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Landschaft

Landschaften unterliegen einem steten Wandel. Derzeit verändern sie sich besonders tiefgreifend und schnell. Zu den wesentlichen Triebkräften gehören die Energiewende mit verstärktem Einsatz erneuerbarer Energien und dem Ausbau der Stromnetze, der Klima- und agrarstrukturelle Wandel sowie der Ausbau der Siedlungs- und Verkehrsflächen. Mit den Transformationen geraten tradierte, historische Landschaftsbilder ins Wanken. Sie waren in der Vergangenheit meist an Schutz und Sicherung und weniger an Gestaltung und Begleitung ausgerichtet.

Der Landschaftswandel erfordert eine Neuorientierung und Neupositionierung der räumlichen Planung. Das raumordnerische Leitbild von Bund und Ländern "Raumnutzungen steuern und nachhaltig entwickeln" erweitert die konservierende Betrachtung daher um einen Gestaltungsauftrag: Unter dem Aspekt "Kulturlandschaften gestalten" wird gefordert, die vielfältigen Kulturlandschaften mit ihren prägenden Merkmalen und Kultur- und Naturdenkmälern behutsam weiter zu entwickeln. Dabei soll ein Gleichgewicht zwischen dem Erhalt regionaler Werte und neuen Nutzungs- und Gestaltungsanforderungen gefunden werden.

Vorausschauende räumliche Steuerung hilft, die Veränderungen landschaftsverträglich und nachhaltig zu gestalten. Dazu gehört auch der ständige und übergreifende Dialog der Planungsdisziplinen.

Nicht zuletzt aufgrund des Gestaltungsauftrages setzt sich die Raumentwicklung seit einigen Jahren verstärkt mit den Veränderungen der Landschaft auseinander. Wie wird sich die Landschaft entwickeln? In welchen Landschaften werden wir 2030 wohnen? Sind Transformationsprozesse im Hinblick auf eine integrierte und an konsensualen Qualitäten orientierte Landschaftsentwicklung plan- und steuerbar? Welche Rolle kommt dabei der Raumordnung zu?
Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, fördert das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) den Diskurs zu den Landschaften über Projekte und Veranstaltungen und beteiligt sich an der Entwicklung von Leitbildern.