Navigation und Service

Lebendige Regionen – Aktive Regionalentwicklung als Zukunftsaufgabe

Bereich Forschungsassistenz

Einleitung

Im MORO "Lebendige Regionen – aktive Regionalentwicklung als Zukunftsaufgabe" sollen Regionen unterschiedlichen räumlichen Zuschnitts unter Beteiligung der relevanten regionalen Akteure eine integrierte Entwicklungsperspektive erarbeiten. Für das MORO wurde eine allgemeine Forschungsassistenz beauftragt, um die Modellvorhaben fachlich zu begleiten, zu beraten und das gesamte Forschungsfeld zu betreuen.

Die allgemeine Forschungsassistenz und damit Geschäftsstelle sowie Ansprechpartner für die Regionen ist das Projektteam, bestehend aus SPRINT – wissenschaftliche Politikberatung und dem IAT – Institut Arbeit und Technik. Die Kontaktdaten zur Forschungsassistenz finden Sie unter der Rubrik "Auftragnehmer".

Aufgaben der allgemeinen Forschungsassistenz

Die Forschungsassistenz bearbeitet während der Laufzeit folgende Aufgabenpakete:

Auswahl der Modellregionen

Die Auswahl der Modellregionen ist das Fundament des MORO "Lebendige Regionen". Ziel war es, aus den eingegangenen Interessenbekundungen die geeignetsten Konzepte auszuwählen, die im Rahmen des Modellvorhabens unterstützt werden sollen.

Für die Auswahl der Modellregionen wurde ein Verfahren entwickelt, in dem die eingereichten Interessenbekundungen in einer ersten Stufe formal und fachlich geprüft wurden. Die Bewertung erfolgte anhand von vorher definierten Kriterien. Im Fokus standen z. B. die angemessene Beteiligung der relevanten Akteure, die Modellhaftigkeit oder eine integrierte Vorgehensweise.

Die aussichtsreichsten Kandidaten wurden in einer zweiten Stufe bereist, um sich vor Ort einen Überblick zu verschaffen und mit den Akteuren offene Punkte zu klären. Für jede der drei Modellvorhabenrunden wurden je vier Modellregionen ausgewählt.

Begleitung und Betreuung der Modellregionen

Die ausgewählten Modellregionen werden über den gesamten Zeitraum von der allgemeinen Forschungsassistenz begleitet und betreut. Für alle Fragen rund um das Modellvorhaben steht den Regionen ein allgemeiner Ansprechpartner zur Verfügung. Für die regionsspezifische Umsetzung erhalten die Modellregionen zudem einen bzw. eine Regionsbeauftragte/n, an den/die sich die regionalen Akteure jederzeit wenden können und der/die die Regionen in allen Punkten berät und begleitet.

Darüber hinaus werden die Regionen je Modellvorhabenrunde viermal bereist. Die ein- bis zweitägigen Aufenthalte dienen dazu, sich zum Stand der Umsetzung und dem bisher Erreichten auszutauschen sowie Umsetzungsprobleme offen zu diskutieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Im Mittelpunkt der Bereisung steht ein Planspiel gemeinsam mit der Begleitforschung, das in ein fokussiertes Gruppengespräch mit den relevanten Akteuren vor Ort eingebunden ist. In dem Planspiel sollen mit den Akteuren Handlungsstrategien für die integrierte Betrachtung der Regionalentwicklung und der finanziellen Entwicklung der Region diskutiert und erarbeitet werden.

Aber nicht nur die Arbeit in den Regionen steht im Mittelpunkt, sondern auch der regionsübergreifende Wissensaustausch. Hierzu werden in regelmäßigen Abständen Projektwerkstätten mit allen Modellregionen durchgeführt, um das Voneinander-Lernen zu fördern.

Informations- und Ergebnistransfer

Neben der Begleitung und Betreuung der Modellregionen kommt der Forschungsassistenz die Aufgabe zu, die gewonnenen Erfahrungen und Ergebnisse zu verbreiten. Hierzu werden verschiedene Medien und Kommunikationskanäle genutzt.

So wird es zum einen die Projekt-Internetseite und verschiedene regelmäßige Publikationen wie einen Newsletter, Pressemitteilungen oder MORO-Informationen geben, über die Ergebnisse aus dem Modellvorhaben veröffentlicht werden.

Zum anderen wird sich die Forschungsassistenz in bestehende Initiativen und Veranstaltungen aktiv einbringen und Ergebnisse aus dem MORO oder einzelnen Modellregionen präsentieren. Aber auch eigene Veranstaltungen werden durchgeführt. So fand zum Auftakt im Mai 2016 eine Fachtagung in Berlin statt, auf der das MORO und die ersten Modellregionen präsentiert wurden. Weitere Informationen zu der Fachtagung finden Sie unter der Rubrik Veranstaltungen.

Entwicklung des Forschungsfeldes

Der Leistungsumfang der allgemeinen Forschungsassistenz wird mit der Aufgabe abgerundet, das Forschungsfeld der integrierten Regionalentwicklung insgesamt sowie unter der stärkeren Berücksichtigung von Finanzierungsfragen und -kompetenzen weiterzuentwickeln.


Forschungsfragen und thematische Ausrichtung

Das primäre Ziel des Modellvorhabens ist es, in neuen Akteurskonstellationen und regionalen Zuschnitten die entwicklungspolitische Perspektive integriert zu betrachten und um eine finanzpolitische Perspektive zu erweitern. Daher werden folgende Fragen beforscht:

  • Welche Ansatzpunkte und Herausforderungen für eine integrierte Regionalentwicklung bestehen insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels, der wirtschaftlichen Entwicklung und der fiskalischen Rahmenbedingungen?
  • Wie kann eine bessere Abstimmung strukturpolitischer Handlungsbedarfe und regional erforderlicher Maßnahmen mit den fiskalischen Rahmenbedingungen in den Regionen erfolgen?
  • Wie können die Ziele der integrierten Regionalentwicklung und Haushaltsziele harmonisiert bzw. Haushaltsziele in die Strategien der integrierten Regionalentwicklung integriert werden?

