolgskontrolle spezifizieren sowie das Erreichen dieser Ziele überprüfen,
  • die Unterstützung von Einzelprojekten durch MORO GN dokumentieren und ihren Erfolg bzw. ihre Wirkungen aus heutiger Sicht ermitteln,
  • die Nachhaltigkeit der Impulssetzungen (auf gegenwärtige, thematisch verknüpfte Projekte am Neckar) und heutige Rolle des MORO-Konzepts "Grünzug Neckartal" herausarbeiten,
  • die Einschätzung und heutige Sicht der Akteure auf die MORO-Förderung, auf den Erfolg der Akteurs-Zusammenarbeit sowie auf Eignung und Effizienz von Akteurskonstellationen im Sinne der Projektziele ermitteln und einordnen,
  • auf dieser Basis Effizienz und Wirkung der eingesetzten MORO-Mittel untersuchen und
  • aus den Analysen ableiten, welche Handlungsansätze und Instrumente sich im Rahmen von GN als raumordnerisch modellhaft und übertragbar erwiesen haben.


Auftragnehmer der Forschungsprojektes war die Bietergemeinschaft com.X Institut für Kommunikations-Analyse & Evaluation, Bochum, und plan-lokal GbR planen. gestalten. vermitteln, Dortmund.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Gisela Beckmann
Referat I 6 – Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2305