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Bedeutung des Patentwesens für die Wertschöpfungskette Bau

Die deutsche Bauwirtschaft gilt aufgrund ihres Beitrags zur gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung als eine Schlüsselbranche der deutschen Volkswirtschaft. Diese Bedeutung ist umso höher, wenn man die gesamte Wertschöpfungskette Bau berücksichtigt. Die Wertschöpfungskette Bau in Deutschland nimmt hinsichtlich der Innovationstätigkeit – gemessen an den baurelevanten Patenten – eine Spitzenposition in Europa ein. Allerdings besteht erheblicher Forschungsbedarf bezüglich des Zusammenhangs zwischen Patentierungen und technischer Innovationstätigkeit in der Wertschöpfungskette Bau. Auf Basis einer Patentanalyse, Interviews mit Experten des Bausektors sowie einer Unternehmensbefragung schließt dieses Projekt bestehende Informationslücken.

Projektstart: September 2017

Ausgangslage

Trotz der gesamtwirtschaftlichen Bedeutung der Baubranche wird deren Innovationsfähigkeit – allgemein wesentlicher Treiber von Wirtschaftswachstum – oftmals unterschätzt. Dies mag zum Teil daran liegen, dass der Bausektor als Low-Tech-Sektor und damit als Teil der LMT (Low/Medium-Tech)-Branchen gesehen wird, denen oftmals eine geringe Innovationsneigung zugesprochen wird. Indes zeigen Untersuchungen, dass LMT-Branchen sehr wohl innovativ sind, aber dies in anderer Weise als im High-Tech-Bereich, zum Beispiel als Nutzer von Innovationen aus High-Tech-Branchen. Zudem muss bei dieser Betrachtung der Fokus erweitert werden auf die gesamte Wertschöpfungskette Bau, also den Kernbereich Bau mit dem Hoch- und Tiefbau in Verbindung mit industriellen Vor- und Zulieferanten sowie Dienstleistungen mit Bezug zur Bauwirtschaft. In Teilen der Wertschöpfungskette Bau, vor allem bei Zuliefererbranchen, legen klassische Innovationsindikatoren wie etwa Patentanmeldungen eine hohe Innovationskraft nahe.

Ziel

Das primäre Ziel der Untersuchung ist es, den Themenkomplex der Art der Nutzung von Patenten (etwa Motive für die Nutzung) sowie die ökonomische Bedeutung von Patenten in der Wertschöpfungskette Bau herauszuarbeiten. Im Mittelpunkt der Analyse stehen somit Fragen nach den Motiven, Barrieren und Nutzen von Patenten. Zentral sind zudem Fragen nach der Art der Umsetzung der angemeldeten Patente in Innovationen am Markt. Letztendliches Ziel dabei ist es, Handlungsempfehlungen für Unternehmen und öffentliche Akteure abzuleiten, um einen effektiven Wissens- und Technologietransfer im Sinne eines Transfers von Patenten in innovative Produkte in der Baupraxis weiter zu befördern.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Stefan Rein
Referat II 4 - Grundsatzfragen des Bauens, Bauwirtschaft
Tel.: +49 228 99401-1349