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Strategische Einbindung regenerativer Energien in regionale Energiekonzepte - Folgen und Handlungsempfehlungen aus Sicht der Raumordnung

Steigende Energiepreise und die notwendigen Anpassungs- sowie Schutzmaßnahmen in Bezug auf den Klimawandel erfordern eine ökonomische, soziale und ökologische Produktion von erneuerbaren Energien (EE) – und dies möglichst in der Nähe des Verbrauchers. Im Rahmen regionaler Energiekonzepte können der Energieverbrauch, aber auch Einspar- und Erzeugungspotenziale ermittelt werden. In erster Linie dienen jedoch solche Konzepte dazu, energiepolitische Ziele und Strategien für die Region zu formulieren und umzusetzen.
Projektlaufzeit: Oktober 2008 - September 2011

Das Forschungsprojekt analysierte und bewertete das Instrument der Energiekonzepte in Hinblick auf ihren Beitrag zur Ausschöpfung der Potenziale erneuerbarer Energien auf regionaler Ebene. Dabei wurden zunächst die Einflussmöglichkeiten regionaler energiepolitischer Initiativen auf Marktakteure des Energiesektors betrachtet, wozu Energieverbraucher, Investoren und Betreiber von Umwandlungsanlagen bzw. Netzen gezählt wurden. Im Mittelpunkt des Interesses stand die Verzahnung zwischen räumlicher Gesamtplanung und Energiekonzepten. Diese gewinnt im Zuge des weiteren Ausbaus einer regenerativen Energieversorgung zunehmend an Bedeutung, da die Art und Intensität der Flächeninanspruchnahme in besonderem Maße Raumwirkungen entfaltet, andererseits durch diese ein positiver Beitrag zur regionalen Wertschöpfung geleistet werden kann.

Anlass und Ausgangslage

Die konsequente Nutzung erneuerbarer Energien ist ein wichtiges Element des Klimaschutzes und spielt eine strategische Rolle für eine zukunftsfähige Energieversorgung. Die Bundesregierung hat in ihrem integrierten Energie- und Klimaprogramm (IEKP) vom Dezember 2007 das Ziel formuliert, den Anteil erneuerbarer Energien an der Strom- und Wärmeproduktion bis 2020 deutlich zu erhöhen. Damit verfolgt die Bundesregierung das Ziel, die Energiebereitstellung stärker zu dezentralisieren und so die Importabhängigkeit zu reduzieren. Bestätigt wurden diese Ziele im Energiekonzept der Bundesregierung vom September 2010.

Über regionale Energiekonzepte können Ziele und Leitbilder zur Minderung des Energieverbrauchs sowie zur Ausschöpfung von Einsparpotenzialen bzw. von endogenen Potenzialen der Region zur Bereitstellung von Energie formuliert und vereinbart werden. Verschiedene Regionen und Planungsverbände haben mit ihren Energiekonzepten einen entscheidenden Schritt in Richtung eines strategischen Energieportfolios und -management unternommen. In diesem Rahmen wurden bereits regionale Akteure identifiziert, welche die vermehrte Nutzung erneuerbarer Energien unterstützen könnten und erste Potenzialstudien vorgelegt, die den Nutzungsumfang erneuerbarer Energien abschätzen. Es fehlt jedoch bislang auf der regionalen Ebene häufig noch an wirksamen Strategien für die breite Verankerung und Umsetzung energiepolitischer Ziele.

Zielsetzung und Gegenstand

Bereits in den 80er und 90er Jahren wurden örtliche und regionale Energiekonzepte von Bundesseite gefördert und in verschiedenen Bundesländern als Instrument der kommunalen und regionalen Entwicklungsplanung etabliert.

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Die aktuelle Situation fügt den Energiekonzepten, neben der Marktliberalisierung im Strombereich in den 1990er Jahren, neue Dimensionen, wie demographischer, wirtschaftsstruktureller Wandel und regional sehr unterschiedliche Wachstums- bzw. Schrumpfungstendenzen hinzu.

Gegenstand des Forschungsprojekts waren regionale Energiekonzepte und deren Beitrag zum Ausbau der erneuerbaren Energien unter besonderer Berücksichtigung der Perspektiven der Raumordnung. Ziel des Projektes war es, anhand einer umfassenden Recherche bestehender regionaler Konzepte und Strategien sowie deren Evaluation am Beispiel ausgewählter Untersuchungsregionen einerseits einen Leitfaden für regionale Energiekonzepte zu formulieren und einer breiteren Fachöffentlichkeit zur Diskussion zu stellen. Andererseits sollte das Projekt einen Beitrag zur Weiterentwicklung formeller und informeller raumordnerisch-regionalplanerischer Instrumente leisten, damit diese nicht nur als Regulativ, sondern möglicherweise auch zur Umsetzung einer regionalen Strategie zum Ausbau erneuerbarer Energien eingesetzt werden können.

Durchgeführt wurde das Projekt von den beiden Fachgebieten Ver- und Entsorgungssysteme (VES) sowie Stadt- und Regionalplanung (SRP) der Fakultät Raumplanung an der Technischen Universität Dortmund unter der Leitung von Prof. Dr. Tietz und Prof’in. Dr. Baumgart.

Zusatzinformationen

Logo Modellvorhaben der Raumordnung

Kontakt

Lars Porsche
Referat I 7 - Baukultur und Städtebaulicher Denkmalschutz
Tel.: +49 228 99401-2351