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Europäische Raumentwicklungspolitik

Ein wichtiges Ziel der Europäischen Union ist die Förderung des wirtschaftlichen, sozialen und territorialen Zusammenhalts in Europa und die Solidarität zwischen den europäischen Mitgliedstaaten (vgl. Vertrag über die Europäische Union ("Lissabon-Vertrag"), Artikel 3). Insbesondere zum Ziel des territorialen Zusammenhalts tragen die europäischen Raumentwicklungsminister gemeinsam mit der Europäischen Kommission durch eine gemeinsame europäische Raumentwicklungspolitik bei.

Als jüngstes politisches Strategiedokument haben die für regionale Entwicklung und Kohäsionspolitik zuständigen europäischen Ministerinnen und Minister gemeinsam mit der Europäischen Kommission und anderen wichtigen europäischen Akteuren am 19. Mai 2011 in Ungarn das Dokument "Territorial Agenda 2020 (TA2020)" verabschiedet. Diese beruht auf einer Analyse der räumlichen Ausgangsbedingungen und Entwicklungstrends in der EU (dargelegt in dem Dokument "The Territorial State and Perspective of the European Union 2020 - TSP2020"), in welcher die aktuellen Herausforderungen einer gemeinsamen europäischen Raumentwicklungspolitik formuliert wurden. Die TA2020 beschreibt einen gemeinsamen Handlungsrahmen zur Unterstützung des territorialen Zusammenhalts und der Ziele der Strategie Europa 2020 mit den Mitteln und Instrumenten der Kohäsions- und Raumentwicklungspolitik.

Wichtige Vorläuferdokumente waren das Europäisches Raumentwicklungskonzept (EUREK, Potsdam 1999) und die Territoriale Agenda der Europäischen Union (TAEU, Leipzig 2007), die beide unter deutscher EU-Ratspräsidentschaft verabschiedet wurden.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) unterstützt die europäische Raumentwicklungspolitik der Bundesregierung u.a. durch Mitarbeit in den internationalen Vorbereitungsgremien, ergänzende Analysen und Dokumente sowie durch begleitende Ressortforschungsprojekte zu den Themen der Territorialen Agenda. Von besonderer Bedeutung für die Umsetzung ist die transnationale Zusammenarbeit (INTERREG B) im Rahmen des Ziels 3 der EU-Strukturfonds und die aktive Teilnahme am europäischen Netzwerk raumwissenschaftlicher Forschungsinstitute ESPON (siehe auch "Forschungsprogramme").