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Laufende Raumbeobachtung - Raumabgrenzungen

Arbeitsmarktregionen

Zahlreiche regionalökonomische Analysen benötigen ein räumliches Untersuchungsraster, das die ökonomischen Aktivitäten im Raum möglichst präzise abbilden kann. Besonders deutlich wird diese Forderung dann, wenn beispielsweise die Wirtschaftskraft einer Region zu Vergleichszwecken auf die Einwohner in der Region bezogen werden soll.

Karte Arbeitsmarktregionen 2015 Karte Arbeitsmarktregionen 2015

Nicht alle Einwohner arbeiten in der gleichen Region, in der die Wirtschaftskraft gemessen wird. Insbesondere auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte ist der Indikator "Bruttoinlandsprodukt je Einwohner" kritisch zu bewerten. Stadt-Umland-Beziehungen und Unterschiede in der räumlichen statistischen Zuordnung machen einen solchen Indikator auf Kreisebene fragwürdig. So werden die Einwohner am Wohnort gezählt und das Bruttoinlandsprodukt am Entstehungsort, also dem Arbeitsort. Um Wohn- und Arbeitsort räumlich zu harmonisieren, werden die sogenannten Arbeitsmarktregionen auf Basis der Berufspendlerverflechtungen gebildet.

Die Arbeitsmarktregionen enthalten auch die Zentren der regionalen Arbeitsmärkte mit ihren jeweiligen Verflechtungsbereichen. Deshalb ist diese räumliche Analyseeinheit Basis für die Abgrenzung von Fördergebieten der Bund-Länder-Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur (GRW). Um diese Arbeitsmarktregionen für die Wirtschaftspolitik möglichst alltagstauglich durch klare administrative Zuständigkeiten sowie Verfügbarkeit von statistischen Informationen zu gestalten, bilden die kreisfreien Städte und Kreise die räumliche Ausgangsbasis für die Arbeitsmarktregionen. Gebietsreformen oder ein verändertes Pendlerverhalten können einen Neuzuschnitt dieser Funktionalregionen notwendig machen. Der Stadtstaat Berlin bildet eine eigenständige Arbeitsmarktregion. 

Grundlage für die Abgrenzung der Arbeitsmarktregionen sind die Berufspendleranteile zwischen zwei Kreisen unter Beachtung folgender Nebenbedingungen. Die Arbeitsmarktregionen haben

  • einen kreis- und bundesländerscharfen Zuschnitt (Ausnahme der Arbeitsmarktregionen Bremen, Hamburg, Mannheim und Ulm),
  • einen Versorgungsgrad der Erwerbstätigen mit Arbeitsplätzen von über 65%,
  • bezogen auf die Arbeitsplätze einen Belegungsgrad dieser Arbeitsplätze mit "Inländern" von über 65%,
  • keine Gebietsüberschneidungen,
  • innerhalb einer Arbeitsmarktregion eine zumutbare tägliche Pendelzeit für die einfache Strecke von maximal 45 Minuten.

Zusatzinformationen

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Kontakt

Antonia Milbert
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2256