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Gleichwertigkeit auf dem Prüfstand

IzR 1.2015

Die Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse ist ein zentrales Thema der Raumordnung, aber das bisherige Verständnis erfordert eine Anpassung. Viele Lebensbereiche sind für die Bürgerinnen und Bürger im Bundesgebiet von Disparitäten geprägt: Die Ost-West-Konvergenz stockt, der demografische Wandel schreitet voran und die Diskussion um den neuen Solidarpakt zeigt, dass auch in den alten Bundesländern die kommunalen Probleme in vielen Städten und Gemeinden immer drängender werden. Ist das Paradigma gleichwertiger Lebensverhältnisse also nur eine leere Hülse oder ist es als Postulat noch zeitgemäß, um das Leben in den Regionen zu verbessern?

Nicht nur der demografische Wandel oder die kommunale Finanzlage erfordern dies, sondern auch die Arbeit der Föderalismuskommission und die Ziele der Territorialen Agenda 2020 müssen stärker in die Debatte einbezogen werden. Daraus ergeben sich einige Fragen:

  • Wie ist der grundgesetzliche Auftrag überhaupt zu verstehen?
  • Ist das Postulat noch zeitgemäß?
  • Wäre die territoriale Kohäsion als Leitgedanke nicht passender?
  • Trägt das System der Zentralen Orte überhaupt noch, um gleichwertige Lebensverhältnisse zu gewährleisten?
  • Und wie lässt sich Gleichwertigkeit schließlich messen?

Das Heft trägt dazu bei, Antworten auf diese aktuellen Fragen zu finden. Alle Beiträge in diesem Heft weisen auf Probleme hin, geben Lösungsvorschläge und fordern zum Nach- bzw. Umdenken heraus. Zuspruch und Widerspruch sind somit vorgegriffen und möchten zu einer lebhaften Diskussion anregen.


Wissenschaftliche Redaktion: Dr. Rupert Kawka rupert.kawka@bbr.bund.de