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Wie weit ist es zum nächsten Krankenhaus?

Das BBSR hat untersucht, wie gut Krankenhäuser der Grundversorgung in Deutschland erreichbar sind. In ländlichen Regionen würden sich vielerorts die Wege deutlich verlängern, würden Standorte geschlossen werden.

Hinweisschild: Notaufnahme NotaufnahmeIm Notfall ist schnelle Hilfe gefragt. Für fast 90 Prozent der Bevölkerung ist das nächste Krankenhaus innerhalb von 15 Minuten erreichbar. Quelle: blu-news.org, flickr.com (CC BY-SA 2.0)

Sowohl die ambulante als auch die stationäre Gesundheitsversorgung Deutschlands befinden sich im internationalen Vergleich auf hohem Niveau. In der Bundesrepublik gibt es ein dichtes Netz von Krankenhäusern der Grundversorgung, das derzeit etwa 1300 Einrichtungen umfasst. Zu Einrichtungen der Grundversorgung zählen Krankenhäuser, die über eine chirurgische oder internistische Fachabteilung mit mehr als fünf Betten verfügen.

Für die Qualität der Versorgung ist wichtig, dass die Standorte möglichst gut zu erreichen sind, sowohl in den Zentren als auch in ländlichen Regionen. Trotz deutlichen Abbaus der Bettenkapazität sind in den letzten Jahren nur wenige Krankenhausstandorte weggefallen. Gemessen an der Erreichbarkeit von Krankenhäusern ist der Versorgungsgrad der Bevölkerung allgemein als sehr gut einzustufen.

Ein Maß für die Erreichbarkeit ist die PKW-Fahrzeit. Auf Grundlage der aktualisierten Standortdatei von Krankenhäusern der Grundversorgung wurde die PKW-Fahrzeit zum jeweils nächsten Krankenhausstandort für die 11.294 Gemeinden (Gebietsstand 31.12.2012) ermittelt. Danach können 88 Prozent der Bevölkerung das nächste Krankenhaus von ihrem Wohnort aus innerhalb von 15 Minuten mit dem PKW erreichen. Für 4 Prozent beträgt die Fahrzeit mehr als 20 Minuten.

Viele Krankenhäuser gerade in ländlichen Regionen schreiben rote Zahlen. Ein Grund dafür ist eine geringe Auslastung der Betten. Die Schließung von Standorten steht deshalb immer wieder zur Diskussion. Der Wegfall von Krankenhausstandorten würde in diesen Regionen die Versorgungssituation vielfach verschlechtern, die Fahrzeiten zum nächsten Krankenhaus würden sich teilweise deutlich erhöhen, wie das Szenario zeigt (Karte 2). In der Folge hätten über 23 Prozent der Bevölkerung einen Weg von mehr als 20 Minuten zurückzulegen und rund 3 Prozent sogar mehr als 30 Minuten. Die räumlichen Auswirkungen auf die Erreichbarkeit wären dort besonders spürbar, wo das Standortnetz bereits stark ausgedünnt ist, etwa in Teilen Brandenburgs sowie in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Denn dort sind die Alternativstandorte um so weiter entfernt.

Das Krankenhausfinanzierungsgesetz eröffnet hier die Möglichkeit eines so genannten Sicherstellungszuschlages, um Krankenhausstandorte zu erhalten und damit eine wohnraumnahe Grundversorgung zu sichern. Bisher gibt es keine rechtlichen Vorgaben, die definieren, wie schnell ein Krankenhaus erreichbar sein muss. Die Diskussion um eine Weiterentwicklung der Krankenhaus-Planung dreht sich vor dem Hintergrund des Kostendrucks somit auch um die Frage, ob solche Vorgaben notwendig sind bzw. wie diese ausgestaltet werden sollen.

Tabelle: Erreichbarkeit von Krankenhäusern (2013)
Anzahl GemeindenAnteile in %BevölkerungAnteile in %
insgesamt1129480.523.746
davon mit Pkw-Fahrzeit unter 15 Minuten680660,2670.755.67587,87
davon mit Pkw-Fahrzeit 15 bis unter 20 Minuten264023,386.523.2408,10
davon mit Pkw-Fahrzeit 20 bis unter 30 Minuten167114,803.007.5063,73
davon mit Pkw-Fahrzeit  über 30 Minuten1771,57237.3250,29

Deutschlandkarte: Erreichbarkeit von Krankenhäusern ErreichbarkeitQuelle: BBSR

Deutschlandkarte: Erreichbarkeit von Krankenhäusern ErreichbarkeitQuelle: BBSR

Tabelle: Erreichbarkeit von Krankenhäusern - Gemeinden

Kontakt

Thomas Pütz
Referat I 5 - Verkehr und Umwelt
Tel.: +49 228 99401 2300
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