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Tendenzen der Stadtentwicklung

Die Entwicklung der Städte in Deutschland ist sowohl durch globale Rahmenbedingungen als auch lokale Besonderheiten geprägt. Wirtschaftliche und demographische Tendenzen erfahren in den Städten ihre räumliche Abbildung.

Die seit Jahrzehnten anhaltende Verstädterung verändert die Siedlungsentwicklung tiefgreifend. Seit längerem zeichnen sich in Deutschland neue Stadtstrukturen ab, die nicht mehr dem traditionell "geschlossenen" und "gemischten" Modell der kompakten Stadt mit einem klar definiertem Zentrum und einem darauf ausgerichteten Umland entsprechen. Stadt und Stadtregionen verschmelzen. Das in den neuen Bundesländern flächendeckend zu beobachtende Nebeneinander von Wachstum und Schrumpfung wird auch in vielen Regionen der alten Bundesländer die Stadtentwicklung bestimmen.

Häufig fehlen öffentliche Fördermittel, um städtebauliche Entwicklungskonzepte umzusetzen. Neue Formen der Kooperation zwischen öffentlichen und privaten Investoren sind gefordert, genauso wächst angesichts leerer öffentlicher Kassen die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements.

Alterung der Gesellschaft, Zunahme der Anteile von Zuwanderern, Pluralisierung der Lebensstile - demographische Faktoren bestimmen zunehmend die Stadtentwicklung. Aber auch wirtschaftliche Faktoren wie der Bedeutungsverlust traditioneller Standortfaktoren, Arbeitslosigkeit und schwindende Kaufkraft sind zu nennen. Die öffentliche Hand hat immer weniger finanzielle Spielräume, öffentliche Aufgaben werden privatisiert, Subventionen abgebaut - all dies beschränkt die Steuerungsmöglichkeiten durch Planung.

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) engagiert sich in vielfältiger Weise im Rahmen der wissenschaftlichen Politikberatung des Bundes hinsichtlich der Tendenzen der Stadtentwicklung. Gutachten und Forschungsprojekte liefern Hinweise auf die Relevanz raumwirksamer Tendenzen und deren Konsequenzen für eine nachhaltige Stadtpolitik.