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Vulnerabilitätsanalyse in der Praxis

Inhaltliche und methodische Ansatzpunkte für die Ermittlung regionaler Betroffenheiten
BMVBS-Online-Publikation 21/11, Hrsg.: BMVBS, Oktober 2011

Ein wichtiger Baustein in einem regionalen Prozess für die Klimaanpassung ist die Untersuchung und Bewertung der Klimafolgen. Ein häufig verwendeter Fachbegriff hierfür ist "Vulnerabilität", das heißt "Verwundbarkeit", "Verletzbarkeit" oder "Anfälligkeit". Nur wenn bekannt ist, welche Naturgüter oder räumlichen Nutzungen vom Klimawandel beeinträchtigt werden und wie stark diese Beeinträchtigung voraussichtlich ist, kann Regionalplanung darauf mit ihren Instrumenten reagieren. Vulnerabilitätsanalysen sind daher unverzichtbare Grundlagen für den Umgang und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels in der räumlichen Planung auf regionaler Ebene.

Künftig werden hohe Ansprüche an die methodische Konsistenz von Vulnerabilitätsanalysen gestellt, wenn auf ihren Ergebnissen aufbauend Ziele der Raumordnung festgesetzt werden sollen. Daher ist es erforderlich, dass zusammen mit der Regionalplanung entsprechende Methoden und Vorgehensweisen erarbeitet und erprobte Prozessbausteine zur Verfügung gestellt werden, die im Sinne eines Werkzeugkastens verwendet und den spezifischen regionalen Rahmenbedingungen entsprechend weiterentwickelt werden können.

Die vorliegende BMVBS-Online-Publikation zeigt am Beispiel von drei Modellregionen (Vorpommern, Stuttgart und Westsachsen), wie die Praxis in den letzten Jahren an die Durchführung von Vulnerabilitätsanalysen herangegangen ist. Aus der vergleichenden Analyse dieser regionalen Ansätze ließen sich zwölf Empfehlungen oder "Erfolgsfaktoren" für ein effektives und zielorientiertes Vorgehen bei der Erarbeitung regionaler Vulnerabilitätsanalysen destillieren, die auf den Erfahrungen der Praxis beruhen. Abschließend werden zwei Vorschläge für den Ablauf einer regionalen Vulnerabilitätsanalyse unterbreitet.

Wissenschaftliche Begleitung
Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR)

Bearbeitung
RWTH Aachen, Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr
Christoph Riegel, Prof. Dr.-Ing. Dirk Vallée
Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Berlin
Gina Siegel

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Bonn
Dr. Fabian Dosch fabian.dosch@bbr.bund.de

urn:nbn:de:101:1-201111072155

Inhalt

1 Vulnerabilitätsanalysen: Für die Regionalplanung unverzichtbar

2 Fallbeispiele: Methodische Ansätze regionaler Vulnerabilitätsanalysen im KlimaMORO
2.1 Vorpommern
2.2 Stuttgart
2.3 Westsachsen
2.4 Zwischenfazit

3 Regionale Vulnerabilitätsanalyse: 12 Erfolgsfaktoren
3.1 Vulnerabilitätsanalyse als Prozess verstehen
3.2 Akteure frühzeitig einbinden
3.3 Analyseumfang frühzeitig eingrenzen
3.4 Klimamodelle und Projektionen zur Kenntnis nehmen
3.5 Daten organisieren
3.6 Exposition, Sensitivität und Anpassungskapazität ermitteln
3.7 Nachvollziehbare Verknüpfungsregeln konzipieren
3.8 Analysen nur so komplex wie unbedingt nötig halten
3.9 Ergebnisse visualisieren
3.10 Ergebnisse als Diskussionsgrundlage verstehen
3.11 Fachöffentlichkeit informieren
3.12 Planerische Lösungen entwickeln

4 Ablaufschritte der Vulnerabilitätsanalyse
4.1 Qualitative Betroffenheitsanalyse
4.2 GIS-basierte Betroffenheitsanalyse mit Vulnerabilitätsindikatoren

5 Fazit

Quellenverzeichnis


Die Veröffentlichung ist ein Ergebnis des MORO-Forschungsprojektes "Raumentwicklungsstrategien zum Klimawandel ".
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