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Integration von Zuwanderern – Herausforderungen für die Stadtentwicklung

Das Projekt erfasst und beobachtet zwei Jahre lang in 30 Fallstudien mit unterschiedlichen kommunalen Ausgangs- und Rahmenbedingungen wie z. B. Zuwanderungserfahrungen und Wohnungsmarktsituation die kommunalen Strategien im Umgang mit der aktuellen Zuwanderungsentwicklung. Ziel ist, systematische Erkenntnisse über integrationsfördernde Bedingungen und Vorgehensweisen zu gewinnen und Auswirkungen auf die Stadtentwicklung zu identifizieren.

Projektstart: Oktober 2016

Ausgangslage

Deutschland ist seit langem Zuwanderungsland. Bei den gegenwärtigen kommunalen und stadt-entwicklungspolitischen Herausforderungen mit der Integration der Zuwanderer bestehen erhebliche regionale und auch kleinräumige Unterschiede. Diese sind das Ergebnis von Zuzugsmustern der unterschiedlichen Entwicklungsphasen der Zuwanderung, der wirtschaftlichen Entwicklung, der städtebaulichen Entstehungsphasen und der Wohnungsmärkte der jeweiligen Städte.

Die gegenwärtige Phase mit sehr hoher Zuwanderung – zurückzuführen auf die hohe Zahl der nach Deutschland kommenden Asylsuchenden seit 2014/2015 – ist die historisch bislang dynamischste Phase der Zuwanderung, bezogen auf Einzeljahre. Neben der Fluchtzuwanderung stieg in den vergangenen Jahren auch die Zuwanderung aus EU-Staaten kontinuierlich an. Nicht nur aufgrund der Aktualität, sondern auch aufgrund der politischen Unklarheit im Umgang mit dem bestehenden Zuzugsdruck ist unsicher, wie sich das Niveau der Zuwanderung künftig entwickelt und sich die Asylsuchenden langfristig räumlich verteilen. Gegenüber den rund 890.000 Asylsuchenden im Jahr 2015 ist die Zahl der bislang im Jahr 2016 nach Deutschland gekommenen Asylsuchenden deutlich rückläufig. Derzeit ist noch nicht geklärt, wie die Regelungen des Integrationsgesetzes (insbesondere Wohnsitzauflage) jeweils auf Landesebene umgesetzt werden bzw. wie sich die Umsetzung auswirken wird. Es zeichnen sich gegenwärtig unterschiedliche Vorgehensweisen in den Ländern ab. Gegebenenfalls ist auch von einer Übergangsphase mit "bekannten" Wanderungsmustern anerkannter Flüchtlinge auszugehen, der dann eine Phase wirksamer Wohnsitzauflagen und regional stabileren Verteilungen folgt.

Während die Erstaufnahme von Asylsuchenden in der Regel Aufgabe der Länder ist, liegt die Hauptlast der Integrationsaufgaben von Zuwanderern bei den Kommunen. Bislang stellte sich die jüngste Zuwanderung vor allem als quantitative Herausforderung mit Blick auf Unterbringung und Versorgung dar. Die Kommunen müssen die Zuwanderer mit Wohnraum versorgen, wobei die hohen Zahlen an Asylsuchenden zu Engpässen auf den Wohnungsmärkten führen und den Druck auf das (kommunale) Wohnraummanagement erhöhen. Hier unterscheiden sich die kommunalen Ausgangsbedingungen erheblich zwischen angespannten Wohnungsmärkten mit Engpässen bei preiswertem Wohnraum und entspannten Wohnungsmärkten mit bestehenden Leerstandsreserven. Nun rücken neben der Organisation der Versorgungsaufgaben weitere qualitative Dimensionen stärker in den Vordergrund. Dazu zählen die Integration in Bildung/Aus- und Weiterbildung, die berufliche Integration sowie der Übergang von Gemeinschaftsunterkünften in den regulären Wohnungsmarkt und die Integration in die Nachbarschaften und die Stadtgesellschaft, auch im Sinne gesellschaftlicher Teilhabe.

Das Forschungsprojekt gehört zur Forschungsinitiative Integration vor Ort leben. Neben diesem Projekt gehören hierzu die beiden Projekte:

  • Integration von Flüchtlingen in den regulären Wohnungsmarkt
  • Zuwanderung – Auswirkungen auf die Städtebauförderung


Ziel

Vor diesem Hintergrund werden im Forschungsprojekt unterschiedliche kommunale Zielsetzungen und Strategien im Umgang mit der aktuellen Zuwanderungsentwicklung beobachtet, um daraus systematische Erkenntnisse über integrationsfördernde Bedingungen und Vorgehensweisen abzuleiten.

Hierzu berücksichtigt und typisiert das Projekt die unterschiedlichen kommunalen Ausgangs- und Rahmenbedingungen wie z. B. Zuwanderungserfahrungen und Wohnungsmarktsituation, um auf dieser Grundlage Stadtentwicklungstypen und im Projektverlauf von diesen ergriffene typische Strategien zur Förderung der Integration von Zuwanderern zu identifizieren.

Nach einer zweijährigen Beobachtung von 30 Fallstudien sollen auch Rückschlüsse für die Weiterentwicklung der städtebaulichen und stadtentwicklungspolitischen Instrumentarien des Bundes gewonnen werden.

Zusatzinformationen

Kontakt

Dr. Karin Veith
Referat I 4 - Städtebauförderung, Soziale Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2140
Teresa Lauerbach
Referat I 4 - Städtebauförderung, Soziale Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2337