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Anwendung europäischer Modelllösungen in deutschen Regionen

In den Programmen der transnationalen Zusammenarbeit (INTERREG B) entwickeln deutsche Kommunen und Regionen sowie Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verbänden mit ihren europäischen Projektpartnern vielfältige Lösungen für eine integrierte räumliche Entwicklung. Im Forschungsvorhaben wurde untersucht, wie die Ergebnisse dieser transnationalen Zusammenarbeit durch Verbreitung und Anwendung in der Fläche ("Kapitalisierung") und durch eine intelligente Verknüpfung mit anderen Programmen und Initiativen besser genutzt werden können. Gleichzeitig wurden ein Konzept für ein potenzielles MORO-Forschungsfeld entwickelt und themenbezogene Vernetzungsaktivitäten zwischen Projektakteuren und der Fachöffentlichkeit etabliert.

Projektlaufzeit: Dezember 2014 – November 2016

Ausgangslage

Deutschland ist intensiv in die transnationale Zusammenarbeit (INTERREG B) in länderübergreifenden Kooperationsräumen eingebunden: im Alpenraum, in Mitteleuropa, im Nordseeraum, in Nordwesteuropa, im Ostseeraum und zukünftig auch im Donauraum. In fachübergreifenden Kooperationsprojekten arbeiten Akteure aus Verwaltungen, Wirtschaft, Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen zusammen und entwickeln Beispiellösungen für aktuelle europäische Herausforderungen wie den demografischen Wandel, den Umgang mit dem Klimawandel, eine nachhaltige Energieversorgung, neue Mobilitätskonzepte oder die Wettbewerbsfähigkeit der Regionen.

Qualitäten europäischer Modelllösungen

Transnationale Projekte entstehen in einer besonderen Konstellation: In ihnen arbeiten viele internationale Partner mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen und Arbeitsstilen zusammen. Sie sind daher oft Labore, um durch gegenseitiges Lernen, Wissenstransfer, Expertise und gemeinsame Aktivitäten neue Lösungen für wichtige Probleme der Raum- und Regionalentwicklung zu entwickeln und zu erproben. Diese Besonderheiten transnationaler Projekte sind weiter zu entwickeln und zu systematisieren, um modellhafte Lösungen zu identifizieren und zu beschreiben.

Potenziale und Grenzen der Kapitalisierung transnationaler Modelllösungen

Die bisher vorliegenden thematischen Auswertungen transnationaler Projekte legen nahe, dass transnationale Zusammenarbeit vielfach modellhafte Ergebnisse erreichen konnte. Obwohl einzelne Projekte und Programmräume begonnen haben, die Kapitalisierung von Projektergebnissen durch Projektcluster und entsprechende Strategien systematischer als bisher zu verfolgen, ist zu vermuten, dass hier noch beträchtliche Potenziale brachliegen. Dies gilt nicht zuletzt auch für den Austausch über Programmräume hinweg.

Potenziale und Grenzen der Verknüpfung mit Programmen und Initiativen

Ein potenzieller Mehrwert transnationaler Projekte kann darin liegen, Projektaktivitäten und Projektergebnisse mit anderen Programmen und Initiativen auf europäischer, nationaler und regionaler bzw. lokaler Ebene zu verknüpfen. So können in INTERREG-Projekten Ideen und Machbarkeitsstudien entstehen, die Investitionen aus Investitionsprogrammen der verschiedenen räumlichen Ebenen vorbereiten und anstoßen. Andererseits können INTERREG-Projekte auch politische Zielsetzungen, etwa der europäischen Ebene, aufgreifen und in konkrete Umsetzungsprojekte bringen. Dabei ist vor dem Hintergrund der vorliegenden Untersuchungen zu vermuten, dass es themenfeldspezifische Verknüpfungspotenziale gibt.

Ziele

Das Forschungsvorhaben verfolgte vor diesem Hintergrund im Wesentlichen drei Zielsetzungen:

  • Es sollte analysiert werden, wie sich die Ergebnisse der transnationalen Zusammenarbeit besser nutzen lassen: Zum einen durch die Verbreitung und Anwendung von Modelllösungen in der Fläche ("Kapitalisierung") und zum anderen durch die intelligente Verknüpfung mit anderen Programmen und Initiativen.
  • Es sollte ein Konzept für ein potenzielles MORO-Forschungsfeld "Transnationale Modelllösungen" entwickelt werden, das Modellvorhaben zu entsprechenden Kapitalisierungs- und Verknüpfungsaktivitäten initiiert.
  • Bereits im Projektverlauf sollten durch themenbezogene Plattformen und Netzwerke die Grundlage für einen dauerhaften Ergebnistransfer "europäischer Modelllösungen" gelegt werden.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes war das Deutsche Institut für Urbanistik gGmbH, Berlin, in Kooperation mit IMP-HSG Institut für Systemisches Management und Public Governance, St. Gallen, und blue! advancing european projects GbR, München

Zusatzinformationen

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Kontakt

Brigitte Ahlke
Referat I 3 - Europäische Raum- und Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2330