Navigation und Service

KlimREG – Klimawandelgerechter Regionalplan

Was ist ein klimawandelgerechter Regionalplan? Seit Dezember 2014 ging das KlimaMORO Klimawandelgerechter Regionalplan (KlimREG) dieser Frage nach. KlimREG untersuchte regionalplanerische Festlegungen zur Klimaanpassung, entwickelte innovative Ansätze für ihre Weiterentwicklung und erprobte diese in drei Planungsregionen im Zuge der Neuaufstellung ihrer Regionalpläne. Das zentrale Produkt des Projektes bildet die praxisorientierte Handlungshilfe Klimawandelgerechter Regionalplan, die gleichzeitig in Form eines Webtools aufbereitet wurde. Zudem dokumentiert ein weiterer online verfügbarer wissenschaftlicher Endbericht die Ergebnisse. Ein erstellter Kurzfilm macht ergänzend auf Handlungsbedarfe, aktuelle Praktiken und Wünsche für die zukünftige Arbeit in verschiedenen Planungsregionen aufmerksam.

Projektlaufzeit: Dezember 2014 – November 2016

Ausgangslage

Der Klimawandel und seine Folgen können bestehende Raumnutzungen (erheblich) beeinflussen oder sogar gefährden. Raumnutzungen sind auf ganz unterschiedliche Weise an veränderte klimatische Rahmenbedingungen anzupassen, um auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet zu sein und um auch zukünftige Katastrophen zu vermeiden. Den Handlungsdruck verdeutlichen in erster Linie die schon heute anhand der vergangenen Hochwasser erkennbaren Folgen zunehmender Hochwassergefahren: Nach 2002 galt die Mai/Juni-Flut 2013 im Südosten Deutschlands erneut als Jahrhundertflut, die mit verheerenden Schäden aufgrund (noch) unangepasster Raumnutzungen einherging. Zudem führte Starkregen zuletzt im Frühjahr 2016 im Südwesten Deutschlands zu Überschwemmungen, die mehrere Todesfälle und umfangreiche Sachschäden zur Folge hatten. Das Politikfeld Klimaanpassung, das eine zentrale gesellschaftliche Herausforderung bildet, kennzeichnet ein Zusammenspiel unterschiedlicher Merkmale: Erstens erfordert Klimaanpassung eine Herangehensweise, die administrative Grenzen, verschiedene Planungs- und Zuständigkeitsebenen und fachliche Sektoren überschreitet. Daraus folgt zweitens, dass eine Vielzahl an öffentlichen und privaten Akteuren betroffen ist. Drittens sind viele Folgen der klimatischen Veränderungen erst langfristig spürbar und ihre Ausprägung unsicher.

Anpassungsstrategien und -maßnahmen sind neben der örtlichen Ebene vielfach in einen überörtlichen, gerade regionalen Rahmen einzubinden und sollten dann auf einer überörtlichen Handlungsebene entwickelt und umgesetzt werden. Die Regionalplanung, die als Bindeglied zwischen unterschiedlichen Ebenen, (Fach-)Ressorts sowie öffentlichen und privaten Akteuren fungiert, ist daher für die Entwicklung und Umsetzung regionaler Handlungsstrategien prädestiniert. Sie kann Vorgaben des Bundes und der Länder regionsspezifisch und sektorenübergreifend konkretisieren sowie mit den Interessen der Städte und Gemeinden zusammenführen. Der Umgang mit unsicheren Rahmenbedingungen bildet eine klassische planerische Herausforderung und ist als zukunftsgerichtete Koordination von Raumnutzungen eine zentrale Aufgabe der Regionalplanung. Die Klimaanpassung ist dabei nur eines mehrerer Handlungsfelder mit unsicheren Rahmenbedingungen. Dementsprechend kann die Funktion von (Raum-)Planung – und damit auch der Regionalplanung – darin gesehen werden, mit ihren Plänen die vielfältigen zukünftigen Veränderungsmöglichkeiten auf einen Zielzustand auszurichten.

Ziel

Das MORO-Projekt Klimawandelgerechter Regionalplan (KlimREG) entwickelte vor dem Hintergrund der beschriebenen Ausgangssituation eine Handlungshilfe für einen klimawandelgerechten Regionalplan. Der Schwerpunkt lag auf dem Bereich Klimaanpassung. Dementsprechend verfolgte das Projekt das Ziel, für ausgewählte Handlungsfelder der Klimaanpassung wirkungsvolle regionalplanerische Festlegungen zu identifizieren, weiterzuentwickeln und deren mögliche Anwendung in den drei Praxistest-Regionen Mittelthüringen, Regionalverband Ruhr und Planungsraum III Schleswig-Holstein zu erproben.

Auftragnehmer des Projekts war die  HafenCity Universität Hamburg (HCU) Fachgebiet Stadtplanung und Regionalentwicklung (Prof. Dr. Jörg Knieling) in Zusammenarbeit mit REMConsult und Frank Reitzig, Unternehmensberater, Rechtsanwalt, Fachanwalt für Verwaltungsrecht, Berlin.

Zusatzinformationen

Logo Modellvorhaben der Raumordnung

Kontakt

Dr. Fabian Dosch
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2160