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Aktuelle und zukünftige Entwicklung von Wohnungsleerständen in den Teilräumen Deutschlands

Wohnungsleerstände sind in vielen Städten und Regionen ein ernst zu nehmendes Problem - einerseits für die Kommunen und die betroffenen Quartiere, andererseits für die Eigentümer der Gebäude selbst. Statistische Informationen zu Leerständen liegen aber nur unzureichend vor. Das Forschungsprojekt stellt Möglichkeiten zur Erfassung von Wohnungsleerständen vor und trifft regional differenzierte Aussagen zu aktuellen Leerstandsentwicklungen und künftigen Leerstandsschwerpunkten.

Projektlaufzeit: November 2012 - August 2014

Ausgangslage

In der Vergangenheit ist in vielen Regionen Deutschlands die Einwohnerzahl gesunken. Aufgrund sinkender Haushaltsgrößen blieb die Zahl der Wohnungsnachfrager aber häufig konstant oder stieg sogar an. Künftig ist dagegen in immer mehr Regionen mit sinkenden Haushaltszahlen und in der Folge mit zunehmendem Leerstand zu rechnen.

Gleichzeitig werden die regionalen Unterschiede größer. Vor allem die Binnenwanderung führt zu unterschiedlichen Altersstrukturen und Geburtenzahlen in Schrumpfungs- und Wachstumsregionen. Wachsende Wohnungsüberhänge gibt es vor allem in den Schrumpfungsregionen (demographisch bedingt). Sie werden zusätzlich vergrößert durch Neubau. Der findet trotz Schrumpfung statt, wenn der nicht modernisierte Bestand nicht mehr nachfragegerecht ist (qualitätsbedingter Überhang).

Wohnungsüberhänge sind zunächst einmal ein Vermarktungsproblem. Ob es zu einem dauerhaften Leerstand kommt, hängt maßgeblich von den Entscheidungen des Eigentümers ab: Zusammenlegung, Abriss und Umnutzung von Wohnungen reduzieren den Überhang. Sanierungen können die Vermarktungschancen erhöhen und den qualitätsbedingten Überhang reduzieren. Bei demographisch bedingten Wohnungsüberhängen hingegen sorgen sie nur für eine räumliche Verschiebung.

Mit Hilfe des Bund-Länder-Programms Stadtumbau Ost konnten bisher strukturelle Verwerfungen durch die Förderung von Rückbaumaßnahmen und Quartiersentwicklungen abgemildert werden. Für die weitere Ausgestaltung von Förderprogrammen in ganz Deutschland ist eine Verbesserung der bisher nicht ausreichend vorliegenden Datenerhebungen und -auswertungen erforderlich. Zur Analyse dieser komplexen Prozesse regional unterschiedlicher Wohnungsüberhänge wird daher eine kontinuierliche, flächendeckende Leerstandsbeobachtung für Deutschland immer wichtiger. Dennoch gibt es bisher kaum verlässliche, vergleichbare und allgemein anerkannte Datenquellen zum Wohnungsleerstand in Deutschland.

Ziel

Die Studie gibt einen Überblick über vorhandene Leerstandsdaten und deren Erhebungsmethoden in Deutschland. Dabei werden Möglichkeiten zur Erfassung von Wohnungsleerständen aufgezeigt und regional differenzierte Aussagen zu aktuellen Leerstandsentwicklungen und künftigen Leerstandsschwerpunkten getroffen.

Auftragnehmer des Forschungsprojektes war die empirica ag, Berlin.

Zusatzinformationen

Kontakt

Alexander Schürt
Referat II 11 - Wohnungs- und Immobilienmärkte
Tel.: +49 228 99401-2239