Integrierte Regionalentwicklung stellt hohe Anforderungen an deren Organisation und die eingesetzten Instrumente. Deshalb stellt sich grundsätzlich die Frage, welche Organisationsformen, Verfahren, Methoden oder auch Instrumente dazu geeignet sind, integrierte Regionalentwicklung möglichst effizient und effektiv zu gestalten. Auf operativer und instrumenteller Ebene sollen folglich folgende Fragen beantwortet werden:

  • Welche Ansatzpunkte bieten bereits in vielen Regionen vorliegende Konzepte und Strategien für die Erarbeitung integrierter Entwicklungsstrategien? Welche grundlegenden Hemmnisse sind zu überwinden?
  • Wie können die regionale Zusammenarbeit und regionale Lasten-Nutzen-Ausgleiche stärker als bisher in integrierten Entwicklungsstrategien verankert werden (siehe auch ressourcenbezogene Elemente)?
  • Welche Instrumente, Verfahren oder Methoden werden genutzt, um die einzelnen (Teil-)Strategien oder sektoralen Konzepte zu integrieren?

Integriert bedeutet auch die Zusammenführung verschiedener Akteure mit unterschiedlichen Handlungslogiken, Formaten und zu verschiedenen Zeiten. Dabei nehmen verschiedene Akteure unterschiedliche Rollen ein oder verfolgen unterschiedliche Interessen, die es zu harmonisieren gilt (insbesondere Planung und Kämmerer). Verwaltungsstrukturelle und prozedurale Forschungsfragen sind daher ebenfalls Gegenstand des MORO "Lebendige Regionen":

  • Welche Rolle kann die Regionalplanung in dem Prozess einer aktiven und integrierten Regionalentwicklung übernehmen, und welche Funktion kommt den Regionalplänen zu?
  • Wie kann eine Zusammenarbeit entwicklungspolitischer bzw. regionalplanerischer Akteure mit den finanzpolitischen Akteuren erfolgen?
  • Wie findet der Wissenstransfer innerhalb der integrierten Regionalentwicklung statt? Wie werden die Informationen der beteiligten Akteure aufbereitet und zur Verfügung gestellt?

Die Frage der Finanzierung stellt eine Restriktion dar, um integrierte Regionalentwicklung konsequent umzusetzen. Dies scheitert nicht nur an den künftigen Herausforderungen der öffentlichen Finanzsituation, sondern auch an der Entwicklung des strukturpolitischen Förderinstrumentariums. Die Herausforderungen zeigen aber, dass vermehrt integrierte Lösungen benötigt werden und auch finanziert werden müssen. Deshalb ist die zentrale Frage, welche Möglichkeiten der Finanzierung oder der Verlagerung der Finanzierungkompetenz bestehen. So gibt es bereits unterschiedliche Ausgleichs- oder regionale Modelle, die zumindest Ansätze einer integrierten Regionalentwicklung finanzieren bzw. diese ermöglichen (z. B. Regionalfonds oder Lasten-Nutzen-Ausgleiche). Es stellt sich aber auch die Frage, welches Potenzial diese für andere Regionen oder bestimmte Themen haben:

  • Vor welchen Herausforderungen sind die Regionen in finanzieller Hinsicht gestellt? Vor welche Herausforderungen ist das strukturpolitische Förderinstrumentarium gestellt? Welche Spielräume sind dadurch noch gegeben?
  • Wie können die regionale Zusammenarbeit und regionale Lasten-Nutzen-Ausgleiche stärker als bisher in integrierten Entwicklungsstrategien verankert werden?

Modellvorhaben dienen dazu, neue Ansätze in der Regionalförderung zu erproben. Deshalb sollte nicht nur die Umsetzung in den Regionen an sich, sondern auch das Vorhaben selbst auf dem Prüfstand stehen. Folgende modellvorhabenbezogene Fragestellungen sollen betrachtet werden:

  • Waren die räumlichen Zuschnitte der Modellvorhaben problemadäquat gewählt?
  • Hat der versetzte Start der Modellvorhaben einen Mehrwert im Erfahrungsaustausch gebracht?
  • Welche Verstetigungsaussichten bestehen vor allem vor dem Hintergrund, dass die Regionen Eigenmittel einbringen müssen? Gibt es hier weiterführende Möglichkeiten?
  • Wie hat die finanztechnische Abwicklung des Modellvorhabens funktioniert? Gibt es weitere Instrumente (z. B. Regionalbudgets), die die Entscheidungskompetenz in die Region verlagern und den Spielraum der Region erhöhen?

Die Modellregionen werden einzeln sowie je Phase quer ausgewertet, um die Forschungsfragen zu beantworten. Hinzu kommt, dass das Modellvorhaben insgesamt am Ende der Laufzeit umfassend und übergreifend ausgewertet wird. Dies wird ergänzt durch weitere Recherchen und Sekundäranalysen, um bedarfsgerecht weitere Themen zu recherchieren, zu analysieren und zu vertiefen.

Zusatzinformationen

  • Logo MORO Lebendige Regionen

Kontakt

Dr. Jana Hoymann
Referat I 1 - Raumentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2133
Michael Zarth
Referat I 1 - Raumentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2110