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Landschaftsnetz Mosel

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Ziel der MORO-Initiative "Landschaftsnetz Mosel" ist es, eine integrierte Entwicklung der Flusslandschaft auf der Ebene der Großregion und im Fokusraum, der Dreiländermosel, zu befördern. Das landschaftliche Erbe stellt ein besonderes Entwicklungspotenzial für die gesamte Großregion dar; auch als Ausgangspunkt für eine nachhaltige, touristische Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung. Mögliche Synergien mit Initiativen zur Raumentwicklung wie beispielsweise dem Konzept der grenzüberschreitenden, polyzentrischen Metropolregion werden ausgelotet.

Im Sinne des Leitbildes 3 des Bundes und der Länder "Ressourcen bewahren, Kulturlandschaften gestalten" sollen die vielfältigen Interventionen im Flussraum der Mosel sektor- und grenzüberschreitend verknüpft werden. Impulse können dabei von der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie, dem anstehenden Ausbau der Wasserstrasse (Schleusen) oder dem Hochwasserschutz wie auch von den vielfältigen kulturlandschaftlichen und touristischen Initiativen ausgehen. Auf der Basis einer gemeinsamen Leitvorstellung oder Raumvision werden in Phase 2 konkrete Modellprojekte an der Dreiländermosel durchgeführt.

Anlass und Ausgangslage

Die Mosel entspringt in den Hochvogesen am Col de Bussang in Frankreich, quert die Großregion von Südwesten nach Nordosten und mündet bei Koblenz in den Rhein. Sie wird seit über zwei Jahrtausenden als Transport- und Reiseweg genutzt. Das Moseltal wurde früh besiedelt und präsentiert sich heute in weiten Teilen als historische Kulturlandschaft mit hohem Erlebniswert. Insbesondere das von Weinbau geprägte Engtal der Mosel und die UNESCO-Welterbestätten des Moseltals gelten als touristische Destinationen von europäischem Rang; sie ziehen jedes Jahr eine Vielzahl von Besuchern an.

Die Mosellandschaften stehen für die Vielfalt der Großregion, verbunden durch die Mosel als gemeinsames Band. Das Natur- und Kulturerbe ist ein herausragendes Potenzial für die Großregion, gleichzeitig eine Herausforderung für die grenzüberschreitende Kooperation – eine gemeinsame Aufgabe! Zahlreiche Projekte und Initiativen widmen sich den besonderen Qualitäten dieser alten Kulturlandschaft; auch die Verbesserung der touristischen Angebote wird auf unterschiedlichen Ebenen vorangetrieben.

Die Diskussion um die ökologische Qualität der Mosel hat mit der anstehenden Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie einen wichtigen Anstoß bekommen. In diesem Zusammenhang werden Möglichkeiten einer ökologischen Aufwertung des Fließgewässers und seiner Ufer geprüft. Zudem wird die Ertüchtigung der Schleusen in den nächsten zwei Jahrzehnten fortgesetzt, um die Kapazität der Mosel als Schifffahrtsstraße deutlich zu verbessern. Auch der Hochwasserschutz ist ein aktuelles grenzüberschreitendes Thema.

Der wirtschaftliche Aufschwung im Großherzogtum Luxemburg wirkt sich auch auf die Dreiländermosel aus. Die Zahl der Grenzpendler erhöhte sich und damit auch das Verkehrsaufkommen. Der Bedarf an Wohnungen und Wohnbauland steigt. Das preisgünstige Wohnen auf deutscher, aber auch auf französischer Seite zieht zahlreiche Luxemburger an. Im grenznahen Saarland und Rheinland-Pfalz bedeutet dies, dass die Gemeinden Bevölkerungswachstum verzeichnen und sich darauf einstellen – mit der Ausweisung neuer Wohngebiete, aber auch mit der notwendigen Infrastruktur.

Die besonderen Qualitäten der Mosellandschaften sind eine wesentliche Grundlage für ein attraktives Wohnumfeld und hohe Freizeitqualitäten. Im Spannungsfeld zwischen notwendigem Siedlungsausbau, der Sicherung einer zukunftsfähigen Mobilität und tradierten kulturlandschaftlichen Qualitäten stellen sich alte Fragen, beispielsweise nach landschaftsverträglichem und regionaltypischem Bauen, neu.

Zielsetzung

Ziel des MORO "Landschaftsnetz Mosel“ ist, die vielfältigen Vorhaben und Aktivitäten intensiver zu vernetzen, um das Natur- und Kulturerbe der Mosellandschaften zu sichern und behutsam weiterzuentwickeln.

