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Digitale Infrastruktur als regionaler Entwicklungsfaktor – MOROdigital

Veranstaltungen


Fachkonferenz zur Einführung in das Thema

Zum Start des Aufrufs zur Einreichung von Modellprojekten wurde eine Fachkonferenz durchgeführt, um die wesentlichen Akteure und Multiplikatoren anzusprechen und die interessierte Fachöffentlichkeit sowie potenzielle Teilnehmer umfassend über MOROdigital zu informieren. Bei der eintägigen Veranstaltung konnten die relevanten Informationen zur Durchführung des MORO sowie weiterführende Informationen zum Thema Digitale Infrastrukturen vermittelt und diskutiert werden. Sowohl mögliche Antragsteller (Vertreter von Kommunen/Regionen) als auch Multiplikatoren, die bei der Bekanntmachung des MORO unterstützend wirken können, waren Zielgruppen der Tagung.

Die Fachkonferenz fand am 10. Juni 2015 im BMVI in Berlin unter reger Teilnahme der verschiedenen Zielgruppen statt.


Organisation und Durchführung von drei Transferwerkstätten

Die Durchführung von zwei Transferwerkstätten soll dazu dienen, die Modellregionen zu unterstützen und ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zur Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch zu geben. Die Ergebnisse der Transferwerkstätten werden ausführlich dokumentiert und allen Interessierten zur Verfügung gestellt.

Bisher konnten zwei Transferwerkstätten erfolgreich durchgeführt werden. Dabei lag der Schwerpunkt der ersten Veranstaltung im Dezember 2015 in Tangermünde auf der Vorstellung der einzelnen Modellprojekte durch die Projektverantwortlichen sowie auf dem Austausch zur organisatorische Vorbereitung der Umsetzungsphase. Die zweite Transferwerkstatt im Oktober 2016 in Kassel dagegen konzentrierte sich schon voll auf den Austausch erster Erfahrungen und Erkenntnisse aus den einzelnen Modellprojekten. Die Teilnehmer nutzten dabei jeweils die Gelegenheit, die Besonderheiten ihres Vorhabens darzustellen und sich gegenseitig über die verschiedensten Fachaspekte auszutauschen und zu unterstützen.

Erste Transferwerkstatt: Auftakttreffen der Modellregionen in Tangermünde

Mit dem Modellvorhaben der Raumordnung "Digitale Infrastruktur als regionaler Entwicklungsfaktor" (MOROdigital) erhalten ausgewählte ländliche, strukturschwache und mit Breitband unterversorgte Regionen die Möglichkeit, die kommunale/regionale Breitbandversorgung eigeninitiativ anzugehen bzw. zu verbessern. Die ursprünglich neun ausgewählten Modellregionen trafen sich am 8. und 9. Dezember 2015 zur ersten MOROdigital Transferwerkstatt im sachsen-anhaltinischen Tangermünde. Bei diesem Auftakttreffen stellten die Vertreter der Regionen ihre Ausgangsbedingungen und Umsetzungsvorhaben vor. Sie tauschten erste Erfahrungen aus und legten den Grundstein für eine interessante Zusammenarbeit.

Die Modellregionen sind über das gesamte Bundesgebiet verteilt und decken unterschiedliche Phasen und Fragestellungen des Breitbandausbaus ab. Ziel ist es, ein möglichst breites Spektrum an Lösungswegen für den Ausbau in ländlichen Regionen zu erhalten und dieses Wissen zur Verfügung stellen zu können. Beteiligt sind das südliche Nordfriesland (BBNG), der Osten des Landes Baden-Württemberg (Komm.Pakt.Net), die Recknitz-Trebelregion im Landkreis Vorpommern-Rügen (Stadt Marlow), die brandenburgischen Gemeinden Luckau und Calau, die Marktgemeinde Burghaun sowie die Landkreise Werra-Meißner-Kreis und Schwalm-Eder-Kreis in Hessen, der Altmarkkreis (Zweckverband Breitband Altmark) und die Laber-Naab Region in Bayern.

Zweite Transferwerkstatt in Kassel: Austausch über den Projektfortschritt und Herausforderungen

Die zweite Transferwerkstatt im Rahmen von MOROdigital fand am 6. und 7. Oktober 2016 in Kassel statt, unmittelbar grenzend an die hessische Modellregion Werra-Meißner-Kreis und Schwalm-Eder-Kreis. Vertreter aller an MOROdigital beteiligten Modellprojekte stellten ihre konkreten Projektfortschritte sowie die dabei auftretenden Herausforderungen und ggf. notwendige Neuausrichtungen ihrer Ziele und Aktivitäten vor.

Im Kontext der fünf Themenfelder

  • Synergiepotenziale
  • Finanzierungsalternativen
  • Organisationsstrukturen
  • Schließung von lokalen Versorgungslücken
  • Information und Aufklärung

wurden die verschiedenen Aspekte des Breitbandausbaus in ländlichen strukturschwachen Regionen diskutiert und weitere Fragestellungen, auch vor dem Hintergrund der an die Modellregionen gestellten Forschungsfragen, erörtert.

