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Einzelprivatisierung von Wohnungen – Umfang, Struktur und wohnungspolitische Implikationen der Umwandlungsprozesse

Die Zahl der Eigentumswohnungen in Deutschland hat in den letzten Jahren bundesweit deutlich zugenommen. Zum einen sind viele Eigentumswohnungen neu gebaut worden, zum anderen wurden aber auch zahlreiche - vormalige - Mietshauswohnungen in Eigentumswohnungen nach Wohnungseigentumsgesetz umgewandelt. Diese Prozesse bieten Chancen wenn es z.B. um Eigentumsbildung und Altersvorsorge privater Haushalte geht, bergen aber möglicherweise auch Risiken im Hinblick auf ein schrumpfendes preiswertes Mietwohnungsangebot und Verdrängungstendenzen.

Projektstart: Dezember 2015

Ausgangslage

Nach den Ergebnissen des Zensus 2011 gibt es in Deutschland rund 9 Mio. Wohnungen, die sich im Besitz von Wohnungseigentümergemeinschaften nach dem Wohnungseigentumsgesetz (WoEigG) befinden. Der Anteil von Eigentumswohnungen nach WoEigG an allen Wohnungen in Deutschland beläuft sich somit auf 22% und liegt damit deutlich höher, als bisher allgemein angenommen.

Wohnungseigentum nach WoEigG entsteht i.d.R. durch die Teilungserklärung. Hierbei können einerseits bereits beim Bau eines neuen Gebäudes Wohnungseigentums-rechte originär gebildet werden. Andererseits können "ungeteilte" Bestandsimmobilien auch nachträglich geteilt und umgewandelt werden. Dabei werden diese Objekte in einzelne, abgeschlossene Eigentumswohnungen (Sondereigentum) mit individuellen Anteilen am Gemeinschaftseigentum aufgeteilt. Vormalige Mietshäuser werden somit zu Eigentumswohnungsanlagen deren Eigentümer einzelne Wohnungen und Anteile am Gemeinschaftseigentum besitzen. Ergebnisse aus dem Zensus und verschiedenen Studien machen deutlich, dass Eigentumswohnungen, die durch nachträgliche Aufteilung entstanden sind, einen nicht unerheblichen Anteil an allen Eigentumswohnungen ausmachen dürften.

Im Fokus des Forschungsvorhabens stehen somit auch angesichts der quantitativen Bedeutung Umwandlungen im Bestand und die anschließenden Einzelprivatisierungen oder anders ausgedrückt: die Prozesse der (nachträglichen) Begründung von Wohneigentum in Bestandsobjekten durch Teilungserklärung und anschließender Veräußerung des Wohnungseigentums.

Ziel

Mit dem Forschungsvorhaben wird das Ziel verfolgt, zu analysieren und darzustellen, in welcher Form und in welchem Umfang Umwandlungen und Einzelprivatisierungen in Deutschland seit Einführung des Wohneigentumsgesetzes erfolgt sind. Des Weiteren soll die Nachfrage- und Angebotsseite des Umwandlungsmarktes auf der einen Seite und die wohnungspolitischen Strategien und Instrumente auf der anderen Seite nähergehend untersucht werden. Aus den Ergebnissen sollen abschließend mögliche zukünftige Entwicklungspfade von Einzelprivatisierungen sowie wohnungspolitische Empfehlungen abgeleitet werden.

Zusatzinformationen

Kontakt

Christoph Zander
Referat II 13 - Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
Tel.: +49 228 99401-1585