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Entwicklung und Implementierung eines Standards für den Datenaustausch in der Raumordnungsplanung

In der Raumordnung von Bund, Ländern und Regionen ist die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) heute nicht mehr wegzudenken. Eine besondere Bedeutung kommt hier Geographischen Informationssystemen (GIS) zu. Um einen effektiven Austausch von Geodaten der Raumordnung im Bundesgebiet zu ermöglichen, der auch Träger öffentlicher Belange, die Privatwirtschaft und Bürger mit einschließt, ist eine Standardisierung erforderlich. Aus diesem Grund entwickelt das Projekt das Datenaustauschformat für Raumordnungspläne (XPlanung) weiter.

Projektlaufzeit: Dezember 2014 - Dezember 2016

Ausgangslage

Derzeit gibt es kein einheitliches Format für Geodaten von Raumordnungsplänen auf regionaler und Landesebene. Damit die Planungsträger Geodaten von Landesentwicklungsplänen und Regionalplänen zukünftig austauschen können, bot es sich an, ein Austauschformat zu entwickeln. Für den Bereich der Kommunalplanung besteht mit XPlanung bereits ein auf GML basierender Standard. Dieser hat sich in vielen Behörden für die Erfassung von Bauleit- und Flächennutzungsplänen etabliert. XPlanung berücksichtigt auch das Themenfeld Raumordnung. So umfasste der Standard XPlanung einzelne Modellelemente für Regional- und Landesentwicklungspläne. Ausgehend von einem 2007 bis 2008 im Projekt "XPlanung – Weiterentwicklung des Objektmodells für Landschafts- und Regionalplanung" entwickelten Kernmodell für Raumordnungspläne entwickelten Projekte länderspezifische Modelle. Auf dieser Basis wurden Pläne aus Nordrhein-Westfalen, aus Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nach XPlanGML konvertiert.

Die Entwicklung von XPlanung erfolgte maßgeblich am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Die letzte Version 4.1 von XPlanGML wurde am 7.9.2013 veröffentlicht. Weiterführende Informationen zum Thema XPlanung sind auf dem XPlanungWiki zu finden. Seit dem 30.11.2011 koordiniert der IT-Planungsrat den Standard.

Die Abbildung zeigt einen Auszug aus dem XPlanGML Objektartenkatalog. Auszug aus dem XPlanGML ObjektartenkatalogAuszug aus dem XPlanGML Objektartenkatalog Quelle: GDI-Service Rostock

Um das Kernmodell im MORO-Projekt weiterzuentwickeln, standen die Sachdaten des Raumordnungsplanmonitors (ROPLAMO) des BBSR zur Verfügung. Beim Monitoring werden die Planzeichen der Raumordnungspläne dokumentiert und für jedes Planzeichen verschiedene Sachattribute erfasst. Derzeit umfasst die Datenbank im Legendenhandbuch über 18.000 Planzeichen aus rund 1.900 Dokumenten der Raumordnungsplanung (integrierte Raumordnungspläne, Änderungen, Fortschreibungen).


Ziel

Das Team des MORO-Projekts sollte das bestehende XPlanung-Kernmodell für Raumordnungspläne zu einem bundesweiten Gesamtmodell weiterentwickeln, das alle Planzeichen der Landes- und Regionalplanung abbildet. Auf Basis dieses Standards für Raumordnungspläne galt es, in einem weiteren Schritt bundesweit einheitliche Transformationsvorschriften zu definieren: Wie lassen sich die Geodaten der Raumordnungspläne in das INSPIRE-Anwendungsschema "Planned Land Use" überführen? Die Modellierung sollte künftig in der Unified Modeling Language (UML) erfolgen.

Die Abbildung zeigt die Ebenen der Modellierung für XPlanung. Ebenen der Modellierung für XPlanungEbenen der Modellierung für XPlanung Quelle: GDI-Service Rostock

Das Projektteam entwickelte eine Software, mit der exemplarisch Pläne aus unterschiedlichen Regionen in XPlanGML und dann weiter in das INSPIRE-Format konvertiert werden können. Zum XPlanung-Modell erstellte es einen Feature-Katalog und einen Thesaurus. Im Projekt entwickelte Konzepte sollten zugleich die Frage beantworten, wie sich Raumordnungspläne über Web-Services und Visualisierungsvorschriften bereitstellen lassen.

Das Projekt wurde durchgeführt von GDI-Service Rostock.

Zusatzinformationen

Logo Modellvorhaben der Raumordnung

Kontakt

Dr. Brigitte Zaspel-Heisters
Referat I 1 - Raumentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2106
Dr. Matthias Furkert
Referat I 1 - Raumentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2134