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Umweltgerechtigkeit in der Sozialen Stadt

Fallstudien

Der folgende Teil beschreibt kurz die 13 guten Praxisbeispiele. Eine ausführliche Darstellung gibt es in der Broschüre "Umweltgerechtigkeit in der Sozialen Stadt. An der Schnittstelle von Umwelt, Gesundheit und Sozialer Lage" (siehe Veröffentlichungen).

Gute Beispiele für Umweltgerechtigkeit in der Sozialen Stadt Gute Beispiele für Umweltgerechtigkeit in der Sozialen StadtQuelle: Planergemeinschaft Kohlbrenner eG


Urbaner Wald Schönauer Holz, Leipzig
Programmgebiet Soziale Stadt: Grünau

Nach Abriss eines großen Plattenbaukomplexes im Stadtteil Grünau entwickelte das Projektteam eine Freifläche von 5,5 Hektar mit Forstpflanzen zu einem urbanen Wald. Die kleinen Setzlinge werden später einen abwechslungsreichen, mittelhohen Wald bilden, der im Anpassungsprozess an den Klimawandel als Kaltluftschneise dient. Das Stadtforstamt wird die Bewirtschaftung des Waldes übernehmen, der auch Aufenthalts- und Spielbereiche umfasst.

Projektpartner: Stadtplanungsamt; Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung; Amt für Stadtgrün und Gewässer; Quartiersmanagement Grünau; Stadtforstamt, Bundesamt für Naturschutz; Stiftung Wald für Sachsen


Mombacher Abenteuerwald, Mainz
Programmgebiet Soziale Stadt: Mombach

Der Mombacher Abenteuerwald ist ein Spiel- und Erholungsort für die Quartiersbevölkerung in einem von angrenzender Industrie geprägten und belasteten Quartier. Die 4.000 Quadratmeter große Fläche bietet gleichermaßen Erholung und Rückzug wie auch die Möglichkeit des Spielens und der Naturerfahrung für unterschiedliche Zielgruppen. Herausragend in diesem Projekt ist, wie umfassend sich Zivilgesellschaft und kooperierende Ämter engagieren, um diesen raren Frei- und Grünraum im Stadtteil zu erhalten und qualifizieren.

Projektpartner: Soziale Stadt Mainz; Grün-und Umweltamt, Forstrevier Lenneberg; Amt für Jugend und Familie; Förderverein KIBS e.V.; ansässige Unternehmen; katholische Kirchengemeinde St. Nikolaus; Ortsvorsteherin und Ortsbeirat; Kinder-, Jugend- und Kulturzentrum Haus Haifa; Kindergärten und Schulen


Travertinpark, Stuttgart
Programmgebiet Soziale Stadt: Hallschlag

In dem nicht nur sozial benachteiligten, sondern auch räumlich lange Zeit abgeschnittenen Stuttgarter Quartier wandelten die beteiligten Projektpartner einen Steinbruch in einen öffentlichen Park um. Damit schufen sie einen neuen Zugang für die Bevölkerung zu einem Naturerfahrungs-, Bewegungs- und Erholungsraum sowie räumliche Verbindungen zwischen den Stadtteilen und zur Innenstadt. Der Travertinpark ist wesentlicher Bestandteil eines Freiraumkonzeptes für den Stadtteil, das mit umfassender Beteiligung erfolgreich umgesetzt wurde.

Projektpartner: Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung; Garten-, Friedhofs- und Forstamt; Amt für Umweltschutz; Tiefbauamt; Stadtteilmanagement Zukunft Hallschlag


Interkultureller Permakulturgarten Langenhorn, Hamburg
Programmgebiet Soziale Stadt: Essener Straße, Langenhorn

Den Interkulturellen Permakulturgarten Langenhorn (InPeLa) entwickelten die beteiligten Projektpartner ausgehend von einer Stadtteil-Gesundheitskonferenz als Gemeinschaftsgarten. Ihm liegt ein umfassendes Verständnis von Gesundheitsförderung zugrunde, das nicht nur die körperliche, sondern auch die seelische und soziale Gesundheit im Blick hat. Der Ort dient neben der gemeinschaftlichen Betätigung an der Luft und dem Anbau von Nahrungsmitteln auch der Gemeinschaftsbildung und Integration.

