Analyse der Ergebnisse des ESPON-Programms 2006 - Aussagen und Bedeutung für Deutschland
Start
Das ESPON-Programm 2006 diente der politiknahen Beobachtung europäischer Raumentwicklung und Raumentwicklungspolitik sowie der Etablierung eines europaweiten Forschungsnetzwerkes. Dieses hatte das Ziel, für verschiedene raumrelevante Themen grenzüberschreitende, gemeinsame Forschungsansätze zu entwickeln und zu realisieren. Die vorliegende Betrachtung zielt darauf ab, die dort erarbeiteten Ergebnisse aus der nationalen, deutschen Perspektive auszuwerten und so aufzubereiten, dass sie von zusätzlichem Nutzen für die deutschen Akteure sind.
Projektlaufzeit: 4. Quartal 2007 - Dezember 2008
Im Zuge der europäischen Integration haben verschiedene Aspekte der räumlichen Entwicklung in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Um diesem Bedeutungszuwachs Rechnung zu tragen, wurde zunächst das Europäische Studienprogramm für räumliche Entwicklung (SPESP) ins Leben gerufen und anschließend das ESPON-Programm 2006 initiiert. Vor allem Letzteres diente der politiknahen Beobachtung europäischer Raumentwicklung und Raumentwicklungspolitik und der Etablierung eines europaweiten Forschungsnetzwerkes. Dieses Netzwerk hatte die Aufgabe für eine ganze Reihe raumrelevanter Themenstellungen grenzüberschreitende gemeinsame Forschungsansätze auf regionaler Ebene zu entwickeln und zu realisieren. Innerhalb dieses Rahmens konnte das ESPON-Programm 2006 wichtige Ergebnisse für die europäische Raumentwicklung und Raumentwicklungspolitik erarbeiten.
Bei den Analysen standen europäische Themen der Raumentwicklung, wie sie vor allem im EUREK formuliert wurden, im Vordergrund. Dementsprechend fanden nationale thematische Schwerpunkte im abgelaufenen ESPON-Programm 2006 nur insoweit Berücksichtigung finden, wie sie mit den europäischen Themenschwerpunkten kohärent waren. Viele Ergebnisse wurden ausführlich zudem nur aus der europäischen Perspektive betrachtet, nationale und regionale Spezifika oft nur andiskutiert, ebenso wie deren Einordnung in den europäischen Kontext.
Diese Einordnung und die Betrachtung europaweiter Ergebnisse aus der nationalen Perspektive sind jedoch hinsichtlich einer weiteren Nutzung von ESPON-Ergebnissen in Deutschland hilfreich und daher von besonderem Interesse. Demzufolge gilt es, einen Ausgleich zwischen einer europäisch geprägten und der nationalen Perspektive zu schaffen, indem beide Perspektiven zueinander in Beziehung gesetzt werden.
Ziel der Betrachtung aus nationaler Perspektive war es somit, die Ergebnisse so auszuwerten und aufzubereiten, dass sie leicht verständlich und von zusätzlichem Nutzem für die deutschen Akteure sind. Wichtige Zielgruppen waren neben der Wissenschaft vor allem die Akteure aus Politik und Verwaltung der unterschiedlichen räumlichen Ebenen (Bund, Länder, Kreise, Städte). Für diese Gruppen galt es aufzuzeigen, welche Bedeutung die ESPON-Ergebnisse für sie haben und welchen Nutzen sie aus ESPON ziehen können. Dafür wurden ausgewählte ESPON-Ergebnisse von der europäischen auf die (nationale, regionale und thematische) Perspektive deutscher Akteure herunter gebrochen.
Zielsetzung
Die Analyse sollte somit mehreren Anforderungen gerecht werden:
Es galt die Ziele und Strategien der deutschen Raumordnungspolitik mit jenen der europäischen Ebene, insbesondere der Territorialen Agenda, in Beziehung zu setzen. Die deutschen Leitbilder der Raumordnung und die Prioritäten der Territorialen Agenda stellten somit den thematischen Rahmen für die Betrachtung des ESPON-Programms 2006 aus deutscher Perspektive.
- Die Analyse der Ergebnisse des ESPON-Programms 2006 dienten dem besseren Verständnis der ESPON Ergebnisse aus deutscher Sicht. Dieses Verständnis war die Grundlage für die effektive Nutzung der erzielten ESPON Ergebnisse auf den unterschiedlichen Ebenen deutscher Raumentwicklungspolitik, von Verwaltung und Wissenschaft. Die in der Analyse erlangten Erkenntnisse waren somit auch den relevanten Akteuren aus Politik, Verwaltung und Wissenschaft in jeweils geeigneter Form nahe zu bringen.
- Außerdem war das Herunterbrechen der europäischen ESPON Ergebnisse auf die nationale Ebene mit einer Perspektivenerweiterung verbunden. So zeigte sich immer wieder, dass das komparative Nebeneinander von Forschungserkenntnissen verschiedener räumlicher Ebenen dazu beiträgt, räumliche Interaktionen und Potenziale besser zu erkennen und Abläufe räumlicher Interventionen ex-post wie a priori besser einschätzen zu können. Diese Perspektivenerweiterung wurde erreicht, indem die Analyse gezielt der Frage der Einordnung der deutschen Städte und Regionen im europäischen Kontext nachgeht. Durch diese Betrachtungsweise gewinnen die ESPON Ergebnisse an Bedeutung, da sie auch für die nationalen räumlichen Strategien neue Impulse auslösen können.
- Mit der Analyse der Ergebnisse des ESPON-Programms 2006 aus deutscher Perspektive verbunden ist außerdem eine Bewertung desselben. Die Zusammenführung der deutschen und europäischen raumentwicklungspolitischen Zielsetzungen mit den bisherigen ESPON Ergebnissen erlaubt die Identifizierung von thematischen Lücken und räumlichem Forschungsbedarf. Auf dieser Basis konnten fundierte Lehren für das ESPON-Programm 2013 gezogen werden.
Auftragnehmer des Forschungsprojektes war das Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung, Erkner.
