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Umweltgerechtigkeit in der Sozialen Stadt

Der Ansatz der Umweltgerechtigkeit zeigt auf, wie Umweltqualität, Gesundheit und soziale Lage zusammenhängen. Er befasst sich mit sozialräumlich ungleich verteilten Umweltbelastungen. Das Forschungsprojekt untersuchte, inwiefern der Ansatz der Umweltgerechtigkeit im Programm Soziale Stadt angekommen ist. Dafür befragte die vom BBSR beauftragte Planergemeinschaft Kohlbrenner eG Länder und Kommunen und führte eine bundesweite Beispielrecherche durch. Ergebnisse sind eine Publikation mit ausgewählten guten Beispielen aus der Praxis und ein durchgeführter bundesweiter Kongress zum Thema. Abschließend entstanden Handlungsempfehlungen, um das Thema Umweltgerechtigkeit zu fördern.

Projektlaufzeit: Oktober 2015 – November 2016

Ausgangslage

Das Städtebauförderungsprogramm Soziale Stadt unterstützt seit 1999 Investitionen in Maßnahmen zur Stabilisierung und Aufwertung von Stadt- und Ortsteilen mit besonderem Erneuerungsbedarf. Diese benachteiligten Gebiete, in denen verschiedene Problemlagen zusammenkommen, sind zudem oftmals in stärkerem Maße von Umweltbelastungen wie zum Beispiel Lärm, Luftverschmutzung und unzureichender Grünversorgung betroffen. Sie wirken negativ auf die Gesundheit der dort lebenden Bewohnerinnen und Bewohner.

Das Ziel der Umweltgerechtigkeit war bislang nicht explizit im Programm Soziale Stadt enthalten. Doch die im Programm geförderten Maßnahmen – zum Beispiel zur Verbesserung des Wohnumfelds, der Verkehrssituation oder der Gesundheit – bilden schon immer einen Teil des Zielkanons der Sozialen Stadt ab. Oftmals greifen sie implizit zentrale Anliegen des Ansatzes der Umweltgerechtigkeit auf.

Während das Forschungsprojekt lief, fand Umweltgerechtigkeit konkret Eingang in das Programm Soziale Stadt, indem der Begriff in die Verwaltungsvereinbarung zur Städtebauförderung 2016 aufgenommen wurde. Bund und Länder hatten sich darüber verständigt, dass städtebauliche Maßnahmen in der Sozialen Stadt den Aspekt der Umweltgerechtigkeit stärker berücksichtigen sollen. Seitdem lassen sich Maßnahmen zur Umweltgerechtigkeit über das Programm Soziale Stadt gezielt fördern.

Wie die Soziale Stadt setzt auch Umweltgerechtigkeit an sozialräumlicher Benachteiligung an. Gerade die für das Programm typische integrierte Betrachtungsweise von Problemlagen, die entsprechende Ableitung von Maßnahmen in städtebaulichen Entwicklungskonzepten sowie die Einbindung verschiedener Akteursgruppen und Ressorts scheinen besonders geeignet, um Umweltgerechtigkeit zu fördern. Denn: Sie muss zwingend mehrdimensional und sozialräumlich betrachtet werden.

Ziel

Das Forschungsprojekt sollte untersuchen, inwiefern Umweltgerechtigkeit ein Thema in der Sozialen Stadt ist und welchen Stellenwert es hat. Damit knüpfte die Studie unter anderem an das Forschungsvorhaben "Umweltgerechtigkeit im städtischen Raum" an, das das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) und des Umweltbundesamtes (UBA) durchgeführt hat.

Für die vorliegende Studie befragte der Auftragnehmer umfassend die Programmverantwortlichen der Sozialen Stadt in den Bundesländern und den von den Ländern empfohlenen Kommunen. Zusätzlich führte er eine bundesweite Recherche zu guter Praxis in der Sozialen Stadt durch. Die Befragungen der Länder und Kommunen bildeten die Grundlage, um weitere Maßnahmen zu recherchieren, die die Umweltgerechtigkeit in den Programmgebieten der Sozialen Stadt verbessern. Ausgewählte gute Beispiele bereitete die Planergemeinschaft Kohlbrenner eG anschaulich für eine Broschüre auf.

Aus allen Untersuchungsergebnissen leitete er anschließend Handlungsempfehlungen dazu ab, wie sich Umweltgerechtigkeit in das Programm Soziale Stadt und darüber hinaus in Städtebau und Stadtentwicklung einbinden lässt. Diese Empfehlungen richten sich an Kommunen, Länder und Bund.


Auftragnehmer war die Planergemeinschaft Kohlbrenner eG, Berlin.

Zusatzinformationen

  • Logo der Initiative Grün in der Stadt

Kontakt

Juliane Wagner
Referat I 4 - Städtebauförderung, Soziale Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2335