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Laufende Raumbeobachtung - Raumabgrenzungen

Verdichtungsräume

Die Verdichtungsräume bilden eine bundesweite Gebietskulisse, die von der Ministerkonferenz für Raumordnung (MKRO) eingeführt worden ist. Sie sind als solche explizit im Raumordnungsgesetz (ROG) erwähnt.

Karte Verdichtungsräume 2015 VerdichtungsräumeQuelle:

In ihnen sollen Maßnahmen zur Strukturverbesserung ergriffen werden, wenn Nachteile der Verdichtung zu ungesunden Lebensbedingungen oder unausgewogenen Wirtschafts- und Sozialstrukturen führen. Instrumentbezogen sind sie allerdings weniger auf Bundesebene, sondern in den landesplanerischen Konzepten und Festlegungen berücksichtigt.

Die letzte gültige Abgrenzung wurde von der MKRO im September 1993 beschlossen. Räumliche Bezugsebene sind die Gemeinden. Die Abgrenzung basiert auf zwei Merkmalen, die zusammen Verdichtung kennzeichnen sollen: Siedlungsdichte (Einwohner je km² Siedlungsfläche) und Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Gesamtfläche. Zu den Verdichtungsräumen gehören Gemeinden, deren Fläche im Vergleich zum Bundeswert überdurchschnittlich als Siedlungs- und Verkehrsfläche genutzt wird und die gleichzeitig eine über dem Bundeswert liegende Siedlungsdichte aufweisen.

Die Abgrenzung der Verdichtungsräume wurde noch vor der Vereinigung der beiden deutschen Staaten für die alten Länder entwickelt. Insofern liegen für die Verdichtungsräume der alten Länder auch die Bundeswerte für die alten Länder zugrunde. Auf der Basis dieser Klassifikation haben die Länder eine landesspezifische Feinabgrenzung vorgenommen. In den neuen Ländern haben die vorliegenden Verdichtungsräume einen stärker qualitativen und (landes-)planerischen Charakter. Da die beiden flächenbezogenen Abgrenzungsmerkmale nicht flächendeckend und vergleichbar zur Verfügung standen, haben die neuen Länder auf der Grundlage vergleichbarer Kriterien und Gutachten ihre Verdichtungsräume bestimmt.

Ein wesentliches Kriterium eines Verdichtungsraumes ist darüber hinaus, dass dort mehr als 150.000 Einwohner leben. Einige der von der MKRO ausgewiesenen Verdichtungsräume erfüllen dieses Kriterium jedoch nicht: meist sind das kleinere, solitär gelegene Verdichtungsräume wie Oldenburg und Schwerin oder Teile von grenzüberschreitenden Verdichtungsräumen wie z. B. Lörrach/Weil als Teil des Verdichtungsraumes Basel.

Auf Grund von umfangreichen Gebietsstandsänderungen in den neuen Ländern wird laufend eine Anpassung der 1993 vorgenommenen Abgrenzung an den aktuellen Gebietsstand durchgeführt. Eine durch Gemeindezusammenlegung vergrößerte Gemeinde gehört dann weiterhin zum Verdichtungsraum, wenn mindestens ein Drittel der Bevölkerung in einem Teil der Gemeinde lebt, die vor der Reform bereits Bestandteil des Verdichtungsraumes war.

Zusatzinformationen

Kontakt

Antonia Milbert
Referat I 6 - Stadt-, Umwelt- und Raumbeobachtung
Tel.: +49 228 99401-2256