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Wohngeldreform 2016: Viele Familien profitieren

Durch die Wohngeldreform 2016 hat sich die Zahl der Wohngeldhaushalte erhöht: von rund 460.000 Ende 2015 auf rund 631.000 Ende 2016. Das entspricht einem Anstieg von 37 Prozent. Wie eine Auswertung des BBSR zeigt, profitieren besonders Familien vom Wohngeld.

Mehrfamilienhaus-Siedlung DessauQuelle: Jürgen Hohmuth/zeitort.de

Der Anteil der privaten reinen Wohngeldhaushalte an allen Privathaushalten ist zwischen Ende 2015 und Ende 2016 gestiegen: von 0,9 Prozent auf 1,2 Prozent. Grund dafür ist die im Januar 2016 in Kraft getretene Wohngeldreform.

Insgesamt wohnten Ende 2016 1,3 Millionen Personen in reinen Wohngeldhaushalten. Zwei Drittel der Wohngeldempfänger lebten in Familien mit minderjährigen Kindern. 2015 erhielt z.B. eine vierköpfige Familie mit zwei Kindern, die zur Miete wohnt, im Bundesdurchschnitt noch eine monatliche Wohngeldleistung von 143 Euro. Nach der Wohngeldreform stieg der durchschnittliche Mietzuschuss um rund 38 Prozent auf 197 Euro.

Das Wohngeld kommt auch Mietern auf den angespannten Wohnungsmärkten der Großstädte zugute: Mehr als jeder zehnte Wohngeldhaushalt befand sich 2016 in einer der sieben größten deutschen Städte, die große Mehrheit davon sind Mieterhaushalte. Mietzuschussempfänger in Frankfurt a.M. zahlten beispielsweise Ende 2016 durchschnittlich 551 Euro (bruttokalt) für ihre Wohnungen und erhielten dafür ein monatliches Wohngeld von 212 Euro. Der staatliche Zuschuss deckte somit im Schnitt mehr als ein Drittel der Miete ab.

Wohngeld in den sieben größten deutschen Städten
 reine
Wohngeldhaushalte
davon
Hauptmieter
Hauptmieter
Bruttokalt-
miete in Euro
Wohngeld
(Mietzuschuss)
in Euro
Entlastungsquote in %
Berlin24.69322.54243215034,8
Hamburg13.34212.43051418235,4
München3.1202.76256720135,5
Köln8.7547.38152619837,6
Frankfurt a.M.4.5973.97055121238,4
Stuttgart4.1603.14353219436,4
Düsseldorf6.4945.46653121540,6
Quelle: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung; Statistisches Bundesamt – Wohngeldstatistik 2016 (reine Wohngeldhaushalte)

Die Karte zur regionalen Verteilung der Wohngeldhaushalte zeigt: Die kreisfreien Großstädte heben sich von ihrem Umland häufig durch einen höheren Anteil von Wohngeldhaushalten ab. Die relativ meisten Bewilligungen erteilten 2016 ostdeutsche Kreise und Städte. Aber auch in dünn besiedelten ländlichen Kreisen, die nicht von der Nähe wirtschaftsstarker Ballungsräume profitieren, erhalten verhältnismäßig viele Haushalte den staatlichen Zuschuss.

Der Staat zahlt Wohngeld, damit einkommensschwächere Haushalte mit Einkommen oberhalb des Grundsicherungsniveaus die Wohnkosten für angemessenen und familiengerechten Wohnraum tragen können. Der Zuschuss soll die Wohnkostenbelastung der Haushalte auf ein durchschnittliches Maß senken. Wie viele Haushalte in einer Region die Leistung beziehen, hängt von vielen Einflussgrößen ab. Dazu gehören zum Beispiel die regionale Wirtschaftsstruktur und die Einkommen. Aber auch die Wohnkosten der unterschiedlich großen Haushalte und das örtliche Mietenniveau spielen eine Rolle.

Um die Wirkungen der Leistungsverbesserungen im Wohngeld detailliert zu evaluieren, hat das BBSR aktuell ein Forschungsprojekt zur Wohngeldreform 2016 in Auftrag gegeben (>> weitere Informationen). Darüber hinaus geht es im Projekt "Mikrosimulation des Wohngelds und strukturelle Verbesserung der Anreize des Wohngelds" um die Frage, wie sich das Wohngeldsystem dauerhaft vor den Folgen der Preis- und Mietveränderungen sowie Anpassungen in anderen Transferleistungssystemen schützen lässt – damit es über die Zeit nicht an Zielgenauigkeit und Reichweite verliert (>> weitere Informationen).

Deutschlandkarte: Anteil der Wohngeldhaushalte an allen Privathaushalten Anteil der Wohngeldhaushalte an allen Privathaushalten 2016Quelle: BBSR

Deutschlandkarte: Wohngeld für Familien 2016 Wohngeld für Familien 2016Quelle: BBSR

Kontakt

Referat II 12 - Wohnen und Gesellschaft
Nina Oettgen
Tel.: +49 228 99401-1220
nina.oettgen@bbr.bund.de

Ernst Degener
Tel.: +49 228 99401-1243
ernst.degener@bbr.bund.de