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Lücken in der Leerstandsforschung – Wie Leerstände besser erhoben werden können

Workshop am 7. Februar 2017 in Berlin

Hrsg.:

BBSRBBSR-Berichte KOMPAKT02/2017Bonn, Juni 2017

Leerstände von Wohnungen bedeuten erhebliche finanzielle Einbußen für Eigentümer und strukturelle wie städtebauliche Herausforderungen für Kommunen. In Deutschland standen 2011 4,5% aller Wohnungen (1,8 Mio. Wohnungen) leer. BBSR-Abschätzungen gehen nach einem Anstieg in den Zwischenjahren für das Jahr 2015 erneut von ca. 1,8 Mio. leerstehenden Wohnungen aus. Die Mehrzahl der ungenutzten Wohnungen befindet sich vor allem in ländlichen Regionen, in denen die Nachfrage zurückgeht. Die Erfassung und Bereitstellung fundierter Leerstandsinformationen ist gleichermaßen für Wohnungspolitik, Stadtumbau und Wohnungswirtschaft von großem Interesse. Hierbei muss die ungenügende Datenverfügbarkeit zum Leerstand als zentrale Herausforderung angesehen werden.

Der im Berichte-Heft dokumentierte Expertenworkshop richtete den Blick daher auf die Erfassung von Leerständen, wobei die Erhebungen im Rahmen der Gebäude- und Wohnungszählung (GWZ) des Zensus 2011 im Zentrum standen. In einem Argumentationspapier des BBSR werden Anforderungen an die nächste GWZ 2021 abgeleitet. Das Papier bietet den Akteuren der Wohnungsmarktbeobachtung und der Wohnungspolitik eine Hilfe, um die inhaltlichen Belange zum Thema Leerstand bei der Ausgestaltung der nächsten GWZ besser artikulieren und einfordern zu können.

Im Ergebnis einer neuen Wohnungsmarkttypisierung von Timourou unter Bezugnahme auf das Leerstandsthema stehen insgesamt sechs Wohnungsmarkttypen, die vorrangig Wohnungsmarktprozesse und ihre Veränderungen abbilden. Prof. Rink und Manuel Wolff gelang auf Basis der GWZ-Leerstandsdaten 2011 die Ableitung von insgesamt fünf Leerstandstypen. Damit liegt nun für das gesamte Bundesgebiet eine differenzierte Auswertung des Leerstands im Hinblick auf seine Struktur und Zusammensetzung vor.

Aus dem Workshop heraus formulierte Forderungen der Experten beziehen sich v.a. auf eine klarere Definition und Qualifizierung der Leerstandsquote als maßgeblichem Indikator. Darüber hinaus gelte es, Leerstandsgründe, -dauer, -verteilungen und Dimensionen von Fluktuationsreserven präziser zu definieren und zu erfassen.

Bearbeitung/Ansprechpartner:
Eva Korinke (eva.neubrand@bbr.bund.de),
Alexander Schürt (alexander.schuert@bbr.bund.de),
Matthias Waltersbacher (matthias.waltersbacher@bbr.bund.de)

  • kostenfrei zu beziehen beiforschung.wohnen@bbr.bund.de
  • Stichwort:BBSR-Berichte KOMPAKT 02/2017
  • ISSN1867-0547
  • ISBN978-3-87994-611-2
  • urn:nbn:de:101:1-201707183314


Inhalt

Vorwort

  • Lücken in der Leerstandsforschung
  • Wohnungsleerstand in Deutschland
  • Vorschlag für eine neue Wohnungsmarkttypisierung
  • Leerstandstypisierung auf Basis der GWZ 2011
  • Argumente und Potenziale für eine bessere Leerstandserfassung im Zensus 2021
  • Diskussion und Resümee
  • Literatur


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