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MORO "Regionale Landschaftsgestaltung" (Vorstudie)

Der Wandel von Landschaften ist kein neuer Prozess. Neu hingegen ist jedoch das Tempo, in dem er sich vollzieht. Wesentliche Ursachen dieses Landschaftswandels liegen vor allem in der Energiewende, dem Wandel der Agrarstruktur sowie der Siedlungs- und Verkehrsentwicklung. In einer Vorstudie standen sowohl die Bedeutung aktueller wie zukünftiger Transformationsprozesse als auch die Möglichkeiten einer regionalen Landschaftsgestaltung zur Diskussion. Ziel war es, die konzeptionelle Basis für das neue Modellvorhaben der Raumordnung (MORO) "Regionale Landschaftsgestaltung" zu legen und Rahmenbedingungen für die Erprobung innovativer Ansätze in Modellregionen auszuloten.

Projektlaufzeit: Oktober 2015 - Juni 2016

Ausgangslage

Seit einigen Jahrzehnten vollzieht sich ein umfassender und dynamischer Landschaftswandel. Dieser Wandel hat vielfältige Gründe: die Energiewende, der Klima- und agrarstrukturelle Wandel, aber auch die anhaltende Siedlungsexpansion. Die Auswirkungen betreffen nicht alle Regionen gleichermaßen.

So führt der Ausbau regenerativer Energien insbesondere in ländlichen Regionen zu großräumigen Veränderungen der Landschaftsqualitäten und Landschaftsbilder. Auch wenn die Energiewende von Vielen befürwortet wird, stoßen die konkreten Vorhaben vor Ort zunehmend auf Akzeptanzprobleme. Kritische Stimmen aus Politik und Bevölkerung stellen in Frage, ob das, was im Zuge der Transformationsprozesse an (Alltags-)Landschaften sozusagen als "Nebenprodukt" entsteht, tatsächlich die gewünschten Lebensqualitäten bietet.

Dabei stellt nicht der Wandel der Landschaften an sich das zu lösende Problem dar, "sondern die Gestaltung einer räumlichen Entwicklung, die kulturlandschaftlichen Leitbildvorstellungen gerecht wird" (Zitat Veröffentlichung BBR/BMVBS). Sind Transformationsprozesse im Sinne einer integrierten und an konsensualen Qualitäten orientierten Landschaftsentwicklung plan- und steuerbar? Nicht nur, dass der Landschaftswandel durch viele Variablen bestimmt wird, die sich dem Einflussbereich der räumlichen Planung weitgehend entziehen. Hinzu kommt, dass für Transformationslandschaften – im Gegensatz zu historischen Kulturlandschaften – kollektiv wirksame oder gar konsensfähige Qualitäten und Bilder fehlen.

Was kann die räumliche Planung in Bezug auf eine Steuerung des Landschaftswandels leisten; welche Rolle kommt ihr zu? Den Auftrag, sich mit Landschaften zu befassen, formulieren sowohl das Raumordnungsgesetz (ROG) und das Bundesnaturschutzgesetz (BNatschG) als auch die Leitbilder zur Raumentwicklung der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO). Hierbei wird deutlich, dass sich der Planungsauftrag zum einen auf die Sicherung besonderer Landschaftsqualitäten (Landschaft als "Schutzgut"), zum anderen auf eine aktive Landschaftsgestaltung (Landschaft als "Gestaltungsaufgabe") bezieht.
Vor diesem Hintergrund beabsichtigte das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) in einem MORO, Projekte in ausgewählten Modellregionen zu initiieren und 2017 zu starten.


Ziel

Die Vorstudie zielte darauf ab, das neue MORO "Regionale Landschaftsgestaltung" konzeptionell vorzubereiten und Schwerpunkte für die Bearbeitung in den zukünftigen Modellregionen zu setzen. Wesentlicher Baustein war dabei die Durchführung eines Fachgesprächs mit Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Bereichen. Der Ergebnisbericht zur Vorstudie dient als Grundlage für die Ausschreibung des MORO und die Auswahl der Modellregionen.

Auftragnehmer des Projekts war das Saarbrücker Büro agl Hartz • Saad • Wendl, Projektleitung Andrea Hartz.

Zusatzinformationen

Logo Modellvorhaben der Raumordnung

Kontakt

Gisela Beckmann
Referat I 6 – Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2305
Dr. Fabian Dosch
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2160

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