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Digitale Infrastruktur als regionaler Entwicklungsfaktor – MOROdigital

Konzept

Initialstudie zum Breitbandausbau in strukturschwachen ländlichen Regionen

Zunächst wurde eine inhaltliche Grundlage für den späteren Auswahlprozess sowie das Interessenbekundungsverfahren geschaffen. Dazu wurden vorhandene Studien und Erfahrungen aus der Praxis gesammelt und ausgewertet. Die Analyse erfolgte im Hinblick auf die Fragestellung, wie ländliche und/oder schlecht versorgte Regionen und Kommunen mit Breitband ausgestattet werden können. Davon ausgehend wurden konkrete Anforderungen formuliert, welche die ausgewählten Modellregionen zu erfüllen hatten.

Die Ergebnisse der Analyse wurden thesenhaft zusammengefasst, um die besonderen Aspekte des Breitbandausbaus in strukturschwachen ländlichen Regionen herausstellen zu können. Dieser Schritt diente gleichzeitig der Entwicklung einer Auswahlmatrix, um zu gewährleisten, dass sich genau diejenigen Regionen als Modellprojekt bewerben, die bestimmte, für MOROdigital relevante Kriterien erfüllen. Dies sind die Lage im ländlichen Raum, Strukturschwäche und eine Unterversorgung mit leistungsfähigen Breitbandinfrastrukturen.

Basierend darauf galt es, die möglichen Anforderungskriterien in ein konkretes Evaluierungskonzept zu überführen.

Entwicklung von Auswahl- und Evaluationskriterien

Für die Bewerbung als Modellprojekt im MOROdigital kam nicht jede Region in Frage, denn es gilt, vor allem strukturschwache ländliche Regionen beim Ausbau ihrer Breitbandinfrastruktur zu unterstützen. Daher war es notwendig, genau anzuwendende Ausschlusskriterien zu definieren.

In einem zweiten Schritt wurden die Bewertungskriterien zur Auswahl der Modellregionen festgelegt. Diese richteten sich einerseits nach dem bereits erreichten Umsetzungsstand des Projektes (grob unterteilt in Startphase, Umsetzungsphase, Evaluationsphase) und nach festgelegten Standards für die Umsetzung der Projekte (z.B. Nutzung von Geoinformationssystemen, Festlegung von Verantwortungsstrukturen, Hebung von Synergien, etc.).

Auch die spätere Evaluation der Modellprojekte wurde frühzeitig geplant. Sie leitet sich im Wesentlichen aus den allgemeinen Zielen des MOROdigital sowie den Bewertungskriterien für die Auswahl der Modellprojekte ab. Da die komplette Umsetzung eines Breitbandausbauprojektes im Rahmen der Laufzeit von MOROdigital nicht realistisch ist und die Modellprojekte bereits zu Beginn des Vorhabens unterschiedlich weit vorangeschritten waren, kann ein standardisiertes Evaluationsschema keine zufriedenstellenden Ergebnisse bringen. Hier galt es, einheitliche Themenfelder für die Evaluation zu definieren und die individuellen Ziele und Möglichkeiten zu berücksichtigen.

Forschungsfragen

Die für alle Regionen geltenden allgemeinen Forschungsfragen lauten:

  • Warum haben Sie ihren Gebietszuschnitt, so wie er jetzt strukturiert ist, gewählt, und welche Erfahrungen haben Sie mit dieser Abgrenzung Ihres Breitbandausbaugebietes gemacht?
  • Welche Bedeutung messen Sie den Punkten Öffentlichkeitsarbeit/Erfahrungsaustausch/Wissenstransfer im Rahmen Ihres Modellvorhabens bei? (in diesem Zusammenhang: Welche Maßnahmen sind konkret geplant bzw. schon umgesetzt? Wer sind die Zielgruppen? Wer sind die Akteure
  • Welche Synergien werden innerhalb des Projektes genutzt?
  • Welche Akteure sind bereits involviert, welche müssen noch eingebunden werden?
  • Wie gestaltet sich der bisherige Projektverlauf? Welche Fortschritte gibt es, wo gibt es Hindernisse und Herausforderungen?
  • Wie wird das Thema Breitbandausbau in der Öffentlichkeit als zukunftsweisender Standortfaktor wahrgenommen?
  • Welche konkreten positiven Effekte für die Regionalentwicklung/Daseinsvorsorge erwarten Sie durch die anvisierten Maßnahmen in der Region?

Die bisherige Forschungsarbeit im Rahmen des Förderprogramms hat bereits vor Abschluss zentrale Themenschwerpunkte identifiziert, die sich in allen Modellregionen widerspiegeln. Die intensive Auseinandersetzung mit neuen Gestaltungslösungen im Breitbandausbau zeigt deutlich, dass Standardlösungen in den sehr unterschiedlich geprägten ländlichen Räumen nicht zum Tragen kommen.

grober Zeitplan
ArbeitsschrittBearbeitungszeitraum
Aufarbeitung der bereits zahlreich vorhandenen Studien und Projekterfahrungen zum alternativen BreitbandausbauDezember 2014 bis Ende März 2015
Entwicklung eines Auswahl- und EvaluierungskonzeptesDezember 2014 bis Ende März 2015
Organisation und Durchführung einer FachtagungFebruar 2015 bis Juli 2015
Organisation und Durchführung eines zweistufigen Interessensbekundungs- und Auswahlverfahrens zur Gewinnung von neun ModellregionenApril 2015 bis Oktober 2015
Organisation und Durchführung von drei TransferwerkstättenDezember 2015 bis Mitte 2017
Kontinuierliche Begleitung und Betreuung der ausgewählten ModellvorhabenJuni 2015 bis September 2017
Organisation und Durchführung der Abschlussveranstaltung13. September 2017
Verlängerungs- und Erweiterungsphasen der Modellregionenbis Dezember 2017
Aufbereitung der Ergebnisse aus den Modellprojekten und Forschungsfragenbis Mitte 2018


Zusatzinformationen

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Kontakt

Dr. Steffen Maretzke
Referat I 1 - Raumentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2326