Die MORO-Initiative setzt auf zwei Ebenen an: Auf der Ebene der Großregion will sie die Aufmerksamkeit auf das Moseltal als zentrale Flusslandschaft mit hohem Identifikationswert lenken. Das landschaftliche Erbe stellt ein besonderes Entwicklungspotenzial für die gesamte Großregion dar, auch als Ausgangspunkt für eine nachhaltige touristische Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung. Mögliche Synergien mit Initiativen zur Raumentwicklung wie beispielsweise dem Konzept der grenzüberschreitenden polyzentrischen Metropolregion sollen ausgelotet werden.

Am Beispiel des Fokusraums "Dreiländermosel" wird die grenzüberschreitende Kooperation intensiviert. Hier werden Akteursnetzwerke geknüpft, räumliche Perspektiven zur Entwicklung der Mosellandschaften entworfen und Schwerpunktthemen gemeinsam erarbeitet. Die Aktivitäten sollen im Rahmen des MORO in Modellprojekte münden und damit die Phase der konkreten Umsetzung einläuten

Die Ziele im Überblick

Die MORO-Initiative setzt sich zum Ziel,

  • die Aufmerksamkeit der Raumakteure stärker auf das Moseltal als zentrale Flusslandschaft der Großregion mit hohem Identifikationswert zu lenken,
  • grenzüberschreitend Akteursnetzwerke für eine integrierte Flusslandschaftsentwicklung zu knüpfen,
  • räumliche Perspektiven zur Entwicklung der Mosellandschaften zu entwerfen und Schwerpunktthemen gemeinsam zu bearbeiten,
  • damit einen Beitrag zur Umsetzung des Leitbilds 3 des Bundes und der Länder "Ressourcen sichern, Kulturlandschaften gestalten" im Rahmen einer integrierten Raumentwicklung zu leisten,
  • Optionen einer weitergehenden transnationalen Zusammenarbeit der Moselanrainerstaaten zur Entwicklung von (Kultur)Landschaften auszuloten,
  • den Weg für Modellprojekte zur konkreten Umsetzung zu bereiten.

Zu den Schwerpunktthemen zählen

  • flussbezogen: der Hochwasserschutz, die Gestaltung von Ufern und von Freiräumen am Wasser, der Flusstourismus,
  • landschaftsbezogen: die Sicherung des Kultur- und Naturerbes, die behutsame Entwicklung der (historischen) Kulturlandschaft, der Ausbau von Synergien im sanften Tourismus, Infrastrukturen und Initiativen vernetzen,
  • siedlungsbezogen: die Siedlungen mit dem Fluss verknüpfen, in die Kulturlandschaft einbetten, europäisch entwickeln.

Forschungsleitfragen

Phase 1

  • Welche Qualitäten und Entwicklungsperspektiven lassen sich für das Moseltal identifizieren? Welche Rolle spielt das Moseltal für die transnationale Raumentwicklung in der Großregion?
  • Wo liegen die Themenschwerpunkte einer integrierten Flusslandschaftsentwicklung an der Mosel?
  • Welche Raumnutzungsansprüche konkurrieren miteinander? Wo könnten Synergien zwischen den einzelnen Handlungsfeldern und Akteuren erzielt werden?
  • Wie lassen sich die unterschiedlichen Aktivitäten koordinieren und sinnvoll in eine gemeinsame Entwicklungsperspektive integrieren?
  • Wie lässt sich die grenzüberschreitende Kooperation in diesem Kontext intensivieren? Wie müssen Themen und Projekte der Raumentwicklung ausgestaltet sein, um dem Ziel der territorialen Zusammenarbeit zu entsprechen?

Phase 2

  • Wie können interkommunale bzw. fachgebietsübergreifende Abstimmungs- und Bündelungsprozesse vor Ort zur Umsetzung einer integrierten Flusslandschaftsentwicklung künftig optimiert werden?
  • Wie können grenzüberschreitende Kooperation und Abstimmung besser vernetzt werden?
  • Inwieweit können Bund und Länder diese Prozesse unterstützten?

Vielfältige Mosellandschaft

Die vielfältige Kulturlandschaft im MoseltalDie vielfältige Kulturlandschaft im Moseltal
Quelle: Planungsgruppe agl

Projektbeginn: Oktober 2009

Zusatzinformationen

Logo Modellvorhaben der Raumordnung

Kontakt

Gisela Beckmann
Referat I5 - Verkehr und Umwelt

Tel.: +49 228 99401-2305
gisela.beckmann@bbr.bund.de

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