Wesentliche Erkenntnisse und Erfahrungen aus der ersten Projektumsetzungsphase konnten so ausgetauscht werden und finden nun Eingang in die im Modellvorhaben erstellte Veröffentlichung aus der BBSR-Schriftenreihe MORO-Informationen.

Dritte Transferwerkstatt in St. Peter Ording: Austausch über den Projektfortschritt und bisherige Ergebnisse

Die dritte Transferwerkstatt von MOROdigital fand am 10. und 11. Mai 2017 in Garding im Amt Eiderstedt statt. Gastgeber war die Modellregion südliches Nordfriesland mit der BürgerBreitbandNetzGesellschaft (BBNG). Neben dem wissenschafltlichen Programm konnten eine Dünenwanderung und Führung durch St. Peter-Ording die lokalen Gegebenheiten für den Breitbandausbau näherbringen.

Als abschließende Transferwerkstatt kurz vor der Projektendphase von MOROdigital stand der fachliche Austausch unter dem Motto "Lessons Learned" im Vordergrund. Trotz unterschiedlicher Vorgehensweisen im Breitbandausbau zeigt sich, dass sich die gesammelten Erfahrungen in Hinblick auf die Koordinierung von kommunalen Entscheidern, Auswirkungen von Förderprogrammen und rechtlichen Rahmenbedingungen sowie Wettbewerberverhalten ähneln.

Die Regionen wurden für die Diskussionsrunden daher thematisch geclustert, um Lösungsideen auch überregional abbilden zu können:

  • Bedarfe wecken
  • Strukturierter Informationsaustausch
  • Infrastrukturen nutzen

Sitzung von Vertretern der Modellregionen im Rahmen der dritten TransferwerkstattDie Modellregionen diskutieren gemeinsam über die Herausforderungen im ländlichen Breitbandausbau. Quelle: TÜV Rheinland Consulting GmbH

Vor allem die digitale Aufbereitung von Geodaten und wie dieser Prozess in den Kommunen standardisiert werden kann, wurde unter den Regionen diskutiert. Mehrheitlich wurde betont, dass in den Ämtern das Verständnis dafür zu schärfen ist. Den Modellregionen ist demnach die Wichtigkeit der Digitalisierung bewusst. Besonders intensiv wurde die synergetische Mitnutzung von Infrastrukturen im Rahmen des Gesetzes zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze (DigiNetz-Gesetz) erörtert.

Weitere Einblicke zur Förderung ländlicher Regionen erhielten die Modellregionen mit dem Impulsvortrag vom Fraunhofer-Institut IESE. Das Bundesprojekt "Digitale Dörfer" veranschaulicht, wie die digitale Vernetzung lokaler Unternehmen, Verwaltung und Bürger über entsprechende "Marktplätze" und Plattformen nachhaltige Lösungen für den ländlichen Raum schafft.


Zukunftsforum Ländliche Entwicklung

Seit 10 Jahren findet das Zukunftsforum Ländliche Entwicklung als fester Bestandteil der Internationalen Grünen Woche statt. Das Forum bietet Akteuren aus Wissenschaft und Politik sowie Verbänden, Unternehmen und Bürgern eine Plattform über die Herausforderungen und Chancen im ländlichen Raum zu diskutieren. Das Leitthema des 10. Zukunftsforums "Ländliche Räume – Miteinander die Zukunft gestalten" betont den angestrebten Gedankenaustausch und die erwünschte Vernetzung zwischen ländlichen Regionen.

In 24 Begleitveranstaltungen konnten Besucher zwischen vielfältigen Fachbeiträgen und Reden wählen. Das Projekt MOROdigital präsentierte sich am 25. Januar 2017 neben dem MORO Lebendige Regionen als eines von zwei Beispielen zu Modellvorhaben der Raumordnung. Eröffnet würde der Beitrag von MORO durch Vera Moosmayer vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Die Modellregionen Luckau Digital und Laber-Naab gaben anschließend einen interessanten Einblick zu bisher erreichten Zielen und zukünftigen Entwicklungen.

Die alternative Erschließung von Versorgungslücken über LTE legte Hubertus von Manstein dar. Höhepunkt war der neue Informationsfilm, der den Besuchern das technologische Konzept näherbrachte, O-Töne betroffener Unternehmen und Bürger einfängt und das Forscherlabor für Kinder in Schlabendorf am See porträtiert. Anschließend wurden durch Josef Ledermann die Synergiepotentiale im Breitbandausbau durch die Mitverlegung von Glasfaserkabeln im Wasserversorgungsnetz erläutert.

Nähere Informationen zur o.g. Veranstaltung beim Zukunftsforum finden Sie unter der Rubrik "Links".


Tag der offenen Tür in Luckau

Luckau und Calau leisten Pionierarbeit bei der Erforschung von superschnellem Internet über Mobilfunk: Der "Tag der offenen Tür" am 22. April 2017 in Luckau war für die Modellregion Luckau digital ein großer Erfolg.

