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Imagefördernde Stadtteile in Metropolräumen

Die deutschen Metropolregionen stehen vor der Herausforderung, sich im zunehmenden Wettbewerb um Einwohner und Arbeitsplätze nicht nur gegenüber ihrem Umland sondern auch gegenüber nationalen und internationalen Standorten zu behaupten. Durch die Realisierung von städtebaulichen Großprojekten wird versucht, die Attraktivität der Metropolregionen zu steigern und Wirtschaftswachstum zu generieren. Im Rahmen des Forschungsprojektes wurden die Auswirkungen städtebaulicher Großprojekte auf die Stadtentwicklung und das Image der Metropolregionen (Außenwahrnehmung und Binnenperspektive) untersucht.
Projektlaufzeit: November 2008 - Dezember 2010

Ausgangslage

Die Zentren der großen Ballungsräume haben in der Diskussion über die räumliche Entwicklung traditionell einen hohen Stellenwert. Vielfach sind in ihnen die politischen sowie die wirtschaftlichen Entscheidungs- und Kontrollfunktionen konzentriert. Ebenso finden sich hier wichtige Symbole für die Identität der Regionen und Länder. Im Zuge der starken Expansion der Ballungsräume bzw. der Suburbanisierung seit den 1960er Jahren hat sich die historische Dominanz der Ballungszentren allerdings relativiert. Im Bereich des Wohnens, des Gewerbes und auch der Dienstleistungsfunktionen haben sich die Schwerpunkte deutlich zugunsten des Stadtrands und des "Umlands" verschoben.

Insbesondere durch städtebauliche Großprojekte in zentralen Lagen wurde in den vergangenen Jahren versucht, die Leit- und Imagefunktion der Ballungszentren wieder zu stärken. Dabei wurden nicht nur einzelne Funktionen ausgebaut, zum Beispiel durch Erweiterung von Infrastrukturen oder Ansiedlung von Unternehmen, sondern vielmehr Quartiere und ganze Stadtteile neuen Typs entwickelt. Im Kontrast zu den monofunktionalen Strukturen, die die Außenentwicklung über Jahrzehnte prägten, werden in den neuen Stadtteilen oder Quartieren Ansiedlungen von expandierenden Unternehmen und neue, moderne Arbeitsplätze sowie neue, attraktive Wohnformen eng mit Einrichtungen für Dienstleistungen, Handel, Kultur und Freizeit verbunden. Auf diese Weise soll über den erhofften ökonomischen Impuls hinaus der neue Teil der Stadt vital und attraktiv sein und eine vorbildliche und imageprägende Bedeutung im öffentlichen Leben der Region erhalten und eine überregionale Wahrnehmung erfahren.

Zielsetzung und Gegenstand des Forschungsvorhabens

Ziel des Forschungsprojektes war es, die Konzepte und die Wirkungen städtebaulicher Großprojekte in ihrem lokalen, regionalen und überregionalen Kontext zu erfassen und zu bewerten. Hiefür wurden zehn Fallbeispiele in deutschen Metropolregionen empirisch untersucht und vergleichend ausgewertet. Zudem wurden acht Projekte aus dem europäischen Ausland analysiert, um die Situation in Deutschland vergleichend in einen größeren Zusammenhang einzuordnen. Ausgewählt wurden Projekte, die sich durch eine besondere öffentliche Ausstrahlung bzw. auffällige Resonanz in den Medien auszeichnen.

Insgesamt wurde in dieser Untersuchung der Versuch unternommen, die exemplarisch ausgewählten städtebaulichen Großprojekte und neuen Stadtquartiere aus der Sicht der Aufgabenstellung einer "integrierten Stadtentwicklung" zu betrachten. Im Mittelpunkt steht also die - verschiedene Akteursinteressen abwägende - Sicht der Kommune insgesamt, d.h. von Politik und Verwaltung, im Interesse der langfristigen Entwicklung der gesamten Stadt.Das Projekt wurde von GEWOS GmbH Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung, Hamburg und der HafenCity Universität Hamburg betreut.

Collage verschiedener Fallbeispiele aus Deutschland

Zusatzinformationen

Logo  Experimenteller Wohnungs- und Städtebau

Kontakt

Dr. Brigitte Adam
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2325