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Digitale Infrastruktur als regionaler Entwicklungsfaktor – MOROdigital

Projektverlauf


Auswahl der potenziell für die Bewerbung infrage kommenden Regionen

Die Definition der Regionen, die sich im MOROdigital als Modellprojekt bewerben können, wurde anhand der drei Faktoren

  • "ländlich" (der Kreis liegt entsprechend der BBSR-Typisierung im ländlichen Raum)
  • "strukturschwach" (die Bruttowertschöpfung je Erwerbstätigen liegt im Kreis unter dem Bundesdurchschnitt von 64.084 EUR (2012)) und
  • "unterversorgt" (der Anteil der Haushalte, die mindestens mit einer Bandbreite von 50 Mbit/s ausgestattet werden können, liegt im Kreis unter dem Bundesdurchschnitt von 66,4 % (Dezember 2014))

ermittelt. Einzig im Falle des Saarlandes wurde von diesem Ansatz abgewichen, weil in diesem Bundesland – entsprechend der BBSR-Typisierung – kein Kreis im ländlichen Raum liegt. Damit auch aus dem Saarland ein Kreis für das MOROdigital antragsberechtigt ist, wurde der Kreis Merzig-Wadern ausgewählt, dessen Wirtschaftskraft und Breitbandausstattung deutlich unter dem Bundeswert liegen. Im Ergebnis dieser Gebietsabgrenzung sind Akteure aus 154 der 401 deutschen Landkreise antragsberechtigt.


Organisation und Durchführung eines Interessensbekundungsverfahrens und Auswahl der Modellregionen

Die Resonanz auf den Projektaufruf war sehr positiv – 18 Bewerberregionen aus allen Flächenländern (ausgenommen Sachsen und das Saarland) reichten eine Projektskizze ein. Darunter sind sowohl Regionen, die mit MOROdigital ihren Breitbandausbau starten, als auch Regionen, die bereits Teile ihres Vorhabens umgesetzt haben und durch MOROdigital weitere Impulse und Möglichkeiten zur Umsetzung erhalten wollen. Die Zusammenarbeit über die kommunalen Grenzen hinaus ist für viele Vorhaben ein wichtiger Aspekt in der Planungs- und Umsetzungsphase.

Die Mehrzahl der Projekte ist als Kooperationsprojekt angelegt, denn interkommunale, kreisweite oder auch kreisübergreifende Vorhaben auf formeller oder informeller Basis zeigen, dass der Breitbandausbau kein Thema mehr ist, das jede Kommune, jede Region allein in Angriff nehmen muss. Vielmehr wird durch die eingereichten Projektskizzen deutlich, dass die Vorteile einer Kooperation von vielen Verantwortlichen erkannt wurden.

Die Themenbreite der Bewerbungen ließ auf eine interessante und aufschlussreiche Umsetzungsphase hoffen: Während einige Regionen eine konkrete Planung für die Verlegung von Infrastrukturen inklusive Überlegungen zur Mitverlegung und Synergienutzung anstreben, konzentrieren sich andere, fortgeschrittene Projekte auf Aspekte der Kommunikation und Evaluation, um bestehende Vorhaben noch erfolgreicher zu machen bzw. für die Zukunft Know-how für ein noch effektiveres und effizienteres Vorgehen zu generieren. Jeder Ansatz spiegelt dabei die individuellen Voraussetzungen und Fragestellungen der jeweiligen Region wider. Alle 18 Regionen wurden eingeladen, einen Zuwendungsantrag einzureichen.

Mittels eines zweistufigen Interessensbekundungsverfahrens wurden zunächst Projektskizzen eingeholt und die am besten den Kriterien entsprechenden Modellregionen ausgewählt. Dafür waren die folgenden Phasen und dazugehörigen Unterarbeitsschritte vorgesehen:

  • Entwicklung eines Interessensbekundungsverfahrens

    • Entwicklung eines Ablaufprozesses für das Verfahren
    • Entwicklung der Bewerbungsunterlagen
    • Entwicklung eines Aktivierungskonzepts/Kommunikationsplans
  • Durchführung des Interessenbekundungsverfahrens

    • Veröffentlichung der Unterlagen
    • Umsetzung des Aktivierungskonzepts
    • Beantwortung von Anfragen potenzieller Teilnehmer (Kontaktstelle)
    • Sammeln und Katalogisieren/Kategorisieren aller eingehenden Anträge
  • Auswahl der Modellvorhaben

    • Überprüfen aller Anträge nach Erfüllung der Kriterien
    • Anwenden des Scoringmodells
    • Vorauswahl und Empfehlung zur endgültigen Wahl der Modellregionen
    • Festlegen der Modellregionen und Benachrichtigung

In der zweiten Stufe gingen insgesamt 14 Zuwendungsanträge ein, von denen neun für die Umsetzung in MOROdigital ausgewählt wurden. Aufgrund zeitlicher und inhaltlicher Überschneidungen mit den Bundesförderprogramm für den Breitbandausbau konnten zwei der ausgewählten Regionen ihre Vorhaben nicht wie geplant umsetzen und sind vorzeitig aus dem Modellvorhaben ausgeschieden.


Kontinuierliche Begleitung und Betreuung der ausgewählten Modellvorhaben

Nach der Auswahl der Modellregionen liegt der Schwerpunkt heute auf deren Begleitung in allen relevanten Prozessen. Die Betreuung betrifft u.a. inhaltlich-fachliche Fragen und gebündelte Beratung in verwaltungstechnischen Fragen (Berichtswesen, Verwendungsnachweise). Zudem ist ein zentrales Projektcontrolling mit einer laufenden Auswertung und einer zusammenfassenden Aufbereitung aller Sachstands-, Zwischen- und Ergebnisberichte der Modellregionen vorgesehen.

Ein Teil der Begleitung ist auch die Evaluation der Modellregionen. Dies geschieht einerseits während der Projektlaufzeit, um mögliche Hindernisse erkennen und beseitigen zu können und andererseits als Ergebnisevaluation am Ende der Umsetzung des Modellvorhabens.

Zusatzinformationen

  • Logo MOROdigital

Kontakt

Dr. Steffen Maretzke
Referat I 1 - Raumentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2326