Projektpartner: InPeLa Gartengruppe; RISE Gebietsbetreuung Essener Straße im Fachamt Sozialraummanagement Hamburg-Nord; Kommunales Gesundheitsförderungsmanagement (KGFM) im Fachamt Gesundheit Hamburg-Nord; Lawaetz-Stiftung/Bereich Quartiersentwicklung; Fachbereich Stadtgrün im Fachamt Management des öffentlichen Raums Hamburg-Nord; Stadtteilbeirat Essener Straße; LEiLA e.V.


Gemüsewerft, Bremen
Programmgebiet Soziale Stadt: Gröpelingen

Das Projekt verbindet urbane Landwirtschaft, gemeinsames Gärtnern, Inklusion und lokale Ökonomie miteinander. Mit der Anlage der Gemüsewerft machten die am Projekt beteiligten Akteure in dem verdichteten Stadtteil eine Brache für die Bevölkerung zugänglich. Sie kann diese Brache nun gemeinsam gestalten und gärtnerisch bewirtschaften.

Projektpartner: Gemeinnützige Gesellschaft für integrative Beschäftigung mbH (gGiB); Senatorin für Soziales, Jugend, Frauen, Integration und Sport


Klimaschutzquartier Gaarden, Kiel
Programmgebiet Soziale Stadt: Kieler Ostufer, Gaarden

Aufbauend auf die Bündelungserfolge der Sozialen Stadt entwickelten die Projektpartner den Stadtteil Gaarden zum ersten Kieler Klimaschutzquartier weiter. Er stützt sich dabei auf ein breites Netzwerk der wesentlichen Akteure. Herausragend in Gaarden ist zudem das Projekt des Sport- und Begegnungsparks. Ein schwer zugängliches 37 Hektar großes Areal wurde mit einem neuen Wegenetz und attraktiven Eingangsbereichen für die Bevölkerung erschlossen und mit vielen niedrigschwelligen Sport- und Begegnungsangeboten ausgestattet. Die Angebote organisiert eine städtische Koordinatorin.

Projektpartner: Stadt Kiel mit complan Kommunalberatung; Vonovia AG; ArGe für zeitgemäßes Bauen Schleswig-Holstein; Stadtwerke Kiel AG; Verbraucherzentrale; Haus & Grund; Kieler Mieterverein; Investitionsbank Schleswig-Holstein


KiezKlima, Berlin
Programmgebiet Soziale Stadt: Brunnenviertel-Brunnenstraße

In diesem Projekt ist Partizipation der Schlüssel, um sich mit Klimaanpassung zu beschäftigen. Auf Quartiersebene geht es darum, die Bevölkerung für gesundheitsrelevante Auswirkungen des Klimawandels zu sensibilisieren und gemeinsam mit ihnen Maßnahmen zu entwickeln, die Belastungen reduzieren oder gar vermeiden. Darunter fallen zum Beispiel Klimaspaziergänge, neue Kühleinseln im Quartier, Begrünung oder die Betreuung von Klimastationen durch Kitas.

Projektpartner: Projektteam; Quartiersmanagement Brunnenstraße; Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt; Bezirksamt Mitte; degewo


Gartenstadt Drewitz, Potsdam
Programmgebiet Soziale Stadt: Potsdam Stern/Drewitz

Mit breiter Beteiligung über ein Werkstattverfahren entwickelten die Projektpartner den Masterplan für die Plattenbausiedlung Drewitz. Kernstück dabei ist, die überdimensionierte und lärmerzeugende Durchgangsstraße rückzubauen. Stattdessen schuf das Team einen Stadtteilpark für die Bevölkerung des Quartiers. Er weist vielfältige Spiel- und Aufenthaltsbereiche auf und verbessert das Mikroklima. Mit seinem Energie- und Klimaschutzkonzept ist Drewitz auf dem Weg zu einem grünen und emissionsfreien Stadtteil.

Projektpartner: Städtisches Wohnungsunternehmen Pro Potsdam; Projektkommunikation Hagenau GmbH; Stadt Potsdam mit dem Entwicklungsbeauftragten für Neubaugebiete; Bürgervertretung Drewitz; Stadtteilrat Stern/Drewitz/Kirchsteigfeld; Bürgeraktiv Drewitz


Lärmschutzmaßnahme Bahlsen, Barsinghausen
Programmgebiet Soziale Stadt: Goethestraße – Bahlsen

Um die Lärmbelastung im angrenzenden Wohnquartier zu verringern, verlegten die Projektpartner den Mitarbeiterparkplatz und die Zufahrt der Firma Bahlsen. Auf der Fläche des ehemaligen Parkplatzes entsteht nun ein Stadtteilpark mit Spiel- und Aufenthaltsbereichen sowie einer Skateranlage für Jugendliche. Damit wird für die Anwohnerinnen und Anwohner eine neue Grün- und Freifläche geschaffen.

