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Beitrag der Digitalisierung zur Produktivität in der Baubranche

Im Baugewerbe war in den vergangenen Jahren ein vergleichsweise geringes Produktivitätswachstum zu verzeichnen. Gleichzeitig werden große Hoffnungen in Produktivitätssteigerungen durch die fortschreitende Digitalisierung gesetzt. Im Rahmen des Projekts soll untersucht werden, inwieweit Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologien die Produktivität im Baugewerbe bereits gesteigert haben und welche zukünftigen Potenziale zu erwarten sind.

Projektstart: Dezember 2017

Ausgangslage

Das Baugewerbe in Deutschland mit seinen rund zwei Millionen Beschäftigten und fast 330.000 Betrieben ist einer der bedeutendsten Wirtschaftssektoren in Deutschland. Das Bauvolumen beträgt im Jahr 2016 über 350 Milliarden Euro. Hierin sind auch die anderen, mit dem Baugewerbe verbundenen Produzentenbereiche enthalten.

Die Baubranche war in den vergangenen Jahren durch eine verhaltene Entwicklung der Produktivität geprägt. Gleichzeitig lässt eine zunehmende Digitalisierung der Prozesse auf Produktivitätssteigerungen hoffen. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat in seinem Jahresgutachten 2015 die geringen Produktivitätsfortschritte in Deutschland thematisiert und ist dabei auch auf die Rolle von Informations- und Kommunikationstechnologien bzw. die Potenziale einer zunehmenden Digitalisierung eingegangen. Der Sachverständigenrat konstatiert, dass bislang noch nicht die erhofften Zuwächse in der Produktivität eingetreten sind. Das Baugewerbe hat im Zeitraum 1991 bis 2015 eine sehr unterdurchschnittliche Arbeitsproduktivität ausgewiesen.

Verschiedene Studien weisen darauf hin, dass insbesondere im Baubereich ein erheblicher Nachholbedarf hinsichtlich der Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien besteht. Wie in der Gesamtwirtschaft wird die digitale Transformation als große Herausforderung, aber auch als Chance für die zukünftige Entwicklung des Baugewerbes gesehen. Allerdings scheint die seit Jahren anhaltende gute konjunkturelle Lage in der Bauwirtschaft notwendige Anpassungsschritte in Richtung Digitalisierung in den Hintergrund gedrängt zu haben. Das in vielen anderen Ländern schon intensiv genutzte System des Building Information Modeling (BIM), was oftmals mit Industrie 4.0 im Baugewerbe verglichen wird, steckt in Deutschland derzeit noch in den Kinderschuhen.

Ziel

Im Rahmen des Projektes soll untersucht werden, inwieweit Investitionen in Informations- und Kommunikationstechnologien in der Vergangenheit die Geschäfts- und Produktionsprozesse beeinflusst und welche Beiträge diese Investitionen zur Produktivität im Baugewerbe geleistet haben. Ferner soll die Frage beantwortet werden, was von Seiten der Wirtschaft und der Politik zu beachten ist, damit sich das volle Potenzial der Digitalisierung im Baugewerbe entwickeln kann.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Stefan Rein
Referat II 4 - Grundsatzfragen des Bauens, Bauwirtschaft
Tel.: +49 228 99401-1349