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Die Stadt von Übermorgen

IzR 4.2015

Die Frage nach der Zukunft der Stadt ist gleichermaßen altbekannt wie brennend aktuell. Der vor einiger Zeit vielerorts ausgerufenen "Renaissance der Städte" folgt sie nun auf dem Fuß. Erneut darf man derzeit einen ausgesprochenen Hype um dieses Thema konstatieren: Entsprechende Konferenzen reihen sich fast im Monatsrhythmus aneinander. Dabei scheint es freilich eine offene Frage zu sein, ob tatsächlich ein systematisches Nachdenken über die "Stadt von Übermorgen" existiert – und eine Diskussion über maßgebliche Parameter auf möglichen Entwicklungspfaden in unterschiedliche Zukünfte.

Bislang, so scheint es, basierten Prognosen auf der Erwartung, dass das, was vorstellbar war, auch machbar sei; und entsprechend wurden Technologiemöglichkeiten als Zukunftswirklichkeiten beschrieben. Gewiss aber lassen sich aus möglichen und wünschbaren Zukünften Handlungsoptionen ableiten und Strategien aufzeigen. Wenn wir in Zukunft so leben wollen – welche Wege müssen wir dann heute einschlagen? Wie lauten die wahrscheinlichen Entwicklungsperspektiven? Was sind die wesentlichen Faktoren und Treiber, die die Stadt von Übermorgen beeinflussen werden? Wie mag sie strukturiert sein, wie kann sie aussehen? Umgekehrt wäre jedoch auch danach zu fragen, was die heutigen Konsequenzen der zukünftigen Entwicklungen sind. Was können und was müssen wir unternehmen, um eine nachhaltige Stadtentwicklung zu initiieren? Kann aus sektoralen, und wie auch immer abgesicherten Zukunftserwartungen ein urbanes Gesamtbild entstehen? Oder muss "Die Stadt von Übermorgen" ein Patchwork wohlfeiler Vermutungen bleiben?

Das Heft liefert keine abgeschlossenen Antworten, wohl aber eine breite Sicht auf die Dinge; und nicht von Ungefähr bildet die neuerliche Reflektion der Vergangenheit dafür ein wichtiges Fundament.


Wissenschaftliche Redaktion:
Robert Kaltenbrunner robert.kaltenbrunner@bbr.bund.de