In den Städten Luckau und Calau wird derzeit ein einmaliges Forschungsprojekt umgesetzt: Wie kommt superschnelles Internet in den ländlichen Raum mit Hilfe von mobilfunkbasierter Breitbandtechnologie? Als einzige Modellregion wurde hier im Testbetrieb unter realen Bedingungen gemeinsam mit Partnern aus der Telekommunikationsbranche die stabile Datenübertragung über Mobilfunk als Pilotprojekt erprobt.

Der "Tag der offenen Tür" bot allen Interessierten und Projektpartnern die Möglichkeit einmal hinter die Kulissen zu schauen und unmittelbar zu erleben, welchen Nutzen das Forschungsvorhaben bietet und wie der Testbetrieb abgelaufen ist. Die Besucher konnten vor Ort persönlich mit den Partnern aus der Telekommunikationsbranche sprechen und digitale Anwendungen und Exponate testen.

Der Bürgermeister der Stadt Calau, Herr Suchner, und der stellvertretenden Bürgermeister von Luckau, Herr Rohr, begrüßten die Gäste im Forscherlabor Schlabendorf. Die Städte betonten die nachhaltigen Entwicklungseffekte von Modellvorhaben und können für Ihre Region schon jetzt Mehrwerte verzeichnen. Die positiven Auswirkungen auf den Wirtschaftsraum der Region bekräftigte auch der stellvertretende Geschäftsführer der IHK Cottbus, Herr Krause. Die ergänzende Mobilfunktechnik erwirkt für viele Unternehmen vor Ort neue Möglichkeiten, wie z.B. den Ausbau von Online-Handel oder verbessertes Kundenmanagement trotz hoher Datenmengen. Zudem profitieren besonders Naturschutzgebiete wie der Spreewald von Überlandlösungen.

Bus mit digitalem InformationsangebotDie Projektpartner von Luckau digital präsentieren sich am Tag der offenen Tür. Quelle: TÜV Rheinland Consulting GmbH

Weitere Informationen zur Veranstaltung:


Abschlussveranstaltung MOROdigital: Beitrag der Regionen zum Breitbandausbau

Chancen und Herausforderungen

Der Breitbandausbau gilt als ein entscheidendes Instrument, um die Wettbewerbsfähigkeit von ländlich geprägten Regionen zu sichern und Standorte zu stärken. Aufgabe ist es, die digitale Kluft zu den Städten zu verringern. Kommunen gehen unterschiedliche Wege, um Gewerbe und Privathaushalte an die Breitbandnetze anzuschließen und gleichzeitig die Nachfrage nach neuen digitalen Diensten zu wecken. In dem bundesweiten Forschungsprojekt haben ausgewählte Modellregionen innovative Instrumente der Finanzierung, alternative Netztechnologien sowie neue Kooperationen in der gemeinsamen Nutzung von Infrastrukturen und in der Zusammenarbeit zwischen Kommunen erprobt. Die Ergebnisse haben die sechs Pilotprojekte am 13. September 2017 mit Experten und der Politik im Bundesministerium für Verkehr und Infrastruktur diskutiert.

Die Veranstaltung richtete sich insbesondere an Vertreter der Kommunen, kommunaler Zusammenschlüsse und Unternehmen, die den eigenwirtschaftlichen oder geförderten Breitbandnetzausbau vorantreiben.

Eröffnet wurde die Veranstaltung mit dem Thema Breitbandausbau im Kontext der Raumordnung von Dr. Gerhard Schulz, Leiter der Abteilung Grundsatzangelegenheiten im BMVI. Zum Abschluss erläuterte Frank Krüger, Unterabteilungsleiter Digitale Gesellschaft und Infrastruktur im BMVI, die zukünftigen Schwerpunktthemen für den Breitbandausbau in den Regionen. In drei Diskussionsrunden wurden die vielfältigen Untersuchungsfelder von MOROdigital praktisch erörtert.

Zu Beginn standen die Chancen der Digitalisierung., z.B. für lokale Wirtschaftsnetzwerke und digitale Anwendungen in der Verwaltung, im Fokus. Anschließend wurden die größten Herausforderungen des Breitbandnetzausbaus im ländlichen Raum betrachtet, insbesondere die interkommunale Zusammenarbeit und die Notwendigkeit von Masterplänen für einen zukunftsgerichteten Breitbandausbau. Auch die Vorteile des synergetischen Netzausbaus konnten gemeinsam mit der Bundesnetzagentur identifiziert werden.

Der Bericht zur Abschlussveranstaltung kann unter der Rubrik "Veröffentlichungen" heruntergeladen werden.

Szene aus der Abschlussveranstaltung des MOROdigital im BMVIDie Vertreter der MOROdigital Modellregionen auf der Abschlussveranstaltung im BMVI Quelle: TÜV Rheinland Consulting GmbH

Weitere Informationen unter www.morodigital.de

Zusatzinformationen

  • Logo MOROdigital

Kontakt

Dr. Steffen Maretzke
Referat I 1 - Raumentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2326