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Erfahrungsaustausch mit Asien

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Neben europäischen Kontakten und Projekten hat das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) in den letzten Jahren auch den Erfahrungsaustausch mit außereuropäischen Partnern intensiviert. Insbesondere zu Planungsbehörden und Forschungseinrichtungen aus ausgewählten Ländern Asiens wurden enge Austauschbeziehungen aufgebaut.

Enge fachliche Austauschbeziehungen bestehen derzeit insbesondere zu Planungsbehörden und Forschungseinrichtungen aus Süd-Korea, Japan und Taiwan. Das BBSR ist in diesem Kontext ein gesuchter Partner, der zum einen Themen, Erfahrungen und Perspektiven der deutschen Stadt- und Raumentwicklung in den Erfahrungsaustausch einbringen kann, zum anderen aber auch aufgrund seiner Beteiligung an der europäischen Raumentwicklungspolitik in der Lage ist, Ergebnisse und Perspektiven der europäischen Forschung und der internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Raumentwicklung kompetent zu vermitteln. Die thematische Nähe bei gleichzeitig unterschiedlichen Erfahrungen in Asien und Europa ermöglichen ein fruchtbares gegenseitiges Lernen in diesem Austausch.

Für Korea sind insbesondere die in Deutschland im Zusammenhang mit der Wiedervereinigung und den wirtschaftlichen und sozialen Transformationsprozessen in Ostdeutschland gemachten Erfahrungen von besonderem Interesse. Seit vielen Jahren besteht ein kontinuierlicher Diskurs mit Kollegen des Korea Research Institute for Human Settlements (KRIHS) über diese Fragen. Dies schließt gemeinsame Seminare, Projekte und auch Gastaufenthalte koreanischer Wissenschaftler in Bonn mit ein.

Aber auch unabhängig von dieser sehr speziellen historischen Parallelität nationaler Teilung und (möglicher) Wiedervereinigung gibt es zwischen Deutschland bzw. Europa und den Ländern Asiens zahlreiche Themen, Politikansätze und Forschungsergebnisse von gemeinsamem Interesse. Dies betrifft sowohl nationale und regionale Themen wie auch Aspekte globaler Analysen und internationaler Zusammenarbeit.

So sind z.B. der gesellschaftliche und demographische Wandel, Alterungs- und Wanderungsprozesse, der Umbau des Sozialstaats und damit verknüpfte politische und planerische Strategien der Sicherung der Daseinsvorsorge aktuelle Themen der Raumentwicklung nicht nur in Deutschland, sondern ebenso in Japan, Korea oder Taiwan. Ähnliches gilt für die Themen Lebens- und Umweltqualität: in Deutschland seit langem ein wichtiges Thema, in Asien in jüngerer Vergangenheit von zunehmender Bedeutung.

Auf besonderes Interesse stoßen in Asien europäische Modelle der internationalen Zusammenarbeit. Zwar ist der supranationale Ansatz der Europäischen Union zurzeit kaum auf Asien übertragbar. Aber gerade weil die europäische Raumentwicklungspolitik eben nicht vorrangig supranational organisiert ist, sondern starke Elemente freiwilliger zwischenstaatlicher Zusammenarbeit und internationaler Politik aufweist, kann sie Impulse für andere zwischenstaatliche Zusammenhänge geben und auch auf Asien Anwendung finden. Europa hat klare Pionierarbeit auf dem Gebiet internationaler Raumentwicklungspolitik geleistet. Keine andere Welt-Region hat bislang ein gemeinsames internationales Raumentwicklungskonzept vereinbart (siehe Europäisches Raumentwicklungskonzept - EUREK), eine gemeinsame territoriale Agenda aufgestellt (siehe Territoriale Agenda der Europäischen Union), eine gemeinsame internationale Stadt- und Raumbeobachtung institutionalisiert (siehe Europäisches Raumbeobachtungsnetzwerk - ESPON) oder ein Milliarden-Euro schweres Programm zur internationalen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Raumentwicklung aufgestellt und finanziert. In Asien, wie auch anderswo auf der Welt, stoßen die in Europa gemachten Erfahrungen auf dem Gebiet der internationalen Raumentwicklungspolitik auf zunehmendes Interesse.

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Referat I 3 - Europäische Raum- und Stadtentwicklung

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