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Räumliche Verflechtungen

Zwischen räumlichen Verflechtungen und Erreichbarkeiten bestehen enge Zusammenhänge. Erreichbarkeiten beschreiben eher potenzielle, an Lagegunst und Verkehrsinfrastruktur orientierte Interaktionen, räumliche Verflechtungen dagegen die tatsächliche, empirisch erfasste Praxis.

Die Analyse räumlicher Verflechtungen umfasst insbesondere Pendlerbeziehungen, Binnenwanderungen und Verkehrsverflechtungen. Zwischen diesen Bereichen bestehen teilweise direkte funktionale Zusammenhänge. So sind viele Pendlerbeziehungen eine unmittelbare Folge der Stadt-Umland-Wanderungen von Beschäftigten, die ihren Arbeitsplatz in der Stadt behalten, ihren Wohnsitz aber ins kostengünstigere Umland verlagert haben.

Veränderungen in den Strukturen der Pendelverflechtungen haben Auswirkungen auf bestehende Raumgliederungskonzepte und sind gleichzeitig (vor allem im Zusammenhang mit Wanderungsverflechtungen) Indikator für räumliche Entwicklungstendenzen wie Suburbanisierung und Reurbanisierung. Die Kenntnis solcher wesentlichen räumlichen Entwicklungstrends und Strukturen ist Voraussetzung, um die Herausforderungen für die Raumordnungs- und Raumentwicklungspolitik aufzeigen zu können.