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Kooperationen von Kommunen und Privaten in der Sozialen Stadt

Innerhalb der sozialen Quartiersentwicklung werden sektorenübergreifende Kooperationen immer wichtiger für die Bewältigung dieser räumlich konzentrierten und vielfältigen Problemlagen. Im Projekt sollen mit Kommunen und Akteuren der sozialen Quartiersentwicklung bestehende Konzepte und Handlungsansätze erprobt und neue Strategien entwickelt werden, um neue Verbindungen zwischen Kommunen und Unternehmen bzw. Stiftungen im Rahmen der sozialen Quartiersentwicklung zu schaffen. In der Begleitforschung werden Rahmenbedingungen, Gelingensbedingungen, Übertragbarkeit und die Rolle der Kommune als Ermöglicher solcher Kooperationen betrachtet sowie Handlungsempfehlungen herausgearbeitet.

Projektstart: Februar 2016

Ausgangslage

Eine wachsende Zahl von Unternehmen stellt sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung und übernimmt im Bereich des bürgerschaftlichen Engagements eine aktive Rolle. Obwohl das gesellschaftliche Engagement von Unternehmen eine lange Tradition hat, ist seit einigen Jahren eine wachsende Aufmerksamkeit in Öffentlichkeit, Politik und Wissenschaft zu beobachten. Dies mag an neuen Formaten des Unternehmensengagements jenseits von Spenden und Sponsoring liegen, sicher aber auch an einer Verantwortungszuweisung im Rahmen der Debatten um die Zukunft der Bürgergesellschaft.

Immer mehr Unternehmen binden ihr gesellschaftliches Engagement gezielt in ihre Unternehmensstrategie ein und setzen sich gemeinsam mit gemeinnützigen Partnern für die Lösung gesellschaftlicher Aufgaben ein. Häufig sind solche Kooperationen zwischen Wirtschaftsunternehmen und gemeinnützigen Organisationen von Zufälligkeiten geprägt – sie werden nur selten systematisch geplant und umgesetzt.

Sektorenübergreifende soziale Kooperationen bedürfen – wenn sie erfolgreich sein sollen – einer sorgfältigen Vorbereitung und Begleitung. Vor diesem Hintergrund entstanden in den letzten Jahren eine Reihe von Mittlerorganisationen (häufig Freiwilligenagenturen, Bürgerstiftungen und Kommunen), die zwischen Wirtschaftsunternehmen und gemeinnützigen Institutionen vermitteln, über die Chancen von neuen Formen sozialer Kooperationen informieren, gemeinnützige Organisationen qualifizieren und Unternehmen Zugänge zu neuen Engagementfeldern ermöglichen. Die Vermittlerrolle dieser "Grenzgänger" ist aus zwei Gründen bedeutsam. Zum einen deshalb, weil in Unternehmen und in gemeinnützigen Organisationen jeweils spezifische Organisationskulturen, Entscheidungsstrukturen und Handlungslogiken vorherrschen, die für die Kooperationspartner aus dem anderen Bereich zumeist ungewohnt sind. Hier können Mittlerorganisationen die Kommunikation zwischen den Bereichen erleichtern und Brücken bauen. Zum anderen, weil sie durch ihre intermediäre Funktion zu einer transparenten und kooperativen Atmosphäre des Projektes beitragen können.

Aufmerksamkeit bekommt das Engagement von Unternehmen (und Stiftungen) auch aus einer anderen Perspektive. Im ExWoSt-Forschungsfeld "Unternehmen und Stiftungen für die soziale Quartiersentwicklung" wurde erstmals systematisch versucht, Unternehmen und Stiftungen in die Aufgaben der Quartiersentwicklung einzubeziehen. Dabei erprobten acht Modellvorhaben praktisch, wie Kooperationsbeziehungen mit Unternehmen und Stiftungen aufgebaut und ausgestaltet werden können. Zu den Erfahrungen und Ergebnissen der Modellprojekte und den Erkenntnissen der Begleitforschung liegen ein aktueller Forschungsbericht (BBSR-Online-Publikation, Nr. 13/2015) sowie die Arbeitshilfe "Benachteiligte Quartiere gemeinsam unterstützen" (BMUB, Berlin 2015) vor. Zusätzlich legte der Expertenbeirat im ExWoSt-Forschungsfeld "Unternehmen und Stiftungen für die soziale Quartiersentwicklung" ein Diskussions- und Positionspapier vor (Quaestio Forschung und Beratung, Bonn 2015).

Der Forschungsbericht wie auch das Diskussions- und Positionspapier des Expertenbeirats empfehlen, soziale Quartiersentwicklung mit dem gesellschaftlichen Engagement von Unternehmen und Stiftungen als ein eigenständiges Handlungsfeld und Engagementthema für Stiftungen und Unternehmen zu verankern. Um die Erfahrungen aus dem Modellprogramm zu übertragen und die Einbindung von Unternehmen und Stiftungen in die Quartiersentwicklung in den Kommunen zu stärken, schlagen sie weitere Aktivitäten und Programme vor.

Ziel

Das Forschungsprojekt "Kooperationen von Kommunen und Privaten in der Sozialen Stadt" setzt an diesen Empfehlungen an. Unterstützt durch fachliche Beratung und Begleitung sollen mit Kommunen und Akteuren der sozialen Quartiersentwicklung bereits bestehende übertragbare Konzepte und Handlungsansätze erprobt und neue Strategien exemplarisch entwickelt werden, um neue Verbindungen zwischen Kommunen und Unternehmen bzw. Stiftungen im Rahmen der sozialen Quartiersentwicklung zu schaffen. Dabei wird auch zu untersuchen sein, ob Kommunen selbst eine Mittlerrolle für die Einbindung von Unternehmen und Stiftungen in die soziale Quartiersentwicklung einnehmen sollen, ob mit dieser Aufgabe andere Akteure betraut werden sollen, oder ob es hierfür neuartiger Organisationsstrukturen bedarf.

Zusatzinformationen

Kontakt

Juliane Wagner
Referat I 4 - Städtebauförderung, Soziale Stadtentwicklung
Tel.: +49 228 99401-2335