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Regionale Energiekonzepte als strategisches Instrument der Landes- und Regionalplanung

Die notwendigen Anpassungsmaßnahmen der Energieversorgung im Rahmen des Energiepaktes erfordern den Ausbau der erneuerbaren Energien, die Steigerung der Energieeffizienz sowie die Senkung des Energieverbrauchs.
Im Rahmen regionaler Energiekonzepte können der Energieverbrauch, aber auch Einspar- und Erzeugungspotenziale ermittelt sowie energiepolitische Strategien für die Region entwickelt werden. Der Landes- und Regionalplanung kommt dabei aufgrund der Flächenrelevanz einiger erneuerbarer Energien, aber auch als regionaler Koordinator eine besondere Rolle zu.
Projektstart: November 2012

Regionale Energiekonzepte gelten als wichtiges Planungsinstrument, das neben den Ausbaupotenzialen für erneuerbare Energien auch Empfehlungen für die Energieeinsparung sowie die Steigerung der Energieeffizienz beinhaltet. Dabei nimmt die Regionalplanung eine zentrale Rolle ein, da sie nicht nur für die Ausweisung und räumliche Konkretisierung benötigter Flächen zuständig ist, sondern auch als Mittler zwischen den Interessen der Kommunen und den übergeordneten Zielen des Bundes und der Länder im Gegenstromprinzip wirkt.

Mit dem MORO "Regionale Energiekonzepte als strategisches Instrument der Landes- und Regionalplanung" sollen die Erfahrungen aus der Bearbeitung der MORO-Studie "Strategische Einbindung regenerativer Energien in regionale Energiekonzepte – Folgen und Handlungsempfehlungen aus Sicht der Raumordnung" in konkreten Beispielregionen gewinnbringend angewendet und gleichzeitig inhaltlich und methodisch weiterentwickelt werden.

Ausgangslage

Aufgrund des im Juli 2011 verabschiedeten Energiepakets steht die Bundesrepublik Deutschland vor einem beschleunigten Umbau der Energieversorgung, die zunehmend aus erneuerbaren Energien bestehen wird. Das Ziel, deren Anteil an der Stromerzeugung bis 2020 auf 35 % zu verdoppeln bzw. ihren Anteil an der gesamten Energieerzeugung bis 2050 auf 60 % zu verfünffachen, wird die räumlichen Strukturen der Energiewirtschaft grundlegend verändern. Im Gegensatz zu konventioneller Energieerzeugung sind erneuerbare Energien kleinteiliger und dezentraler organisiert.

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist mit der Inanspruchnahme von Flächen und Nutzungskonkurrenzen verbunden. Der Ausbau besonders bedeutsamer und raumrelevanter erneuerbarer Energien wie der Windenergie, aber auch der Energiepflanzenanbau findet auf der regionalen Ebene statt. Auch weitere Energieoptionen wie die Tiefengeothermie können Auswirkungen auf die Siedlungsstruktur haben.

Darüber hinaus spielt der Ausbau der regionalen Infrastruktur (Speicher und Verteilnetze) zunehmend eine Rolle auf der regionalen Ebene. Daher sind gerade innerhalb von Regionen Strategien zu entwickeln, um die erforderlichen Flächenansprüche mit denen konkurrierender Belange wie Tourismus oder Naturschutz in Einklang zu bringen.

Über regionale Energiekonzepte können Ziele und Leitbilder zur Minderung des Energieverbrauchs sowie zur Ausschöpfung von endogenen Potenzialen der Region zur Bereitstellung von Energie formuliert und vereinbart werden.

Verschiedene Regionen und Planungsverbände haben mit ihren Energiekonzepten bereits einen entscheidenden Schritt in Richtung eines strategischen Energieportfolios und -management unternommen. Es fehlt jedoch bislang auf der regionalen Ebene häufig noch an wirksamen Strategien für die breite Verankerung und Umsetzung der in den Energiekonzepten benannten energiepolitischen Ziele und Handlungsempfehlungen.

Zielsetzung und Gegenstand des Modellvorhabens

Gegenstand des Modellvorhabens sind die Anwendung und Umsetzung bereits vorliegender regionaler Energiekonzepte. Dabei sollen unterschiedliche erneuerbare Energieoptionen, Energieeffizienz, Netz- und Speicherinfrastrukturen sowie formelle und informelle Verfahren zur Umsetzung der Energiewende auf regionaler Ebene im Vordergrund stehen.

Die Regionalplanung dient in diesem Zusammenhang als Schnittstelle zwischen Landes- und Bundesvorgaben sowie kommunalen Interessen, die die zunehmend dynamischen Entwicklungen des Einsatzes erneuerbarer Energien und Effizienzmaßnahmen auf der kommunalen und regionalen Ebene ebenso in den Blick nimmt, wie Ausbauziele und energietechnische Fragestellungen.

In fünf Modellregionen sollen bis Ende 2014 Lösungsansätze zur Umsetzung, Weiterentwicklung oder Überprüfung vorliegender Energiekonzepte untersucht werden. Dabei werden auch die Möglichkeiten der Integration in die Regionalplanung berücksichtigt.

Das Instrument des regionalen Energiekonzepts und dessen Bausteine sollen auf dieser Grundlage für alle Beteiligten weiterentwickelt und etabliert werden. Neben übertragbaren Ergebnissen für andere Regionen stehen ebenfalls Handlungsempfehlungen für die Bundes- und Landespolitik im Vordergrund des Vorhabens.

Durchgeführt wird das Modellvorhaben unter wissenschaftlicher Begleitung des Fachgebietes Ver- und Entsorgungssysteme (VES) der Fakultät Raumplanung an der Technischen Universität Dortmund unter der Leitung von Prof. Dr. Tietz in Zusammenarbeit mit BPW baumgart+partner, Stadt- und Regionalplanung als MORO-Geschäftsstelle sowie MUT Energiesysteme, Gesellschafter der Klima- und Energieeffizienzagentur (KEEA).

Zusatzinformationen

Logo Modellvorhaben der Raumordnung

Kontakt

Klaus Einig
Referat I 1 - Raumentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2303
Fax: +49 228 99401-2356