Projektpartner: Fachdienst Planen und Bauen; Quartiersmanagement; Sanierungsträger


Wohnen am Ring, München
Programmgebiet Soziale Stadt: Innsbrucker Ring/Baumkirchner Straße

Das kommunale Zuschussprogramm "Wohnen am Ring" ermöglicht Lärmschutzmaßnahmen entlang des stark von Verkehrslärm belasteten Mittleren Rings. Durch Ergänzungsbauten entlang der Straße entstanden ruhige Hofbereiche zwischen bestehenden Zeilenbauten. Mit baulichen Maßnahmen an den Gebäuden verringerte sich die Lärmbelastung in den Wohnungen. Über transparente Lärmschutzwände gelang es auch, Grünflächen für die Bewohnerschaft zu qualifizieren.

Projektpartner: Referat für Stadtplanung und Bauordnung; städtische Wohnungsbaugesellschaften; Sanierungstreuhänderin; private Grundstückseigentümer


Schule im Wald, Berlin
Programmgebiet Soziale Stadt: drei Soziale-Stadt-Gebiete in Berlin-Neukölln und Berlin-Mitte

Mangelnde Naturerfahrungen wirken sich negativ auf die Gesundheit und Persönlichkeitsentwicklung aus. Im Mittelpunkt dieses Projektes steht deshalb, Kindern aus stark verdichteten Stadtquartieren Naturerlebnisse zugänglich zu machen. Da es in den dichten Quartieren schwer möglich ist, Grün- und Naturerfahrungsräume neu zu schaffen, bringt das Projekt die Kinder in den Wald.

Projektpartner: Deutsche Schreberjugend Landesverband Berlin e.V.; vier Quartiersmanagements; Berliner Forsten; zehn Schulen und sechs Kitas


Unser Hahnenbach & Zauberwelt Wasser, Emschertal
Programmgebiet Soziale Stadt: Gladbeck Brauck

Die beteiligten Projektpartner machten aus einem Abwasserkanal, der für den Stadtteil mit Geruchsbelastungen verbunden war und als physische Barriere wirkte, einen naturnahen Bach mit hoher Identitätswirkung und Erholungsqualität. Dafür bauten sie den Fluss Emscher um. Gleichzeitig entwickelten Pädagoginnen und Pädagogen aus angrenzenden Stadtteilen eine umfassende Lehrmaterialsammlung für Schulen und Kitas – die Zauberwelt Wasser. Das Besondere am Projekt ist, dass es das überregionale Vorhaben Flussumbau mit lokaler Quartiersarbeit verknüpft.

Projektpartner: Emschergenossenschaft; Stadt Gladbeck; Stadt Recklinghausen; Stadtteilmanagement; Landschaftsarchitekturbüro Hoff; Pädagogischer Rat; Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW; Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW


Gesundheitsnetzwerk, Nürnberg
Programmgebiet Soziale Stadt: St. Leonhard/Schweinau

Um die Gesundheitssituation insbesondere der Kinder und Jugendlichen in dem stark verdichteten und mit wenig Grün- und Freiflächen ausgestatteten Quartier zu verbessern, bauten die Projektbeteiligten ein Gesundheitsnetzwerk auf. An diesem beteiligen sich viele Kitas, Schulen und soziale Einrichtungen. Mithilfe der Techniker Krankenkasse konnten die Projektpartner einen Verfügungsfonds für Gesundheitsprojekte einrichten. Er finanziert Mikroprojekte zum gemeinsamen Gärtnern, zu gesunder Ernährung und zur Bewegungsförderung.

Projektpartner: Projektagentur Göttlein; Quartiersmanagement und Stadtteilkoordination St. Leonhard; Stadtplanungsamt; Gesundheitsamt; Jugendamt; Sportservice; Schulamt

Zusatzinformationen

  • Logo der Initiative Grün in der Stadt

Kontakt

Juliane Wagner
Referat I 4 - Städtebauförderung, Soziale Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2335