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Online-Handel – Mögliche räumliche Auswirkungen auf Innenstädte, Stadtteil- und Ortszentren

Hrsg.:

BBSRBBSR-Online-Publikation08/2017Mai 2017

Online-Handel und Zentren. Amazon meldet jüngst erneut Rekord-Gewinne. Der Umsatz großer Online-Händler steigt beständig. Der Online-Handel verstärkt den Strukturwandel im Handel. Seine weiter steigenden Umsätze, auch in zentrenrelevanten Sortimenten, können bereits ohnehin geschwächte Zentren weiter schwächen. Doch auch bei einem abgeschwächten Umsatzwachstum des Online-Handels ist aufgrund eines insgesamt sinkenden Umsatzpotenzials des Einzelhandels mit Umsatzverlusten des stationären Handels zu rechnen. Bei stark zunehmenden Online-Umsätzen sind nach der Studie sogar "relativ große Auswirkungen auf den Einzelhandel insgesamt sowie auf die Innenstadt- und Nahversorgungsstandorte, und zwar in Form von Standortschließungen" zu erwarten. Da zudem die Kosten im Einzelhandel stiegen, wären insbesondere für weniger resiliente und ohnehin finanzschwache inhabergeführte Geschäfte innerhalb weniger Jahre massive Umsatzverluste zu erwarten. Dadurch "reduzierten sich auch die Spielräume für Investitionen in Online-Auftritt und Digitalisierung".

Für die unterschiedlichen Stadt- und Zentrentypen ist nach den Ergebnissen dieser Studie damit zu rechnen, dass die Innenstädte der Großstädte und starker Mittelstädte weiter stabile und attraktive Handelsstandorte bleiben. In den Innenstädten der großen Großstädte sei mit weiter steigenden Mieten und Verdrängung verbliebener inhabergeführter Geschäfte zu rechnen. Dagegen würden die Stadtteilzentren der Großstädte und die Zentren kleinerer Städte von der starken Konkurrenz unter Druck gesetzt. Ihre Betroffenheit hänge von vielen Faktoren, wie dem regionalen Wettbewerb, der touristischen und städtebaulichen Attraktivität oder dem regionalen Wohlstand ab.

Welche Wirkungen kann dies auf Zentren großer und kleiner Städte haben? Wie werden sich Stadtteil- und Ortszentren entwickeln? Und vor allem: Wer kann was tun, um diese Zentren zu stärken? Diese Grundlagenstudie gibt erste Antworten.

Wissenschaftliche Begleitung
BBSR, Referat I 5 – Digitale Stadt, Risikovorsorge und Verkehr
Stephan Günthner (stephan.guenthner@bbr.bund.de)

BBSR, Referat II 11 – Wohnungs- und Immobilienmärkte
Eva Korinke (eva.neubrand@bbr.bund.de)

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
Referat SW I 5 – Stadtumbau
Dr. Birgit Richter, Jacqueline Modes

Handelsverband Deutschland (HDE)
Michael Reink

Auftragnehmer
Deutsches Institut für Urbanistik gGmbH, Berlin
Prof. Martin zur Nedden, Dr. Beate Hollbach-Grömig, Dr. Elke Becker, Ricarda Pätzold

BBE Handelsberatung/elaboratum, München
Joachim Stumpf, Markus Wotruba, Prof. Dr. Klaus Gutknecht

  • ISSN1868-0097
  • urn:nbn:de:101:1-201706223524


Inhalt

Vorwort
Kurzfassung
Executive Summary

  1. Einführung
  2. Arbeitsbausteine und Methoden
  3. Rahmenbedingungen der Handelsentwicklung
  4. Entwicklung des Online-Handels bis 2025
  5. Exkurs: Zeitliche Dynamik räumlicher Veränderungen am Beispiel einer mittelgroßen Stadt
  6. Handelslandschaft online und offline – Raumwirkungen und Raumperspektiven
  7. Die (Innen-)Stadt braucht den Handel? Oder: Wieviel Handel braucht die Innenstadt?
  8. Handlungsansätze

Literaturverzeichnis
Glossar
Anhang


Die Veröffentlichung ist ein Ergebnis der ExWoSt-Studie "Mögliche räumliche Auswirkungen des Online-Handels auf Innenstädte, Stadtteil- und Ortszentren".
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