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Maßnahmenkatalog zur Nutzung von BIM in der öffentlichen Bauverwaltung unter Berücksichtigung der rechtlichen und ordnungspolitischen Rahmenbedingungen

Ergebnisse

Bei der Einführung der BIM-Methode sind eine Reihe von Herausforderungen anzugehen. Diese sind indes nicht unüberwindbar. Zu nennen sind hier insbesondere juristische, andererseits auch technisch-wirtschaftliche Aufgabenstellungen und Aspekte.

Im Hinblick auf die juristischen Fragestellungen ist festzuhalten, dass die Einführung von BIM nicht an zwingenden Rechtsnormen scheitert. Speziell das gesetzliche Preisrecht der HOAI schließt die Umsetzung und Nutzung von BIM in der öffentlichen Bauverwaltung nicht aus, sondern erlaubt schon heute die Arbeit nach dieser Methodik. Gegebenenfalls werden hier aber in Zukunft weitergehende Anpassungen erforderlich.

Entsprechendes gilt für das Vergaberecht. In Bezug auf die Routinen der RBBau, welche eine Trennung von Planung und Ausführung vorsehen, ist ein sorgfältiger Abstimmungsprozess mit den BIM-Erfordernissen vorzunehmen: Die Anforderungen an die BIM-Planungsergebnisse in den einzelnen Planungsstufen müssen hier herausgearbeitet werden. Nach den bisherigen Erkenntnissen stehen jedoch der Methode BIM weder die Prinzipien der RBBau, noch die in den VHB vorgesehenen Abwicklungsmethoden für die Bauausführung entgegen.

Fraglos sind aber Anpassungen bei der Ausschreibungsmethodik und den Ausschreibungsunterlagen, den Leistungsbildern einzelner Formularverträge sowie den Schnittstellenbeschreibungen vorzunehmen. Gegebenenfalls ist auch die Hinzuziehung einer BIM-Richtlinie und spezieller BIM-BVB (Besondere Vertragsbedingungen) erforderlich. In diesen zusätzlichen Regularien sind Handlungsprogramme für die Beteiligten, Abgrenzungen von Verantwortlichkeiten und die Organisation der Planungsabwicklung mit der BIM-Methode niederzulegen. Bei der Einführung von BIM stellen sich also in erster Linie vertragsrechtliche Fragen. Hier wird es in erster Linie darum gehen, die erfolgreiche Zusammenarbeit der Beteiligten im Rahmen der neuen Planungs- und Ausführungsmethode sicherzustellen. Dementsprechend sind Fragen wie etwa die Schnittstellen der einzelnen Leistungsbereiche, die Haftung einzelner Beteiligter sowie die Datenhoheit des Auftraggebers zu regeln.

Bei sachgerechter Ausgestaltung dieser Vertragsregelung stehen der Einführung der BIM-Methode auch für die öffentliche Bauverwaltung keine unüberwindbaren Hindernisse entgegen. Es wird damit insbesondere darauf ankommen, durch strukturierte Leitfäden und eine verbindliche Richtlinie für den Einsatz von BIM sowie tragfähige Vertragslösungen für deren Einsatz die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Anforderungsprofile der Auftraggeber eingehalten werden und wirtschaftliche Planungstools für alle Projektbeteiligten zur Verfügung stehen.

Im Hinblick auf die technisch-wirtschaftlichen Handlungsfelder hat insbesondere die Sicherstellung der ausreichenden Qualifikation der mit BIM arbeitenden Mitarbeiter großen Stellenwert. Eine weitere Frage ist die der Koordinierung der BIM-Aktivitäten. Hier ist zu klären, welche Aufgaben der sogenannte BIM-Administrator haben soll und ob diese Funktion etwa vom Auftraggeber selbst oder von einem sonstigen Projektbeteiligten übernommen wird. Auch die Einbindung insbesondere kleinerer und mittlerer Unternehmen ist durch die Entwicklung entsprechender Betrachtungsprogramme sicherzustellen.

Bezüglich der mit BIM möglicherweise zu erzielenden Einsparungen liegt bis jetzt kein klares Bild vor. Hier sind weitere Untersuchungen speziell zu dieser Frage vorzunehmen.

In technischer Hinsicht ist insbesondere durch die Auswahl der BIM-Software sicherzustellen, dass alle Beteiligten ohne technische Schwierigkeiten am BIM-Modell arbeiten können. Wichtig ist hier, die Kompatibilität der Programme sicherzustellen. Auch stellt sich die Frage der Datensicherheit.

Ein letztes Handlungsfeld ist die Überwindung von Nutzer- und Akzeptanzproblemen. Diesbezüglich ist allerdings zu erwarten, dass mit zunehmender Verbreitung von BIM auch die Akzeptanz dieser neuen Methode steigen wird.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Ingrid Strohe
Referat II 4 - Bauwesen, Bauwirtschaft, GAEB
Tel.: +49 228 99401-1378

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